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Ich denke über eine Trennung nach

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Milena8888
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Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von Milena8888 » 25.06.2019, 21:15

Hallo, ich würde gerne etwas über den Verlauf meines Freundes der Alkoholiker ist berichten und auch Erfahrungen austauschen. Mir geht es aktuell wirklich nicht gut und ich denke über eine Trennung nach. Gleichzeitig fällt mir die Trennung auch total schwer...
Nun gut ich fange mal an:
Kennengelernt habe ich meinen Freund vor 2,5 Jahren.... anfangs habe ich nicht gemerkt das er ein Alkoholproblem hat. Schätzungsweise nach 1 Monat sind mir da immer mehr dinge aufgefallen. Damals hab ich es sogar einfach hingenommen , bis es mir dann doch zu viel wurde und wir uns getrennt haben im Jahr 2018. 4 Monate später hatten wir wieder Kontakt und er versprach mir sich mit dem Trinkverhalten zu bessern.
Sein Trinkverhalten sieht übrigens so aus: Er ist ein Quartaltrinker , er schafft es alle 3 , auch mal 4 Wochen nichts zu trinken, wenn er dann trinkt dann besäuft er sich 2 bis 3 Tage zu, sein wesen verändert sich, er wird zu einem Kleinen Kind und man selbst zum Babysitter. Er ist teilweise auch Aggressiv. Ich kann ihn oft schwer einschätzen und versuche ihm möglichst aus dem Weg zu gehen. Wenn er am ausnüchtern ist, bekommt er oft Angstzustände und Depressionen, dagegen nimmt er ab und an - edit, Medikamentenname entfernt, Linde - ....
Er sagt dann auch immer das er jetzt nichts mehr trinkt , das wars jetzt er will das selbst nicht mehr.... tja... nach spätestens 4 Wochen sah das dann schon wieder anders aus. Oftmals kann er wenn er weis er muss am nächsten Tag Arbeiten, aufhören zu trinken. Dennoch hatte er auch schon öfters Fehltage , weil er einfach nicht fähig war vom ausnüchtern her arbeiten zu gehen. in der Arbeit ist es aufjedenfall schon aufällig geworden. Jedenfalls als wir nach den 4 Monaten wieder versucht haben eine Beziehung zu starten, hatte ich wirklich das gefühl er ändert sich …. es tut sich was ! Er hat es geschafft 2 bis 3 Monate nicht durchzutrinken, klar hat er mal was getrunken ein Abend , aber er hat am nächsten Tag nicht weiter getrunken. Es war sogar mal eine kurze zeit, in der ich empfande das Alkohol gerade kein Problem mehr zwischen und sei. da waren dann natürlich auch irgendwann die Gedanken, das eine Zukunft mit ihm vll doch klappen könne, er will mich unbedingt heiraten und eine Familie gründen, ich war eigl auch dafür.... bis vor kurzem!

wir hatten im Januar eine Abmachung das er 1x im Monat ausgehen kann , er solle aber das bei behalten das er nicht weiter trinkt... hat wie geschildert gut geklappt. Nun war jetzt im Mai eine reise nach Florida , ich habe ihn gebeten das er dort bitte nicht eskalieren soll, er muss dort voll und ganz da sein, da wir viel mit dem Auto bereisen wollten. Er gab mir das Versprechen... kurz gesagt hat ers aber gebrochen, nach 1 Woche hat er erstmal 2 Tage getrunken.... es war ein schlimmes gefühl für mich im fremden land mit einem betrunken menschen zu sein, ich habe mich wirklich hilflos gefühlt.... 2 Tage vor abreise war geplant das wir ne längere strecke fahren müssen , weil wir von einem anderen flughafen abfliegen sollten. er kam mir dann an dem Abend davor damit das er noch kurz ein Bier trinkt und dann zu mir hoch kommt ins Hotel Zimmer... ja nichts war... letztendlich war ich 2 ganze Tage allein … er war wie verschollen. ich war total hilfos , wusste nicht was ich tun sollte...da wir ja auch keine zeit mehr hatten den Rückflug anzutreten von der zeit her.... ich hab also versucht von den USA nach Deutschland zu telefonieren das meine Familie mir dort einen Rückflug bucht … und ich eben alleine abreise aber das ganze hat mir einfach so unheimlich viel angst gemacht. 1 Tag vor abreise kam er dann auf die Idee sich auszunüchtern und wir mussten eine Umbuchung mit dem Flug machen, weil der andere einfach zeitlich nicht mehr zu erreichen war, glaubt mir dieses gefühl war einfach nur so so schlimm , diese 2 tage im unwissen zu sein.... das war bisher wirklich das schlimmste was er mir je angetan hat vom gefühl her... ich habe den flug über viel nachgedacht das ich mich trennen werde usw. achja und er hat mir im Besoffenen Zustand einen Heiratsantrag gemacht , den hab ich natürlich abgelehnt. Er hatte den ring im koffer also es war wirklich ein geplanter antrag im Urlaub, aber besoffen? Nein Danke.

