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Wieso macht er das?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Aneli
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Aneli » 16.05.2020, 08:47

Da sich abzeichnet, dass der Erfolg bzgl. Wohnungssuche noch eine Zeitlang auf sich warten lässt, vielleicht noch Wochen oder sogar Monate dauert, brauche ich dringend eine "Bedienungsanleitung" ;-) wie ich bis dahin mit meinem (Noch-)Partner bzw. der Situation hier am besten umgehen kann, damit es wieder etwas erträglicher für mich wird. Habt Ihr Tipps für mich? Wenn ich mich weiterhin so aufreibe, gehe ich bald am Stock. Dann hat sich das mit der Wohnungssuche auch erledigt. Also, wie verhält man sich jetzt am besten? Strategisch klug?

Morgenrot
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Morgenrot » 16.05.2020, 09:34

Hallo Aneli,

warst du schon beim Wohnungsamt, wegen Wohnberechtigungsschein. Dann kannst du dich bei soz. Wohnungsbaugesellschaften in deiner Stadt auf Wartelisten setzen lassen. Das hatte ich damals gemacht. einfach um erst einmal auf einer solchen Liste zu stehen.
Hast du es schon mit einem einfachen Zettel an einem schwarzen Brett in einem Supermarkt versucht?
Ich habe hier auch schon erlebt, das sich jemand vorübergehend in eine Ferienwohnung eingemietet hat.
Wenn ich mich weiterhin so aufreibe, gehe ich bald am Stock.
das kann ich mir shr gut vorstellen, deshalb noch einen Vorschlag wo ich aber nicht weiß, ob der was bringt:
Caritas und diakonisches Werk anrufen, fragen wegen Wohnungssuche. Ich weiß zumindest aus der Region Fulda, das die Caritas da so etwas anbieten

lg Morgenrot

Aneli
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Aneli » 16.05.2020, 09:46

Hallo Morgenrot,
einen Wohnberechtigungsschein habe ich bereits. Für die Wohnungen, welche ich besichtigte, war ein solcher auch notwendig. Und trotzdem wird auch da geschaut, welcher der Bewerber das meiste zu bieten hat. :-( Auf eine Warteliste habe ich mich allerdings noch nicht setzen lassen. Könnte ich also mal machen. An eine Ferienwohnung habe ich auch schon gedacht. Die sind für Langzeitmieter momentan aber auch ziemlich teuer (habe bereits recherchiert) und außerdem bereits möbliert. Ich brauche aber viel Platz für meinen Kram. Gezielt wegen Wohnungssuche habe ich bei der Caritas noch nicht angerufen. Könnte ich also auch nochmal versuchen. Danke für den Tipp.

Doch wie verhalte ich mich im Umgang mit meinem Alki??????

Cadda
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Cadda » 16.05.2020, 11:45

Hallo Aneli,

ihm aus dem Weg gehen. Auf keinen Fall versuchen, das Verhältnis durch Mühe zu verbessern. Dadurch wird es für Dich schlimmer, denn es wird nicht funktionieren, sonst wärst Du ja nicht in der Situation in der Du jetzt bist.

Diskutieren ist sinnlos, Freundlichkeit auch (dann fällt es Dir nur schwerer).

Abkapseln. Aus dem Weg gehen.

Und alle Energie für das Ausziehen aufwenden.

Dante
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Dante » 17.05.2020, 12:33

Ich würde auch möglichst viel alleine außer Haus machen.

Elly
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Elly » 18.05.2020, 01:26

Hallo Aneli,

ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du bald eine eigene Wohnung findest!

Bleibe hartnäckig und geh einigen auf den Nerv mit vielen Anrufen + Nachfragen!

Gehe dem Mann so gut es geht aus dem Weg. Sprich ihn nicht mehr auf seinen Konsum
an, reagiere so wenig wie möglich auf ihn.

Und Dante hat recht, geh raus... Vor allem jetzt, wo die Sonne so viel scheint,
unternehme etwas, das tut auch der Seele gut!

Ich wünsche Dir (weiterhin) viel Kraft, Du schaffst das!

LG Elly

lütte69
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von lütte69 » 18.05.2020, 11:08

Hallo Aneli,

kümmere Dich um Dich, darum, dass Du ein paar schöne Momente hast und lass den anderen links liegen. Raus ist ne tolle Idee. Ich weiß nicht, wie eure Wohnung beschaffen ist, aber auch dort so viel Abstand wie möglich - eventuell eigenes Zimmer?

