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COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Stern 67
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COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 29.05.2019, 14:54

Hallo Zusammen,
ich bin neu hier, lese schon was länger, aber jetzt möchte ich sehr gerne auch austauschen.
Um zu versuchen, aus dem "Loch" in dem ich mich selbst (subjektiv) fühle, zu befreien.
Meine Geschichte kopiere ich aus dem Vorstellungsbereich.

"Hallo Zusammen,
ich lese bereits einige Zeit in den Foren, als Gast.
Soooo Vieles ist meiner Geschichte ähnlich, das es auch von mir geschrieben werden könnte.
Das ist einerseits sehr traurig, andererseits lese ich, dass auch ein Ausweg möglich ist und auch ein neues Leben sozusagen "danach".
Zu meiner Geschichte.
Ich bin eine "CO", und was für eine... kämpfe schon Jahre erfolglos mit mir und finde noch nicht zu mir selbst...
Habe mit 21 Jahren aus großer Liebe meinen jetzigen EX-Mann geheiratet, der damals 22 war und noch kein Alkoholproblem hatte.
Wir waren beide Studenten, hatten gemeinsam sogar eine Diplomarbeit gemacht (ein größeres Thema auf zwei aufeinander folgende Bereiche aufgeteilt).
Noch während des Studiums kam unser erster Sohn zur Welt. (mit Lippen-Gaumen- Spalte), da haben wir uns einander dermaßen unterstützt und Kraft und Zuversicht gegeben und alle OPs gemeinsam überstanden.
Nach zweieinhalb Jahren kam der zweite Sohn, dann Umzug nach Deutschland mit zwei kleinen Kindern, zwei Koffern und zwei Schwiegereltern, die zu dem Zeitpunkt fast 70 Waren.
Integrationsphase, Sprache lernen... da kann man ein Roman schreiben, tut aber nichts zum Thema bei.
Da ich sehr familienorientiert war, wollte ich noch ein weiteres Kind. Kam dritter Sohn.
Und dass er bereits nach meiner Vorstellung mehr trank, als mir lieb war, habe ich mich oft traurig gefüllt, das auch oft angesprochen und ihm so mit anscheint genervt.
Aber der Prozess war dermaßen schleichend, und er hat (oder ich habe es so gesehen und geglaubt) mich und vor Allem die Kinder sehr geliebt.
Für mich hat immer das Gute und das Verbundende überwogen.
Er hat lange alleine gearbeitet und das Geld verdient, ich hatte nur hin und da die Aushilfsjobs. Die Kinderbetreuung war zu der Zeit noch nicht so ausgebaut, keine Ganztagsschulen...
Mit 36 kann unsere Tochter zur Welt, nicht geplant aber sehr willkommen.
ich schätze wir haben jedoch beide unser bestes gegeben und schönes leben geführt. ich habe nur verlernt ich zu denken und zu sagen... ich habe nur "WIR" gedacht und gelebt.
Das Trinken war immer mehr und mehr zum Problem, und ich war immer irgendwo schuld daran.... bin zu dick geworden (Größe 44, er hat sich aber in mich verliebt als ich 50 kg gewogen habe).
Ich wurde immer mehr und mehr verglichen mit allen wunderbaren Frauen aus unseren Freundschaftskreis. Eine war wunderschön und dünn, andere hat gearbeitet und gut verdient, dritte war super Hausfrau und bei Ihr war immer blitzblank sauber (Obwohl wenn ich Besuch hatte , habe ich selbstverständlich auch alles in Ordnung gebracht, und ich muss sagen er hat sich auch nicht davon gedrückt). die vierte hat dem Mann selbst das Bier angeboten und hat ihn so geliebt wie er so ist...
Die vergleiche haben mich oft verletzt, aber ... größere und kleine Kinder im Haus, Pläne...und mit viel Optimismus weiter machen, mit dem Motto- es gibt eben KEINE idealen Menschen, UND DIESEN LIEBE ICH SO SEHR.
Aber: es war immer mehr und mehr, betrunken beleidigt, Kinder gestresst, kann man viel erzählen, brauche ich nicht in diesem Forum.
Einschneidender Punkt, dass alles weitere im Leben verändert hat: einmal nach einer Feier auf dem Rückweg musste ich stehen bleiben(ich war am Steuer) , weil er die Tochter aus dem Kindersitz abgeschnallt hat und wollte sie auf den Arm halten und lies fallen.
Sie war 1,5 Jahre. Der jüngster Sohn war auch mit, er war 6.
