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Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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derzickzacklaeufer
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Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von derzickzacklaeufer » 27.11.2019, 18:30

Wer kennt das nicht ... man wird enttäuscht, es folgen Entschuldigungen und Versprechungen .... man hofft auf Besserung .... was folgt, Pöbeleien, Beschimpfungen, Erniedrigungen, eben Enttäuschungen :roll:

Ob ich nun sage das ich auf dieses Auf und Ab keine Lust mehr habe oder nicht, es ändert sich nix.

Habe selbst vor 30 Monaten eine Therapie begonnen und bin seitdem trocken. Nüchtern betrachtet eine meiner besten Entscheidungen in meinem Leben. Hatte gehofft das mein Partner mitzieht und auch für sich erkennt, das es ein Leben ohne Alkohol geben kann. Was folgte waren Vorwürfe weil ich zu trinken aufhörte (weil seitdem haben wir ja keinen S** mehr), das Angebot ich dürfte wieder trinken (weil dann hätten wir ja wieder S**) und so weiter und so weiter.

Ich bin an dem Punkt angelangt wo ich keine Kraft mehr habe. Ich bin ausgelaugt, reagiere gereizt und suche Hilfe bei einem Psychotherapeuten. Kurz und knapp, ich bin nach 23 Jahren Beziehung ein psychisches Wrack! Das Ziel, meinen Entschluss ein Leben auf Dauer ohne Alkohol. Selbst wenn es die Trennung bedeutet. Wenn da nicht diese innere Zerreißprobe wäre!

Was ich mir hier erhoffe? Tipps wie Seelenverwandte ggf. selbst mit einer solchen Situation umgegangen sind.

Correns
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Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von Correns » 28.11.2019, 08:50

Hallo ZZL,

23 Jahre Beziehung ist eine lange Zeit. So etwas wirft niemand gerne weg. Insoweit kann ich Deine Zerrissenheit sehr gut nachvollziehen, da ich selbst in einer sehr langen Beziehung lebe. Ich bin mit meiner Frau schon durch viele Täler gegangen, aber zwischen den Tälern gab es auch immer wieder sehr gute Zeiten. Derzeit sind wir weit weg vom nächsten Tal, was mir sehr gut tut.

Bei Deiner Beziehung scheint auch Erpressung eine Rolle zu spielen. Diese Fassette kenne ich bei uns beiden nicht. Es ist gut, dass Du therapeutische Unterstützung hast. Und natürlich ist es auch gut, dass Du schon längere Zeit trocken bist. Eine Ferndiagnose kann ich nicht machen. Aber ich kann Dir empfehlen, die Unterstützung weiter in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist es auch gut über eine psychosomatische Reha nachzudenken.

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg und gute Entscheidungen
Correns

Aurora
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Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von Aurora » 28.11.2019, 12:29

Hallo Zickzacklaeufer,

ja, es ist eine Zerreißprobe, eine Trennung nach 23 Jahren. Bei mir waren es 26 Jahre, als ich endlich gehen konnte.

Einfach ist anders... aaaber, ich merkte immer mehr, wie gut das Leben sein konnte. Ohne diese täglichen Dinge, die das Leben an der Seite eines Abhängigen mit sich bringt. Diese Beschimpfungen, Erniedrigungen, Lügen und so weiter. Diese Angst auch vor dem Nachhausekommen, wie er dann wieder drauf sein wird. Und auch das Gefühl der Ohnmacht und Verantwortung, die ja eigentlich gar nicht meine war.

Auch ich war psychisch und physisch am Ende damals.

Du hast nun auch noch deinen eigenen Weg der Trockenheit zu bewältigen, ich finde es toll, dass du nun diese Zeit schon trocken gelebt hast. 30 Monate! Glückwunsch!

Das ist doch was wichtig ist. Du bist wichtig und dein trockenes Leben. Auch wenn eine Trennung immer Schmerz bedeutet und Trauer, auch wenn es schwer fällt, mit einem nassen Alkoholiker gibt es einfach kein lebenswertes Miteinander. Es ist immer ein Tanz um und mit der Sucht. Und dieser Tanz führt nur abwärts. Für beide...

Es gibt ein lebenswertes Leben danach. Auch wenn es erst mal schwer fällt.

Liebe Grüße
Aurora

derzickzacklaeufer
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Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von derzickzacklaeufer » 28.11.2019, 20:19

Vielen Dank für Eure Kommentare.

@Correns "...Vielleicht ist es auch gut über eine psychosomatische Reha nachzudenken...." hat mir mein Hausarzt auch schon empfohlen :)

@ Aurora "...Diese Angst auch vor dem Nachhausekommen, ... " - dieses Gefühlt habe ich immer mehr und ich nehme schon keinen Urlaub mehr, weil ich keine Lust auf eine gemeinsame Zeit zu Hause habe.

Wenn ich wüsste was mich davon abhält zu gehen, wüsste ich was ich abstellen kann.

Viele Grüße
der ZZL

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