Drücke Dir die Daumen für die Wohnungssuche

Sonnige Grüße
Lütte

Aneli
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Re: Wieso macht er das?

Beitrag von Aneli » 30.05.2020, 10:21

Guten Morgen in die Runde!

Ich wollte mal wieder was von mir hören lassen: Also, bei mir ist alles beim Alten. Ich habe mir zwischenzeitlich ein paar Wohnungen angeschaut, aber leider ohne Erfolg. Es läuft immer darauf hinaus, dass ich nicht genügend Einkommen vorweisen kann oder mein Hund nicht genehm ist. Daher bin ich derzeit auch auf dem Stellenmarkt recht aktiv unterwegs. Ansonsten versuche ich, mich "daheim" von meinem Alki zu distanzieren. Das merkt er natürlich und reagiert sehr unterschiedlich darauf. Es gab wohl drei Tage, an denen er nicht getrunken hat und bemüht war, freundlich mir entgegenzutreten. Er wirkte erstaunlicherweise glaubhaft sehr entspannt. War überhaupt nicht reizbar. Ich dachte zuerst schon, dass er für diesen Zustand vielleicht ein Medikament genommen habe. Wirklich, er machte einen extrem ausgeglichenen Eindruck!! Aber dann verfiel er am vierten Tag wieder in alte Muster. Ich merkte am frühen Morgen bereits die Spannungen in der Luft. Sah es an seinem Gesichtsausdruck, dass ich auf einem Pulverfass saß. Darum ging ich in den Garten, damit ich ihm ja keinen Anlass liefern konnte, wieder zu explodieren. War aber sinnlos. Allein meine harmlose Frage, ob wir noch Blumenerde haben, brachte die Situation schon wieder zum Eskalieren und endete mit seinen Worten: "Du schaffst es auch immer wieder, mir das Wochenende zu versauen.". Das war Samstagmorgen und für ihn der Startschuss, das Wochenende durchzusaufen. An dem Punkt hat er den Saufdruck vermutlich nicht mehr standhalten können. Und das, obwohl er an einem "seiner guten Tage" selbst nach langer Zeit mal wieder vorgeschlagen hatte, etwas Schönes (Ausflug) am Wochenende zu unternehmen. Aber nicht nur, dass er dann ab Samstagmorgen bis Sonntagabend nur trinkend im Garten oder auf dem Sofa saß, nein er versuchte auch, mich mit irgendeinem lächerlichen Gegenstand, der nicht mehr an seinem ursprünglichen Ort stand, einen Streit zu provozieren und meinte nur, wo ich "dumme Fotze" denn das Teil hingestellt hätte. Das war am Samstag. Am Sonntag habe ich vorsichtshalber das Haus nachmittags verlassen, um nicht wieder von ihm beschimpft werden zu können. Als ich dann wiederkam und das Auto in die Garage fahren wollte, hatte er das Garagentor von innen so zugebunden, dass ich es nicht mehr öffnen konnte. Vermutlich hat ihn nicht gepasst, dass ich etwas allein unternommen hatte und er nicht wusste, wo ich war. Die ganze darauffolgende Woche wurde kein Wort zusammen gesprochen bis auf eine Ausnahme: Ich hatte ihn gefragt, wo er im Garten das Unkrautvernichtungsmittel gespritzt hatte, weil der Hund mehrmals kotzte und nichts fraß. Zur Antwort bekam ich lediglich: "Ach, bin ich da jetzt auch dran schuld." Die Frage hätte ich mir also auch schenken können.

Ich plane zwar, am Pfingstwochenende alleine rauszugehen (Radtouren, Ausflüge), damit ich ihm so gut es geht aus dem Weg gehen kann, habe aber auch Angst vor seiner darauffolgenden Reaktion. Habt Ihr einen Rat für mich, wie ich am besten mit der Situation umgehen kann??



@Lütte: Liebe Lütte, ich habe mir gestern Deine ganzen Beiträge im Vorstellungsbereich durchgelesen und mich würde mal interessieren, wie es Dir heute so mit Deinem Mann ergeht. Ist er all die Jahre trocken geblieben? Hatte er denn 2012 einen therapeutischen Entzug gemacht?

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