Ich kam raus, war November ich hatte keine Jacke angehabt, er setzt sich, solange ich die Tochter hingesetzt und angeschnallt habe, an Steuer und versucht zu starten. Der Sohn weint und schreit, die Tochter weint, ich versuche die Fahrertür auf zu bekommen.
Zum Glück war der soo voll, dass er nicht das Auto anbekam. Sonst hätte er wahrscheinlich ohne mich gefahren.
Da dachte ich, wenn wir heil nach Hause kommen , bin ich morgen weg. So wütend, verzweifelt, verletzt, besorgt... ganze Palette...
Das Problem ist, er weiß am nächsten Tag NICHTS davon und kann es nicht glauben. Ich bin es wieder, die ihn schlecht macht und maßlos übertreibt.
Ich bin dann gegangen... erst mal zu einer Freundin, die im Haus neben an wohnte mit zwei kleineren. Fluchtartig, dachte ich muss überlegen wo und wovon ich mit vier kindern Leben soll, war der Meinung er soll gehen, ich soll in der Wohnung mit den kindern bleiben, die haben da Schulen und der Jüngster seinen Kindergarten. (die Kleine war noch nicht im Kindergartenalter).
Er hat es auch so gesehen, er ist, wenn er nüchtern ist, sehr kooperativ und anständig, hat das bereut (was er eben glauben konnte... das alles konnte nicht so schlimm sein) und sagte dass es ihm alles Leid tut...
So war es auch... er ist vorläufig zu seinen Eltern... ein Monat dort nicht getrunken, war fast jeden Tag bei uns und hat bei Allem geholfen.
Und ...wir waren wieder zusammen.
Fast halben Jahr nicht getrunken ich war so zuversichtlich,
Dann doch wieder und wieder und mehr und mehr...
Ich weinte, bettete, meckerte ihn an, ignorierte... und dann stellte ich das Ultimatum. Ich sagte - das ist keine gute Atmosphäre für unsere Kinder.
Alk. oder Familie.
Und ... er ging.
Das war vor 10 Jahren. Ich war am Boden zerstört... ich wollte ihn auf jedem preis zurück... (waren mir die Interesse der Kinder, mit denen ich argumentiert habe nicht mehr wichtig) da habe ich mich an alles Gute und das Beste erinnert, mich selbst eingeredet wie sehr ihn die Kinder brauchen und er sie. und mich und Familie.
Die offizielle Trennung war angemeldet aber... er kam zurück, dann wieder gegangen, wir waren ihn zu viel, dann wieder gekommen. und so fünf mal in 8 Jahren.
Als er zum ersten Mal eine andere hatte (zwei Monate Affäre), wollte ich sterben... die Kleine bekam Depressionen, der älteste auch... Ich nahm 15 kg ab, er sah mich und ... kam zurück.
Ich dachte wirklich wir haben ES GESCHAFFT: ER HAT FAST NICHTS GETRUNKEN, wir haben unsere Liebe wieder entdeckt, uns gemeinsam um alles gekümmert, wir konnten , weil die größeren schon fast erwachsen waren sogar etwas für uns zwei unternehmen, haben Paar mal gereist, nach Paris, nach St. Petersburg zu dem 23. Hochzeitstag...
inzwischen war die Kleine im Kindergarten, ich fand für mich eine Weiterbildungsmaßnahme und dann einen Job.
Einen, der mir auch super gefiel. Nur zufrieden mit mir war er doch nicht... war selbst sehr traurig darüber(die Gründe sind vielfältig, ich war keine Hausfrau mehr, und nach 14 Jahren Erziehungspause einen Job, wo ich sogar mehr als er verdiente, ich dachte das ist doch gut, das ist alles für UNS)... er meinte er ist unglücklich... ich muss abnehmen, und er mochte sein Job nicht wirklich und ich... bin einfach nur ein Glückspilz, dass ich ein guten Job fand.
Das Trinken bestimmte unser alle Leben immer mehr...lebten zwar fast zusammen aber offiziell getrennt... er wollte seine Entscheidung nicht festlegen. oder konnte nicht, das weiß ich nicht... oft hat er den Zustand angesprochen.
Ich wollte umziehen, näher zur meiner Behörde (ich musste täglich 55 km fahren).
Für sein Job war das egal, er hat Firmenwagen mit Selbstnutzung und immer woanders unterwegs.
Ich dachte wenn wir was verändern, zusammen ein Haus kaufen und aufbauen für uns wird es super Sache die uns alle gut tut.
Die zwei älteren waren bereits ausgezogen, kamen Sonntags zum Frühstück und wir machten mal Ausflüge gemeinsam.
Er machte bei dem Umzugsplänen mit, mit mir eine Besichtigung nach der anderer, konnte sich aber nicht entscheiden, ob er wirklich einen Kredit mit mir nehmen möchte oder nicht. Und ich wusste es ehrlich gesagt auch nicht!!!! ich sagte mit dem Trinken ist es auch mir zu unsicher.
