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Zurück, vor den Anfang!

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

John Umkehrer
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von John Umkehrer » 05.08.2019, 17:02

Hallo und guten Tag,

heute bin ich seit 10 Tagen ohne Alkohol unterwegs. Es geht mir ziemlich gut, obwohl ich am Wochenende etwas mit Sodbrennen zu tun hatte.
Normal war das eigentlich immer kurz nach dem Trinken. Am Samstag hatte ich Kopfschmerzen da ich vergessen hatte genug Wasser zu trinken.
Das war aber nach reichlich Flüssigkeitszufuhr dann schnell behoben.
Gar nicht so leicht an alles zu denken. Freitag hatte ich die ersten "Probleme" mit meinem besten Kollegen. Mein Kollege wollte mit mir ein Feierabend Bier trinken. Ich habe als offizielle Version erst einmal Magenprobleme angeführt, da ich aber ein schlechter Lügner bin wollte mir mein Kollege das nicht abnehmen. Er dachte ich hätte Stress mit meiner Frau wegen dem Bier auf der Arbeit. Ich blieb natürlich Standhaft aber eine Dauerlösung ist das nicht. Muss mal überlegen was ich hier auf der Arbeit mache.
Vielleicht warte ich auch mit der Entscheidung bis ich in einer realen Gruppe über diese Problematik gesprochen habe.
Ansonsten bin ich immer noch extrem Müde, ich hatte in den Phasen wo ich mal weniger getrunken habe immer diese Müdigkeit, aber ich hätte gedacht das man nach 10 Tagen mal irgendwann ausgeschlafen ist.
Ja wenn ich mal nicht grad einschlafe lese ich mein neues Buch ALK weiter und bilde mich in diesem Punkt erst einmal auf minimal Wissen.
Am Samstag und Sonntag war ich mit Frau und unseren Hunden unterwegs, ich habe da echt Glück, bei diesem Hobby gibt es so gut wie keinen Alkohol. Da alle irgendwie immer am Ende der Veranstaltung nach Hause fahren müssen. Früher habe ich da am Ende noch schnell ein Radler gekippt.
Dabei habe ich mich aber schon immer wie ein Alien gefühlt, da ich oft der einzige mit einem alkoholischen Getränk war.
Es gab da auch schon mal verwunderte Fragen, übernachtest du hier? Musst du gar nicht fahren? War mir immer ziemlich unangenehm.
Dieses mal brauchte ich keine Fragen scheuen, allerdings kenne ich mich mit alkoholfreien Getränken kaum aus. Habe dann Bio...de probiert ;-)
War ganz lecker....

@ Carl & Calida78 ich antworte später, muss erstmal los

ich wünsche allen Lesern einen schönen Start in die neue Woche
LG John

Kloane
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von Kloane » 05.08.2019, 21:25

Hallo John,
zuerst mal herzliches Willkommen.
Toll dass du dich zum Alki bekennst und somit den wichtigsten Schritt getan hast.
Es wird immer mal wieder gefährliche Situationen geben doch wenn du weiter so
gut Herr deiner Sinne bist, meisterst du sie.
Das Buch ALK habe ich auch gelesen und es ist ein sehr gutes Buch.

Bei Fragen warum ich nichts trinke ist meine Antwort "jeder Mensch hat eine bestimmte Ration im Leben, meine ist aufgebraucht"

Ich wünsche dir weitere trockene Stunden, Monate, Jahre.

John Umkehrer
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von John Umkehrer » 06.08.2019, 12:05

Guten Morgen,
Carl Friedrich hat geschrieben:
01.08.2019, 16:26

Hallo!

Häufig wird auf 3 Stadien in der Abstinenz hingewiesen:

1.) Zu Beginn darf man nichts trinken.

2.) Später will man nichts trinken.

3.) Zum Schluss braucht man nicht mehr trinken.

Da ist was dran, zumindest für mich.