Als wir vom Urlaub zu hause waren haben wir über die sache im Florida Urlaub gesprochen, jeden abend sassen wir stunden da ohne wirklich auf einen Nenner zu kommen, ich bat ihn , eine Therapie zu machen oder irgendwas das ich sehe es ändert sich etwas, das ich einfach nicht mehr kann. Er sagte zu mir er verspricht mir das er mal zu den anonymen Alkoholiker gehen wird. Ja nach 3 Tage Rücksprache mit ihm, war seine Meinung wieder das er das nicht bräuchte, er schäme sich zu sehr, er wird's auch so schaffen....

Ich sagte zu ihm das ich von ihm verlange das er wieder versucht 3 Monate am stück nicht durchzutrinken, wenn er das bis Herbst nicht gebacken bekommt, ich mich von ihm trenne. Er sagte das er das verstehen kann und die sache war erstmal abgehackt...
Das ganze ist jetzt genau 2 Wochen her.... Gestern meinte er zu mir er müsse Arbeiten (Nachtdienst) , er schrieb mir sogar noch um 21 Uhr das er jetzt los fahre... ich kenne ihn sehr gut und habe an seinem schreiben sofort bemerkt das er Lügt, sein freund der bei ihm war rief mich dann auch an, und sagte mir das er gelogen hätte er muss nicht arbeiten und würde im Garten bei ihm sitzen und wäre schon total Betrunken.... ich war fassungslos... soweit ist es also schon? das er mich anlügen muss für den Alkohol ? Nach dem das vor 2 Wochen erst alles im Urlaub war und ich da schon eine Trennung ausgesprochen hatte? der Freund meinte, er würde sich um ihn kümmern aber das er unbedingt was machen muss bzgl. dem Alk. er wird aufjedenfall nochmal mit ihm sprechen und auch mein freund hätte ich suff gesagt das er in therpie muss... komischerweise wenn er nüchtern ist , sieht er das anders.
Heute morgen bekam ich eine SMS von meinem freund , ich fand diese SMS sogar ziemlich frech , er hatte ja bei diesem freund geschlafen und mein freund schrieb mir dann, das es ihm leid tut aber das er es gerade ernst meint und nicht mehr weiter trinkt, das es ihm gut geht ! ich hab darauf nicht reagiert. Keine Anrufe abgenommen oder irgendwas. Er hat sich dann auch nach dieser SMS die um 11Uhr gekommen ist gar nicht mehr gemeldet … also lässt mich das versichern das er weiter trinkt, also ist diese SMS wieder eine weitere Lüge....! Ich bin gespannt wann er sich ausnüchtert , er hat die Tage frei, am FR hat er Geburtstag wo er meine gesamte Familie eingeladen hat, ich schäme mich wirklich dafür das absagen zu müssen weil er mal wieder nicht fit genug dafür ist, außerdem geht er ab SA für 1 Woche nach München auf ein Bildungsseminar , natürlich wird da auch Alkohol fliesen, ich weis ich hatte zu ihm gesagt das ich ihm die Chance etwas zu ändern bis Herbst gebe, ich hätte auch nie damit gerechnet das nach dem heftigen Vorfall im Urlaub er nach 2 Wochen gleich wieder an der flasche hängt …. so extrem ist es vom abstand noch nie eskaliert …. und ich denke die ganze zeit darüber nach mich nach seiner München Reise zu trennen, gleichzeitig liebe ich ihn natürlich auch und weis was für ein lieber mensch er nüchtern ist …. und das er es wirklich mal über langen zeit raum geschafft hat. ich weis einfach nicht mehr was ich tun soll... ich liebe und hasse ihn gleichzeitig. Ich weis auch absolut nicht wie ich reagieren soll wenn er die tage dann zu mir kommt, er wohnt ja bei mir... ! Bekannte raten natürlich alle ich muss die Konsequenz ziehen , und mich trennen, aber es fällt mir nicht leicht! Ihr kennt das doch alle oder nicht? Ich weis nicht... aber kann ich die Hoffnung aufgeben das sich überhaupt in der Zukunft was ändern wird? Ich würde nicht behaupten das ich CO Abhängig bin aber ich bin emotional abhängig von ihm, ich will nicht ohne ihn sein (natürlich nüchtern) weil wir so wirklich eine so schöne zeit haben... aber dann kommen diese dunklen tage und die zerfressen mich immer mehr und mehr, ich weis auch nicht wie lange ich dem ganzen stand halten kann, ich hab selbst keine Meinung mehr dazu ich weis einfach nicht wie ich die sache angehen soll .

