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Jetzt will ich es schaffen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von Star » 01.06.2019, 20:46

Hallo,
ich bi nun freigeschaltet und stelle mein Vorstellung bericht mal hier rein
Ich bin 55 Jahre alt und Alkoholikerin. Heute ist mein sechster Tag ohne Alkohol. ich habe seit den 27.05.19 nicht mehr getrunken. Bis auf ein paar
Schweißausbrüchen geht es mir körperlich gut. Ich hatte diese Woche Urlaub und eigentlich geplant, in Ruhe zu trinken und zwar ohne Limit.
Was mich abgehalten hat ich weiß es nicht so genau. Ich wollte einfach was von meinem Urlaub haben und mein Leben zurück und nicht immer
im Dämmerschlaf die Tage verbringen.

Mein Konsum war zum Schluß 1-2 Bier jeden Tag unter der Woche und drei Flaschen Wein am Wochenende wobei der Sonntag schon zum ausnüchtern gebraucht wurde. Es folgte immer eine schlaflose Nacht zum Montag.

Ich lese hier schon seit Monaten still im Forum mit, am Anfang habe ich im Co-Bereich gelesen und bin dann bei den Alkoholikern gelandet. Nun habe ich den Mut gefasst hier zu schreiben.

Im Jahr 2009 habe ich eine LZT gemacht, die 16 Wochen dauerte. Dann war ich 2 Jahre trocken, die Zeit hat mir gut gefallen. 2009 habe ich dann auch meinen Partner kennengelernt, der ein nasser Alkohliker war und ich wurde Co-Abhängig. Es kam wie es kommen musste ich wurde rückfällig. Ich dachte ich könnte kontroliert trinken. Ging auch eine Zeitlang gut bis es immer mehr wurde. Nun ja im Jahr 2017 habe ich mich von meinem Freund getrennt wo ich 2 Jahre für brauchte aber es war meine Grenze erreicht. Obwohl ich ihn noch liebte waren mir die Trinkpausen von ihm zu kurz 2018 ist er an seinem Alkoholkonsum gestorben. Als Freund und Gespächspartner fehlt er mir sehr. Danach habe ich täglich 1 bis 1,5 Flaschen Wein täglich getrunken. Bis ich von einer Arbeitskollegin angesprochen wurde, ob ich trinke, ich würde nach Alkohol riechen. Das war mir super peinlich. Also reduziete ich unter der Woche meinem Konsum bis zum Wochenende. Eine neue Trinkpause machte ich Anfang des Jahres weil meine Leberwerte so schlecht waren. Diese dauerte nur 3 Wochen.

Danach ging es weiter mit dem Trinken. Eine erneute Untersuchung der Leberwerte ergab, das diese natürlich immer noch erhöht sind. Es war mir egal ich wollte auf mein Feierabendbier und mein Weinwochenende nicht verzichten.

Bis zum 27.05.19 ich bin aufgestanden und habe mir gedacht heute trinkst du nicht. Ich halte micch seit dem an die 24 Stundenregel und es klappt sehr gut habe jetzt 2 mal das Angebot ein Bier zu trinken erfolgreich ausgeschlagen. Mein Haushalt ist Alkoholfrei das Leergut entsorgt.

Ich erhoffe mir hier Hilfe als SHG und eien regen Austausch.

Ich danke euch fürs lesen und hoffe auf ein paar Rückmeldungen
LG Andrea

Linde66
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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von Linde66 » 02.06.2019, 08:01

Hallo Andrea!

Herzlich Willkommen hier im Forum.
Dein Thread war doppelt. Damit es übersichtlich bleibt, haben wir den doppelten Thread rausgenommen, also nicht wundern.

Ich glaube, wenn man endlich so weit ist, daß man sein Leben zurück will, daß man es auch schaffen kann. Ich kenne das von mir von anderen Themen. Auf einmal, wenn es innendrin klick gemacht hat, dann kommt man in Kontakt mit seiner Kraft und kann endlich Dinge in die Hand nehmen und verändern. Das war bei mir zäh und gegen innere Widerstände, die mich in dem alten, gewohnten Sumpf belassen wollten. Aber dann bin ich drangeblieben und in Minischritten weiter...

Was hast du für heute geplant? Ist Sonntag ein schwieriger Tag?
LG, Linde

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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von Star » 02.06.2019, 09:38

Hallo Linde,

vielen Dank für deine Antwort. Ich habe schon viel von dir gelesen.
Der Sonntag ist für mich nicht so schwierig, weil ich diesen, wenn der Wein alle war, ich diesen zum ausnüchtern gebraucht habe. Am schlimmsten war die Nacht auf Montag Beklemmung, Schlaflosigkeit und Schweißausbrüche. Ich hoffe diese Nacht wird gut.

Für heute geplant habe ich einen ausgiebigen Spaziergang mit Hund, die kam auch viel zu kurz, wenn ich am trinken war und dann werde ich mich mit meinem Buch auf den Balkon setzen und das schöne Wetter genießen.