Fazit: ich nahm alleine den Kredit und kaufte das Haus. (Mit 48!, ohne Eigenkapital), die Banken sind eben scharf darauf, die Kredite zu vergeben.
Als Bundesangestellte ist auch mein Job sicher. Mutig... aber ich bereue diese Entscheidung nicht.
Er ist mit mir eingezogen und hat aber die Wohnung, die er von dem Eltern geerbt hat behalten.
Alles mit mir renoviert und gebaut.... ich war für alles dankbar und hab seine Leistung sehr geschätzt. und ... er hat im Haus kaum getrunken, weil auch wenn ich keine Vorwürfe mehr machte, war das unsere Tochter, die es nicht leiden konnte.
Die Geschichte wird echt zu lang, ich kürze mal ab... vor fast zwei Jahren, fährt er mit uns sieben (die älteren haben mittlerweile auch Partner) in den Urlaub und dann direkt in seine Wohnung... Er hatte dort schon eine Neue. Wer das ist, wusste ich nicht, er sagte nur er hat eine andere, er liebt sie, mich nicht mehr, würde mir weiter mit Haus helfen, bis ich einen anderen habe und möchte dass wir Eltern und Freunde bleiben.
Ergebnis... ich komme nicht darüber weg... seine Neue (wie bizarr, ich kannte sie... sie war mal auch meine Freundin, als ich dort noch wohnte, die er durch mich kennengelernt hat). Ich war offen und sehr aufgeschlossen ihr gegenüber, habe nach Ihrer Scheidung über unsere Probleme auch erzählt, unsere Töchter sind Freundinnen... Ich erzählte ihr früher, wie sehr ich um die Familie noch kämpfe und meinen Mann liebe. Ich wusste nicht dass sie es ist...
Er rufte mich hin und wieder betrunken an und erzählte was von seinem neuer Liebe... ohne Namen zu nennen. Aber... da habe ich vermutet... Scheidung eingereicht... um Ihn auch diese Entscheidung abzunehmen... damit er nicht so viele Schuldgefühle hat.
Kam einmal ohne Anmeldung zu Ihm. Da war Sie... ich fragte habt ihr was? Sie sagte : Nein nein... wir sind nur Freunde, er hilft mir, ich helfe ihn... umarmt mich und geht... redet mal, ich bin schon weg...zwei Tage später fahren die beiden nach Italien in Urlaub... mit erzählt er, er hat Dienstreise, Sie erzählt ihrer Tochter auch irgendetwas...
Das kam raus. die brauchen sich nicht mehr zu verstecken.
Er macht mit Ihr mehrmals im Jahr Städtereisen (das hat sie immer gemocht, bekommt aber das Geld vom Stadt... war nicht genug).
Er war in diesen fast zwei Jahren bei keinem einzigen Geburtstag der Kinder, Weihnachten u.s.w.
Ich komme nicht damit klar, wie kann es sein, dass der fast 30 Jahre gemeinsamer Weg, vier Kinder geboren, Eltern beerdigt, zusammen, viel Glück und Freuden und klar auch viel Arbeit...Alles...nicht mehr eine Bedeutung hat.
Und er sagt mir und Kindern... er ist glücklich, wir beide haben lange probiert, es klappte nicht, jetzt ist er glücklich... sie trinken gemeinsam, aber sie behält die Kontrolle und FÜR Sie ist er bereit nicht zu trinken... sie ist seine Rettung, seine Traumfrau, für Ihre glücklichen Augen ist er für alles bereit...
Das ist eine zweier -Beziehung, weder Ihre Tochter (die auch nicht mal wusste wo ihre Mama Weihnachten feiern möchte... ), noch unsere Kinder habe die je zusammen gesehen. Er sagte er füllt sich jung und wie ein Student von früher...
Ich versuche für meine Tochter immer da zu sein (Schuljahr Wiederholung, ritzen, versuch die Pulsadern zu schneiden, da habe ich mit ihr viel durchgemacht und wir machen jetzt beide eine Therapie, geholfet hat aber einen Welpen anzuschaffen, der hat sie aus dem Bett rausgeholt).
Der Rest der Familie hält nach wie vor zusammen... und ich schaffe ja alles ... ich arbeite, fahre mit den Kinder in den Urlaub, das Haus bleibt "die Zentrale" ...
Ich bin kein Opfer.
WARUM FÜHLE ICH MICH DANN SO???????
Denke ununterbrochen an ihn, an UNS...
an die beiden...
ich möchte nicht alleine zum Abiball des Sohnes...
ich möchte nicht alleine abends im Garten Kaffee trinken...
nicht alleine nach der Arbeit (Vollzeitjob), den Haushalt schmeißen...
nicht alleine mit dem Hund gehen oder in dem Wald spazieren...
nicht alleine im Bett liegen und mich fragen was stimmt mit mir nicht.