Linde66
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Re: Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von Linde66 » 25.06.2019, 22:36

Hallo Milena,
herzlich Willkommen hier bei uns im Angehörigenbereich! Nicht wundern, ich habe den Medikamentennamen entfernt, das machen wir immer.

Hm, du hast da ja eine ganz schreckliche Beziehung. :? Das ist ja ein einziger Krampf auf deine Kosten. Ich würde glaube ich nicht mehr bis zum Herbst warten. Warum auch, er hat ja bewiesen, daß er null Interesse hat, ein trockenes Leben zu leben. Aber ich weiß, daß wenn man in der Situation drinsteckt, es anders aussieht als von außen betrachtet. Gut daß du deinem Instinkt vertraut hast und Nein zum Heiratsantrag gesagt hast. Nee, die peinliche USA-Null-Nummer kann er wohl eher nicht mehr gut machen. :roll:

Wie hast du vorher gelebt? also vor der Beziehung mit ihm? Schon komisch, wie man manchmal in Situationen reingerät. Aber vertrau dir. Wenn du dein Wohlergehen davon abhängig machst, wie er sich entscheidet, dann steht dir vielleicht ein langer Leidensweg bevor.
Es geht ja nicht nur ums Aufhören wollen, sondern um Entgiftung, Lebensumstellung, anderer Freundeskreis, andere Hobbies, Selbthilfegruppe, Nachsorge... Trockenwerden und langfristig Trockenbleiben ist eine Großbaustelle. Und wenn er nicht will, dann will er nicht. Dann kannst nur du selber schauen, wie lange du das Theater noch mitmachst.

Lieber Gruß, Linde

Milena8888
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Re: Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von Milena8888 » 26.06.2019, 08:37

Danke für das Wilkommen heißen.
Davor war ich mit einem Narzissten 6 Jahre lang zusammen, der hat mich soweit gebracht das ich eine Therpie beantragen musste, kurz darauf 2 Monate später habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt.
Als wir 4 Monate getrennt waren, letztes Jahr ging es mir soweit ganz gut, klar hat er mir gefehlt aber eben nur der Nüchterne....
Bin gerade auf der Arbeit und ich merke das es mir psychisch ganz mies geht, kann mich kaum konzentrieren.
Morgen hat er Geburtstag und er hängt immer noch bei diesem Freund rum, dabei hat er für morgen, MEINE ganze Familie zum Essen eingeladen. Ich habe ihm gerade eine sachliche Nachricht geschrieben, das wenn er es nicht schafft bis heute Abend zurück zu kommen, ich meiner Familie für morgen absagen werde und das ich ihn darum bitte das er seinen Geburtstag auch dann wo anders feiern soll. Ich kann nicht an seinem Geburtstag so tun als wäre alles in Ordnung. Für mich ist es auch irgendwie ein Zeichen wenn er heute Abend nicht kommt, das ich die Beziehung beenden muss, er lässt mir ja keine andere Wahl. Ich hab genug gewartet , gehofft.... ich will nicht das SEIN Problem zu meinem wird. Ich habe ihm Unterstützung angeboten aber scheinbar nimmt er mich auch nicht ernst, ich habe auch zu oft gesagt und gedroht "Ich Gehe "! letzendlich bin ich geblieben , und deshalb nimmt er mich auch nicht ernst. Aber diesmal .... bin ich an einem Punkt, wo es mir psychisch gesehen wirklich Mies geht und ich auch einfach nicht mehr WILL und KANN.

Linde66
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Re: Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von Linde66 » 26.06.2019, 09:13

ich will nicht das SEIN Problem zu meinem wird
Hallo Milena,
das ist genau der Punkt.
ich habe auch zu oft gesagt und gedroht "Ich Gehe "
Wenn so eine Ansage keine Konsequenzen hat, dann merkt ein Alkoholiker mit der Zeit, daß er bei der Partnerin nur paar Knöpfchen drücken muß und die knickt ein.