Die Urlaubswoche hat viel mehr Gefahren gehabt, weil dies Zeiten waren, wo ich schon morgens getrunken habe. Aber ich habe die Woche gut geschafft und mir jeden Morgen gesagt heute trinkkst du nicht. Das hat gut geklappt, obwohl Montag ein schwieriger Tag war. Ein kleiner Teufel sagte eigentlich kannst du auch aufhören, wenn du wieder am arbeiten bist, du bist durchs arbeiten ja schon gut beschäftigt. Dann habe ich,mir ins Bewusstsein gerufen , wie das endet halb schlafend auf der Couch und wieder nichts geregelt kriegen. Geregelt habe ich diese Woche auch nicht viel, müsste wirklich viel im Haushalt tun aber ich habe mir jeden Tag eine Aufgabe gestellt, die ich dann erledigt habe. Immer kleine Schritte, das habe ich hingekriegt und war dann mächtig stolz. Auch habe ich hier im Forum viel gelesen, die Zeit habe ich mir genommen, auch wenn im Haushalt dadurch viel liegengeblieben ist. Nun das läuft mir ja nicht weg leider.

Was mir aufgefallen in dieser Woche ist, das ich sehr viel Durst habe, hattet ihr das auch? Ich trinke ganz viel Traubenschorle. Zum Glück habe ich einen Sprudelautomat sonst käme ich mit den Wassernachschub gar nicht nach. Ich habe immer ein Glas voll stehen.

Im Moment freue ich mich über meine neugewonnene Unabhängigkeit ich kann jederzeit Autofahren brauche mich nicht zu schämen über meine Fahne, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin und jemanden treffe. Kann mich wieder mit meiner Freundin verabreden ohne schlechtes Gewissen. Sie hat sich schon zurückgezogen, weil ich am trinken war . Diese Woche konnten wir spazieren gehen und ich glaube sie hat regestiert , dass ich nicht trinke. Sie hat mich damals auf meiner LZT sehr unterstüzt war war sehr entäuscht über meinen Rückfall.

Außerdem habe ich mir zurückgerufen, wie es damals war, als ich 2 Jahre trocken war. Ich war so glücklich über meine Unabhängigkeit und Freiheit. Zu der Zeit habe ich auch alles geregelt bekommen. Aber ich wurde unvorsichtig.

So das wars jetzt erstmal ich bin froh, dass ich dieses Forum gefunden habe und den Mut gefunden habe, hier endlich zu schreiben. Ich freue mich über den Austausch hier.

lg Andrea

Carl Friedrich
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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von Carl Friedrich » 02.06.2019, 21:31

Star hat geschrieben:
01.06.2019, 20:46

Bis zum 27.05.19 ich bin aufgestanden und habe mir gedacht heute trinkst du nicht. Ich halte mich seit dem an die 24 Stundenregel und es klappt sehr gut habe jetzt 2 mal das Angebot ein Bier zu trinken erfolgreich ausgeschlagen.
Hallo!

Die 24 Stunden Regel halte ich gerade für Einsteiger für ausgesprochen gut. So kommt dann Tag zu Tag, Woche zu Woche .... Sie ist viel überschaubarer als zu sagen, ich trinke nie wieder.

Was mich an deinem Beitrag stört ist, weshalb konnte man dir in so kurzer Zeit überhaupt gleich 2x was zu trinken anbieten? In welchen Kreisen verkehrst Du denn? Mir wird fast nie was angeboten.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur raten, alkoholtrinkenden Menschen anfangs so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen, bis eine eigene gewisse Grundfestigung eingetreten ist. Ich nenne es Risikominimierung. Was nützt der eigene alkoholfreie Haushalt, wenn einem ruck-zuck was angeboten wird, sobald man das Heim verlässt. In dem Bereich sehe ich bei dir Verbesserungsbedarf.

Gruß
Carl Friedrich

iwona-w
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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von iwona-w » 08.06.2019, 14:12

Ich habe mich im Suchtberatung Stele angemeldet . Und dann Motivation Grupe besucht und geschprache mit Suchtberater ......alleine ist schwer .....besser Hilfe holen .....

Karsten
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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von Karsten » 14.06.2019, 15:36

Hallo,

wie geht es dir jetzt?
Bist du weiter auf dem trockenen Weg?

Gruß
Karsten

coffee-man
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Re: Jetzt will ich es schaffen

Beitrag von coffee-man » 15.06.2019, 19:38

Hallo Andrea,

erstmal finde ich es super dass du es "wieder angehst".

Zwei Punkte in deiner Schilderung geben mir aber direkt zu denken...

1. 16 Wochen LZT, danach zwei Jahre abstinent.
Was hast du in den zwei Jahren unternommen um stabil zu sein?
Bei mir hat sich während der Therapie z.b. der Freundeskreis geändert. Somit habe ich ein fast komplett Alkoholfreies Umfeld. Mir persönlich hilft das.Unter anderem wenn man mal weggeht. Auf unserem Tisch stehen nur alkoholfreie Getränke, so dass mir die Nebentische mittlerweile nichts mehr ausmachen.

2. " 2009 habe ich dann auch meinen Partner kennengelernt, der ein nasser Alkohliker war und ich wurde Co-Abhängig. Es kam wie es kommen musste"
Sorry, aber dieser Satz klingt mir persönlich zu einfach in der Erklärung. Co? Wie es kommen musste?
Ich glaube dass jeder von uns seine ganz eigenen Trinkmotive und somit sein ureigenes Verhaltesnmuster hat. Dies gilt es zu erkennen um sich bewußt zu werden warum man getrunken hat und überhaupt eine Chance hat ein anderes Verhalten zu lernen.

Würde mcih freuen wieder von dir zu lesen.
Lieben Gruß

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