Und wann und ob es besser wird?
Das wäre so kurz von mir.

Ich denke unabhängig von den Gründen, wann und warum sind wir zum CO geworden (oder erzogen) wurden, ist es eine grundsätzliche Einstellung zum Leben... Ich frage mich immer was bedeutet das "gesunder Egoismus", macht "Nein" zu sagen oder sagen zu können, Nein zu den Menschen, die man liebt... glücklicher?
LG und schönen Tag an Alle.

Mylala
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Mylala » 29.05.2019, 15:20

Liebes, aus der Co-Abhäntugkeit kommst du heraus, wenn du nicht mehr die "Schuld" im anderen siehst. Es sind deine eigenen Anteile, warum du in diese Abhängigkeit geraten bist. Es ist eine emotionale Abhängigkeit, die in dir Sehnsüchtige triggerr... Also, der Schlüssel liegt bei dir... Kein anderer ist für dein Leben verantwortlich, als du selber. Komm raus aus der Opferrolle, in die du dich selber begeben hast, und steig ein insselbstkontrollierte Leben...

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 29.05.2019, 18:40

Hallo Mylala,
ich sehe das , meine Anteile... ich glaube die zu sehen...
und meine Frage ist, was genau möchte man ablegen, abschaffen, was ist es in einem "Leben für sich" bestrebenswert... was ist es ...
was verstehen die anderen Forenteilnehmer darunter.