Bei dir ist es zum Glück umgekehrt, du mußt ja nicht gehen. Es ist deine Wohnung und er kann bei seinen Freunden unterkommen. Und du kannst jetzt schon die Freitagsveranstaltung absagen. Es sind ja DEINE Verwandten. Nimms selber in die Hand, dann gehts dir besser.

Lieber Gruß, Linde

Cadda
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Re: Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von Cadda » 26.06.2019, 10:46

Hallo Milena,

worauf wartest Du? Was genau veranlasst Dich zum Bleiben, selbst wenn er heute nüchtern nach Hause kommen sollte? Reicht Dir das nicht, was im Urlaub passiert ist? Und was ist, wenn er wirklich mal schafft, 3 Monate nicht zu trinken? Dann ist es ok?

Was ich damit sagen will: Das Kind ist doch schon längst in den Brunnen gefallen. Er ist Alkoholiker und wird das auch nicht ändern, denn er zeigt keine Einsicht. Und glaub mir, selbst WENN er Einsicht zeigen würde, bedeutet das auch noch lange nichts. Worte zählen bei einem Alkoholiker nicht. Nur Taten. Und ich finde, was er Dir alles angetan hat, ist nicht mehr rückgängig zu machen und vermutlich würde das sogar noch zwischen Euch stehen, selbst WENN er wirklich aufhören sollte, zu Trinken. Darauf zu hoffen, ist aber doch nun wirklich vergebene Zeit. Schau doch, wie er sich verhält! Wie gesagt, selbst WENN er nach Hause kommt heute. Dann ist es nächstes Mal was anderes, das Dich verzweifeln lässt.

Was zählt es denn, dass er nüchtern toll ist? Betrunken ist er es nicht. Also ist das Andere hinfällig, denn er trinkt ja überwiegend. Du befindest Dich mit ihm gemeinsam in der Abwärtsspirale. Steig aus. Worauf wartest Du?

Ich weiß, es liest sich leichter als getan. Aber glaub mir. Wenn Du es erstmal gepackt hast, und der Liebeskummer überstanden ist, fragst Du Dich, weshalb Du so viel Zeit vergeudet hast.

FreeWell
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Re: Ich denke über eine Trennung nach

Beitrag von FreeWell » 26.06.2019, 12:45

Hallo Milena,

auch von mir ein herzliches Willkommen beim Aufwachen aus der Abwärtsspirale ! :D

Ich bin hier auch noch nicht so lange dabei und ich bin die letzte, der es zusteht, hier aus Erfahrung sprechen zu wollen. Aber ein Satz von dir hat bei mir die Alarmglocken klingeln lassen:
Ich würde nicht behaupten das ich CO Abhängig bin aber ich bin emotional abhängig von ihm, ich will nicht ohne ihn sein (natürlich nüchtern) weil wir so wirklich eine so schöne zeit haben... aber dann kommen diese dunklen tage und die zerfressen mich immer mehr und mehr, ich weis auch nicht wie lange ich dem ganzen stand halten kann, ich hab selbst keine Meinung mehr dazu ich weis einfach nicht wie ich die sache angehen soll .
Liebe Milena, in einem weiteren Beitrag schreibst du, dass du vorher mit einem Narzissten zusammen warst und er dich dazu gebracht hat, dass du eine Therapie anfangen musstest ... bist du dir wirklich sicher, dass du nicht das typische Verhalten einer CO in dir hast ? Ich weiß, wie schwer es ist, das für sich selbst zu erkennen. Ich habe eine Ehe mit drei Kleinkindern verlassen, weil es nicht mehr ging, war 16 Jahre alleinerziehend, um nicht wieder den gleichen Fehler zu machen, habe Therapien gemacht ... und habe wieder jemanden kennen gelernt, als meine jüngste 16 Jahre alt war. Wir sind zusammen gezogen ... und ich bin nach drei Jahren dieser Beziehung hier im Forum gelandet, da ich mir einen extremen Narzissten und gleichzeitig Extrem-Alkoholiker ausgesucht hatte !!! Hier hat man mir geraten, so schnell wie möglich zu gehen und nicht zurück zu schauen. Gerne kannst du ja meinen Beitrag mal lesen ... ich habe sehr gekämpft mit Gefühlen und es letztendlich geschafft auszuziehen und auch erst stundenweise, dann tageweise und nun dauerhaft in meiner Wohnung zu bleiben.