Gruß
Carl Friedrich
Danke für diese klaren 3.Punkte Carl , dass hört sich für mich sehr schlüssig und der Punkt 3 sehr erstrebenswert an.
Einen ähnlichen Verlauf gab es bei mir vor vielen Jahren beim Thema Rauchen.
Ich habe das Rauchen irgendwann genauso gehasst wie das Trinken jetzt, ich wurde immer von der Sucht gezwungen zu rauchen.
Als Beispiel, wenn ich im Winter gemütlich auf der Couch lag meldete sich plötzlich mein Suchtgedächnis und ich musste raus auf den Balkon um die Sucht zu befriedigen, da ich aber so schnell wie möglich zurück auf meine warme Couch wollte habe ich die Zigarette gefressen, danach war mir dann immer ziemlich übel.
Irgendwann hat es mir gereicht und ich bin zu einer Therapie, die mir super geholfen hat, nach ein paar Jahren war es tatsächlich so als hätte ich nie geraucht.
Ich habe jetzt sogar den gleichen Reflex das Atmen zu stoppen wie ich ihn früher hatte, wenn ich als Kind in die Rauchschwaden meines Vaters gerannt bin.
Punkt 3 war erreicht, ich war(bin) frei und brauche endlich nicht mehr rauchen. Meine Frau hat es auch versucht aber leider nicht geschafft, es tut mir immer unendlich leid wenn ich sehe wie sie rauchen muss und es sich aber selbst als etwas schönes verkauft. :cry:
Die Therapie beinhaltete damals auch eine Hypnose, die bei mir sehr starke Wirkung gezeigt hat.
Ich habe den Therapeut seiner Zeit auf diese krasse Wirkung bei mir angesprochen und er meinte das ca. 15% der Menschen so intensiv auf Hypnose ansprechen und ich mich, sollte ich mal irgendwelche Probleme bekommen immer erkundigen solle ob es in dem Bereich auch eine Therapie mit Hypnose gäbe.
Ich habe den Therapeuten, der auch parallel in einer Suchtklinik tätig ist, vor zwei Jahren angeschrieben weil ich hoffte er könne mir auch bei meinem Alkoholproblem helfen. Er antwortete mir das Hypnose bei Alkohol nicht funktioniert und ich eine Verhaltenstherapie machen müsste.
Ich habe damals gemeint das er sich evtl. irrt und habe trotzdem eine Behandlung mit Hypnose angefangen.
Er hatte Recht.

Es wird einem beim Alkohol also scheinbar mehr aktives Handeln abverlangt als beim Rauchen.
Aber auch da Punkt 3 und die Freiheit zu erreichen, nicht mehr trinken zu müssen ist ja schon ein Ziel für das es lohnt sich ins Zeug zu legen.

LG John

John Umkehrer
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von John Umkehrer » 06.08.2019, 13:31

Calida78 hat geschrieben:
01.08.2019, 17:48
Hallo John!
Dieses Glück hab ich auch gespürt. Mich sicher fühlend in Trockenheit sah ich auch viele Vorteile durch die Krankheit, z.B. dass ich nun viel bewusster lebe. Allerdings gab es zwei Rückfälle bei mir. Da habe ich die Krankheit verflucht. Heute habe ich Respekt und weiß, dass es keine absolute Sicherheit gibt.
Viele Grüße
Calida
Hallo Calida,

auch Dir vielen Dank für deine Antwort. Für mich war in den ersten Tagen das Thema Rückfall ein riesiges Schreckgespenst.
Da halfen mir etwas die Worte der Therapeutin beim ersten Termin. Sie meinte wenn man sich sofort nach einem Rückfall wieder in ärztliche Behandlung begebe sind sie Folgen nicht so gravierend. Zieht man allerdings ein zwei Wochen voll durch ist man ruck zuck wieder am Anfang.
Also habe ich für mich erstmal im Kopf verankert, sollte es mir irgendwann einmal die Füße weghauen muss ich nicht jammern und weiter saufen,
sondern handeln und sofort Hilfe suchen.
Ich hoffe natürlich sehr davon verschont zu bleiben, aber wie Du schon schreibst, es gibt keine Sicherheit. Und ich bin extrem unerfahren was die Gefahren angeht und kann mir wahrscheinlich gar nicht vorstellen wo es mich überall treffen kann. Bis heute habe ich zwar den absoluten Willen nie wieder Alkohol zu konsumieren aber es sind ja noch nicht mal 2 Wochen um.
Dabei fällt mir ein, meine Frau bot mir gestern Abend an, Weißwürste für mich zu machen. Ich überlegte kurz und sagte ihr das ich wahrscheinlich für eine sehr lange Zeit keine Weißwurst mehr essen werde. Bei denen habe ich eine zu starke Verbindung zum Alkohol. Wenn die auf dem Speiseplan standen bin ich sogar extra los und habe mir das passende alkoholische Getränk besorgt. Und da ich gelesen habe durch die sogenannten "Alkoholfreien Varianten werden extrem viele Leute wieder rückfällig habe ich lieber die Weißwürste bis auf weiteres von meinem Teller verbannt.