Der Tochter zu sagen... sorry, ich kann gerade nicht, dich zu fahren, den Jungs am Sonntag zu sagen, nein... kommt nicht, es gibt kein Brunch, ich habe nicht eingekauft...
was ist genau das -Leben für sich????
ich hab es noch nicht rausfinden können.... ich dachte das was ich für UNS tue, ist auch das Leben für mich.
Und ein Opfer... ob ich das bin?. ich bin einsam , trotz vier Kinder... in anderem Bereich eben...
aber Opfer?
glaube ich nicht.
Für mich zählen nur die Fakten... ich gehe Anfang Juli alleine als Elternteil zum Abiball....
Ich bin heute nach der Arbeit alleine mit dem Kochen und Haushalt beschäftigt...
Ich bin alleine mit Gesprächen mit dem Kindern über Ihre Lebenspläne,,, Ausbildung, Familienplanung, Urlaubsplanung, war morgen und übermorgen so anfällt und wichtig oder weniger wichtig ist...
Ich denke das ist nicht so schlimm, viele sind alleine mit Ihren Sorgen und Alltag.
Und mir ist es bewusst, dass es besser ist, als nach Hause zu kommen und die bereits gläserne Augen zu sehen....
Aber ich wollte mich austauschen, warum es so kommt, unsere Süchte waren doch nicht immer da... wieso werden diese tolle Dinge und nahstehende Menschen nicht mehr wichtig?
und was man als Ersatz von Allem , worauf das Leben ausgerichtet war, finden könnte...
Was macht eine "CO" noch glücklich, als für die Anderen mit allem was sie ist, da zu sein?
Darüber wollte ich die Meinungen und vllt Hilfestellungen....
LG
St.

Mylala
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Mylala » 29.05.2019, 18:56

Hey, ich habe mich wahrscheinlich sehr plump ausgedrückt. Sorry!

Als Co-Abhängige versuchst man, im Äußeren das zu finden, was man sich selber nicht geben kann. Vertrauen, Zuversicht, Liebe etc... Meist liegt es an der Kindheit.

Ich selber bin Borderliner, war 10 Jahre Co-Abhängig in einer Beziehung mit einem Soziopathen und bin selber auch alkoholabhängig.

Um selber zu dir zu finden, heraus zu finden, was dich aus macht, musst du auf den Ursprung gehen. Das meinte ich mit raus aus der Opferrolle! Finde dich selber!

Die Hilfen, die ich dir an die Seite geben kann ist zum einen das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" zum anderen wirklich einen Therapeuten, um den Ursprung heraus zu finden.

Nein sagen ist nicht vorwerfliches, sondern ! Du darfst es nicht nur, du musst es, denn du bist keine Maschine, die nur funktionieren muss.

LG Mylala

Ziele
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Ziele » 29.05.2019, 19:22

Hallo Stern,

ich möchte versuchen dich zum Nachdenken anzuregen und Dir versuchen zu erklären was mit „Leben für sich“ (in deinen Worten ausgedrückt) gemeint ist.

Du hast Zeit deines Lebens auf alle anderen geschaut aber nicht auf dich. Zumindest habe ich das aus dem Kontext herausgelesen. Deine Ehe ist in die Brüche gegangen und jetzt weißt du nicht was du tun sollst, weil dein Fokus auf anderen Menschen lag, auf deren Wünsche und Bedürfnisse. All das was du suchst in einem Partner, kannst du dir selbst geben in dem du in dich gehst und dich fragst, was dir wichtig ist in deinem Leben. Was hast du schon immer gerne gemacht? Hast du Hobbies? Wie steht es um deine Freunde? Machst du gerne Sport? Kochst du gerne? Verstehst du was ich meine? Es ist wichtig dass du dich auf dich selbst fokussierst und anfängst dich für dich selbst zu interessieren, statt deinem Ex nachzuhängen. Entwickle Interesse an Dir. Verdränge deine Gefühle von Trauer, Wut, Einsamkeit und Angst nicht, lasse sie zu, das ist wichtig. Aber es ist auch wichtig danach nach vorne zu schauen, die Vergangeheit kannst du nicht mehr ändern, aber das was vor dir liegt schon.

Das klingt alles sehr leicht, natürlich weiß ich ganz genau, dass es nicht einfach ist. Du sagst „unsere Süchte waren nicht immer da“. Hast du als junger Mensch gelernt das du nur dann etwas Wert bist, wenn du dich an letzter Stelle setzt und deine Bedürfnisse nicht wichtig sind? Hast du gelernt, dass du nur dann liebenswert bist, wenn du gebraucht wirst und so bist wie andere Menschen dich haben wollen? Hast du gelernt, dass man im Leben etwas leisten muss um Liebe und Anerkennung zu bekommen? Wurdest du gesehen, angenommen, geliebt so wie du wirklich bist? Nimm dir Zeit und versuche auf diese Fragen für dich antworten zu finden.