Fühle bitte in dich hinein. CO zu sein heißt, das Wohl des anderen zuerst zu sehen. Man selbst ist ja sooo leidensfähig und kann so toll alles aushalten. Ist ja alles nicht so schlimm. Wenn er nur die und die Regeln einhält, dann ist alles ERTRÄGLICH. Also, erstes halten Alkoholiker keine Regeln ein. Sie kehren sich einen feuchten Kehricht um Regeln. Die Sucht ist einfach stärker. Da gibt es keinen starken Willen und KEIN DENKEN an die leidende Partnerin ! Die Partnerin ist ja schließlich gesund und hat das auszuhalten. Es ist doch alles ganz normal, oder ?

Zweitens werden Alkoholiker sich erst ändern, wenn eine unerträgliche Schmerzgrenze überschritten ist. Wo die liegt, entscheidet wohl jeder Alk selbst. Bei meinem Partner haben wir uns gefragt, ob es diese Grenze überhaupt gibt ...

Liebe Milena, horche in dich rein und frage dich, was dir gut tut. Mache nur das und jedes Mal, wenn du etwas machen willst, frage dich, ob es die Sucht zu helfen von dir verlangt oder ob es dein tiefster Wille ist, etwas zu tun, weil es dir gut tut. Nicht zu helfen bedeutet ENTZUG !! Und ich sage dir, Entzug von CO ist genauso schwer auszuhalten, wie der Entzug eines Alks. Auch wir CO's haben möglicherweise extremen Entzug und keine Ärzte, Krankenhäuser und Mittelchen, die uns dabei helfen, es auszuhalten. Im Gegenteil, wir bekommen noch Gegenwind: Was ist plötzlich mit dir los ? Warum reagierst du nicht wie immer ? Bist du krank ? Glaube mir, ich habe zum Teil Kreise gelaufen in meiner Wohnung und mich gezwungen, nicht vor die Türe zu gehen, um ja nicht zu meinem Partner zu fahren ... ich habe viel geweint und mit der Zeit wich der Entzug einer Wut über mich selbst, warum ich soviel Lebenszeit damit verbracht habe, einem Alk seine Saufzeiten zu erleichtern und zu ermöglichen.

Mit welchem Recht muss eine CO das machen ? Warum ? Es ist keine Liebe, das zu ertragen, es ist die eigene Sucht zu helfen ! Lieben heißt geben, aber es ist ein gegenseitiges Geben und wenn es nicht ausgewogen ist, dann blutet einer aus und der andere versumpft trotzdem.

Milena, fühle bitte in dich rein, ob es mit deinen tiefsten Wünschen überein stimmt, deinem Freund weiter sein Alk-Leben zu ermöglichen. Oder willst du dich einfach mal wieder gut fühlen, mal wieder herzlich lachen und dich frei fühlen ? Ich wollte es und bei mir fängt es 5 Monaten nach meinem Auszug langsam an,dass ich eigene Pläne habe und manchmal wieder Freude empfinden kann. Echte Freude über etwas, was nichts mit helfen zu tun hat !:-)

Weißt du, "witzigerweise" hat mein Partner es irgendwie akzeptiert, dass ich ausgezogen bin. Auf einmal sucht er sich eine Anstellung, einen Freundeskreis, in dem nicht getrunken wird und ist sportlich extrem aktiv. Er hilft den Nachbarn im Garten und hört auf, an mir zu ziehen. Wir telefonieren mittlerweile 1-2 mal die Woche und wir lachen miteinander und haben wirklich entspannte Gespräche. Aber dennoch, immer wenn er versucht, mich zu überreden, etwas für ihn zu tun, lehne ich ruhig aber bestimmt ab. Er akzeptiert es sofort und findet seinen Weg. Er sagt von sich selbst, dass er sich stabilisieren muss und dass das noch lange dauern wird. Aber es fragt neuerdings, wie es mir geht und ruft manchmal nur an, um mir einen guten Tag zu wünschen. So kenne ich ihn gar nicht. Aber es fühlt sich gut an. Ich habe wirklich nicht vor, wieder zu ihm zu ziehen. Das ist vorbei. Aber wer weiß, ob man wie bei einem anderen Fall hier, eine Freundschaft weiter halten kann ? Wir werden sehen.

Liebe Milena, ich wünsche dir Kraft und Ehrlichkeit zu dir selbst. Dann wirst du deinen dir gut tuenden Weg finden !

Fühl dich gedrückt, sonnige Grüße von
FreeWell

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