Herzliche Grüße
John

John Umkehrer
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von John Umkehrer » 06.08.2019, 13:48

Kloane hat geschrieben:
05.08.2019, 21:25
Hallo John,
zuerst mal herzliches Willkommen.
Toll dass du dich zum Alki bekennst und somit den wichtigsten Schritt getan hast.
Es wird immer mal wieder gefährliche Situationen geben doch wenn du weiter so
gut Herr deiner Sinne bist, meisterst du sie.
Das Buch ALK habe ich auch gelesen und es ist ein sehr gutes Buch.

Bei Fragen warum ich nichts trinke ist meine Antwort "jeder Mensch hat eine bestimmte Ration im Leben, meine ist aufgebraucht"

Ich wünsche dir weitere trockene Stunden, Monate, Jahre.
Hallo Kloane,

vielen Dank für Deine Willkommensgrüße.
Ja das Bekenntnis Alki zu sein ist wahrscheinlich der Schritt überhaupt. Ich muss gestehen, daß ich das Namenschild " Alkoholiker " bisher nur zu Hause , beim Arzt , beim Therapeuten und bei Mutti :lol: ausgepackt habe. Sonst trage ich es immer noch schön versteckt unter dem Hemd.
Aber deine Antwort Kloane, die finde ich große Klasse. Darf ich mir die ausleihen? :wink:
Mein Kollege fragte mich Gestern was im Herbst zu meinem 50igsten für eine mega Party steigt? Ich sagte ihm das es gar keine Party geben wird.
Nun aber ein paar Bier werden wir doch trinken, ich antwortete. Ich habe jetzt bis zu meinem 50-igsten Lebensjahr gesoffen.
Ab da ist es vorbei damit! :shock: Dazu hätte Deine Antwort mit der aufgebrauchten Ration natürlich herrlich gepasst.

Kloane, ich wünsche Dir ebenfalls eine glückliche und immer trockene Zeit :D

Cadda
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von Cadda » 06.08.2019, 14:16

Hallo John,

ich finde, Du machst das richtig klasse!! Du hast sehr gute Gedanken zum Thema, das wird Dir ganz sicher helfen!

Weiter so!

John Umkehrer
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Nebenwirkungen

Beitrag von John Umkehrer » 06.08.2019, 14:18

11 Tage 11 Stunden keinen Alkohol

Mein Körper fühlt sich langsam besser an, ich hatte in den letzten Woche durch Hitze, Schlafmangel und Alkohol ziemlich starke
Wasserablagerungen in den Beinen. Das ist schon fast Weg. Auch das Gefühl und der Geschmack im Mund sind besser geworden.
Irgendwie hatte ich in letzter Zeit immer den Eindruck, dass die bakterielle Zusammensetzung im Mund Rachenbereich auch irgendwie aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Meine Haut wirkt wieder aktiver, mein Körper freut sich bestimmt wie Bolle das er jetzt nicht mehr ständig Alkohol verarbeiten muss.
In den ersten Tagen war ich ziemlich schnell gereizt, das hat sich zum Glück gelegt. Aber irgendwie bin ich jetzt kritischer und offener gehe Konflikten im Gespräch nicht mehr aus dem Weg. Das fällt mir aber meistens erst an der Reaktion meines Gegenüber auf.
Hoffentlich entwickle ich mich nicht noch zum Klugscheisser ;-)
Ja und meine Ernährung ist auch wesentlich gesünder geworden, früher habe ich nur zu Abend eine richtige Mahlzeit gegessen, dann gesoffen und am Tag darauf erst zum Mittag irgendwas rein, was so rumlag. Ich hätte mich mal wiegen sollen vor 11 Tagen. :lol:

John Umkehrer
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Re: Zurück, vor den Anfang!

Beitrag von John Umkehrer » 06.08.2019, 15:02

Cadda hat geschrieben:
06.08.2019, 14:16
Hallo John,

ich finde, Du machst das richtig klasse!! Du hast sehr gute Gedanken zum Thema, das wird Dir ganz sicher helfen!

Weiter so!
Dankeschön Cadda, dein Lob bedeutet mir sehr sehr viel.
Man bekommt ja nun mal im realen Leben und aus seinem Umfeld nur von denen Lob die es Wissen.
Und bei denen ist das ja nicht unbedingt eine große Sache.
Meine Frau z.B. ist so drauf, aaach das schaffst du schon. Als ob ich ab Morgen keine Milch mehr trinken wollte.
Aber sie hilft mir auch sehr, sie hat den ganzen Alkohol aus unserem Heim entsorgt und alle meine Bier und Schnapsgläser gleich mit. :!:
:D

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