Mylala
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Mylala » 29.05.2019, 19:45

Danke Ziele, genau das habe ich versucht zu schreiben, aber deine Worte sind sehr viel einfühlsamer und auch verständlicher.

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 29.05.2019, 20:25

Danke Ihr Lieben,
mein Problem ist (und ich denke nicht nur mein), das ich während der Ehe gedacht habe, das ich genau das tue, nicht Verantwortung für das Trinken abnehmen, freie Entscheidung zu lassen, ob und wofür das alles. Ich lies ihn gehen, ich freue mich wenn dien Kinder selbständiger werden. ich meinte somit auch das Beste für Mich zu tun.
War erstaunt, wie sehr der Alk- die Sicht auf viele Dinge und das ganze Leben verändert (meine Eltern haben beide nicht getrunken) und wie erfinderisch man sein kann sich alles zu recht zu legen um zu trinken.
Aber wieso die Dinge und Menschen, die man früher so geliebt hat (geweint, gesagt ich weiß dass ich mein Leben versaufe... ) plötzlich so unwichtig werden, wenn eine Neue, ohne schlechten Erfahrungen, mit der man mit gutem Gefühl trinken kann, da ist?
Ist das normal?
Für sein Leben mit alk und mit der Freundin, die seine Interessen teilt, kann ich nicht... aber sich von den Kindern zurück ziehen? Morgen ist der Vatertag... da trifft sich nur der Ältester mit Ihm.. vielleicht. Das war vor zwei Jahren UNDENKBAR.
Letztes Jahr sagten sie alle, wir fahren am Vatertag zu Papa, und dann stehen sie um 11 Uhr vor meiner Tür und sagen Papa sagte er hat keine Zeit, wir kommen zu Dir.

Klar, ich kann so ein Glück nicht für wahre Münze nehmen, aber wenn doch? dann habe ich mein Leben lang die "Lüge" gelebt?
ich weigere mich das zu glauben

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 29.05.2019, 20:48

[quote] in dem du in dich gehst und dich fragst, was dir wichtig ist in deinem Leben. Was hast du schon immer gerne gemacht? Hast du Hobbies? Wie steht es um deine Freunde? Machst du gerne Sport? Kochst du gerne? Verstehst du was ich meine? Es ist wichtig dass du dich auf dich selbst fokussierst und anfängst dich für dich selbst zu interessieren,
[/quote]
Ich danke Dir, das ist wichtig, zu wissen, was einer selbst ist.
Weil alles was du angesprochen hast, Freunde, Kochen (hab sehr viel Spaß daran, für die Familie oder Freunde) Sport (gehe mit den Kindern mal in die Kletterhalle) , Ausflüge, alles machte für mich immer viel Sinn, aber nicht alleine.
Jetzt macht nichts einen Sinn...nicht mal das, was immer da war und Spaß gemacht hat!!!!!
wenn der Jüngster mit dem Schachbrett ankommt, überwinde ich mich und spiele ne Runde... Wenn die Tochter beim Serien gucken ihr Kopf auf mich legt, streichele ich Sie. Und sage mir Mein Gott, ich muss mich doch jetzt so glücklich schätzen! Das ist es , was ich immer haben wollte. die große Familie, Zusammenhalten, Spiele spielen, viel reden.
Was ist dem passiert, war das alles nicht für mich? War das alles für mein Exmann? Nein, kann nicht sein, oder doch?

Habe keine Angst alleine, wenn ich, wenn auch selten, doch alleine bin, lese und schreibe...
habe mein Tagebuch von 2008 vor Kurzem gelesen.
Da war es , schon damals... XY das... XY dies... aber auch viel Gutes dabei.
Habe extra mein Tagebuch rausgeholt, weil meine Freundinnen meinen das ist "Rosarückblickbrille", die ich jetzt anhabe.
so einfach ist doch alles nicht.

aber ja, das "Leben für sich" muss gelernt sein, wie alles andere.

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