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Freundin seit Jahren Akoholikerin

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Enemy14123
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Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Enemy14123 » 16.05.2020, 13:59

Guten Tag

Danke dass ich mich schon im Vorstellungsbereich euch öffnen durfte und würde mich gerne weiter mit euch unterhalten und austauschen.

Mein Name ist Thomas und ich bin 27 Jahre alt und bin seit 3 Jahren in einer Beziehung.
Ich liebe meine Freundin über alles aber wenn da nicht dieses Problem wäre...

Meine Freundin trinkt seit ihrer Jugendzeit sehr viel und seit Jahren alle 2-3 Tage exzessiv.
Das liegt wahrscheinlich an Ihrer nicht verarbeiteten Kindheit..
Am Anfang der Beziehung dachte ich mir nicht viel dabei ,da wir öfters unterwegs waren und uns so kennenlernten.

Auffällig ist es für mich geworden, als sie alleine zuhause trank und da fingen meine Sorgen an.seitdem trinke ich auch vor ihr keinen Alkohol mehr.
Aber ich trinke wenn überhaupt sowieso maximal einmal im Jahr, da es mir gar nicht schmeckt...
Das Problem ist auch dass sie nicht aufhören kann zu trinken manchmal bis in die Früh hinein und manchmal sogar durch Am nächsten Tag mit bis zu 3-4 Promille....
sie weiß in diesem Zustand nicht mehr was sie macht und ist quasi wie in einer Psychose.

man nächsten Tag kann sie sich an nichts mehr erinnern.
Sie verlor dadurch auch schon öfters ihre Jobs, was mich natürlich auch finanziell des Öfteren belastet.
Und auch die Anrufe die ich getätigt habe, damit sie den Job nicht verliert.

sie fing eine Psychotherapie an Und war auch Schon 2 mal stationär aber dies brach sie nach einer Weile ab.
Danach ging es dort weiter wo sie aufgehört hat...

Ich liebe sie aber ich kann mittlerweile Keine Emotionen mehr zeigen und sie macht mir ein schlechtes Gewissen dass ich nicht zärtlich bin aber das ist weil ich permanent unter Druck stehe und auch schon Schlafstörungen habe.

Das alles klingt für mich auch schon nach einer Co Abhängigkeit meinerseits aber ich weiß was ich tun soll weil ich sie trotzdem über alles liebe.
Aber so eine Zukunft habe ich mir nicht vorgestellt :/
Ich bin mittlerweile einfach leer und gehe auch kaum meinen Hobbys nach :/

LG Ubd vielen lieben Dank

Carmen
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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Carmen » 16.05.2020, 18:48

Hallo Enemy,

das klingt wirklich stark nach Coabhängigkeit. Sieht Deine Freundin denn ein, dass sie Alkoholikerin ist und hat sie schon mal versucht mit dem Trinken endgültig aufzuhören?

LG
Carmen

Enemy14123
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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Enemy14123 » 16.05.2020, 19:38

Hallo Carmen,

Ja sie ist in Therapie und ihre jetzige Therapeutin ist die Erste der sie sich öffnen kann.
Aber ihre Therapeutin ist in Supervision und hat glaube ich noch nicht die Erfahrung wie sie ihr ihre "Wunden" schließen kann, die sie aufgekratzt hat (Kindheit)
Und ich muss sagen meine Freundin ist eine gute "Schauspielerin" und redet dann oft um den heißen Brei wenn es zu "brenzlig" wird.

Sie war auch schon Zwangsuntergebracht (Suizidversuch) und in 2 mal auf Entzug, den sie aber nach einer Zeit abbrach.
Sie sagt auch dass sie Alkoholikern ist und das Problem ist sie trinkt bis zum umfallen (bis zu 3 Promille und mehr)

Sie trinkt alle 2-3 Tage oftmals so exzessiv.

Sie hat auch eine "Allergie" was von einem guten Neurologen als Jugendliche festgestellt wurde, weil ihre Persönlichkeit um 360 grad ändert.
Aggressiv Wahnvorstellungen , extrem fahrig, psychotisch.

Im Rausch sagt sie oft sie wird wie ihr Vater enden weil es in ihren Genen liegt...

Sie nimmt auch Antidepressiva und ein Medikament gegen Alkohol, welches leider anscheinend nicht wirkt...

LG

Carmen
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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Carmen » 16.05.2020, 20:44

Hallo Enemy,

eine Therapie ist nur erfolgreich, wenn man trocken ist. Da deine Freundin alle 2-3 Tage bis zum Vollrausch trinkt, ist sie ja nie wirklich nüchtern.So ist es ja garnicht möglich, sich ernsthaft mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Auch der Mix mit den Medikamenten ist gefährlich und macht einen im Suff noch wirrer. Schauspielern können übrigens die meisten Süchtigen sehr gut- da ist deine Freundin kein Einzelfall.
Es klingt aber nicht wirklich so, als wolle sie ernsthaft etwas gegen ihre Alkoholsucht unternehmen. Wäre sie denn für eine Entgiftung mit anschließender Langzeittherapie bereit? Sie scheint ja neben der Sucht auch noch andere schwere psyschiche Probleme zu haben; da könnte eine ambulante Therapie eventuell nicht ausreichen.

LG
Carmen

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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Morgenrot » 17.05.2020, 00:02

Hallo Thomas,
Sie nimmt auch Antidepressiva und ein Medikament gegen Alkohol, welches leider anscheinend nicht wirkt..
diese Mittel sind gegen Suchtdruck und in Verbindung mit Alkohol können sie eine verheerende Wirkung haben. Darüber muß sie aufgeklärt worden sein, und trinkt trotzdem weiter. Du kannst nichts machen, so schwer dir das auch fällt.
Nasse Alkoholiker sind sehr gute Schauspieler, sie können sehr gut täuschen und tricksen.
Kümmere dich um dich, versuch wieder Hobbies aufzunehmen. Es mag hart klingen, aber eine andere Chance hast du nicht.
Stelle die finanziellen Unterstützungen ein, sie muß die Konsequenzen ihres Handels spüren.
Ich weiß wovon ich rede, und ich weiß, wie schwer es ist, diesen Weg zu gehen, aber es gibt keinen anderen.

lg Morgenrot

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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Enemy14123 » 17.05.2020, 05:51

Vielen lieben Dank für die Antworten.

Sie war auch schon in 2 mal in psychiatrischen Anstalt (einmal mit Entzugversuch, Dann Zwangsuntergebracht, und einmal "freiwillig").
Aber nach 1 1/2 Monaten brach sie es ab weil sie meinte es geht ihr gut...
Das Problem war dass die Psychologin erst eine Woche bevor sie abbrach so halbwegs durch ihre Fassade durchdringen konnte.
Sie redet alles schön auch teilweise in der Therapie weil sie anscheinend nicht darüber reden kann :/

Sie meinte sie wolle jetzt keine stationäre Therapie weil sie ihre Arbeit nicht verlieren möchte.
Sie ist jetzt durch das Corona virus bedingt daheim.
Aber früher oder später verliert sie vielleicht auch wieder den Job, weil sie ja auch wenn sie arbeiten muss trinkt :/

LG

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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Carmen » 17.05.2020, 07:19

Guten Morgen Thomas,

das klingt leider alles nicht gut. Solange deine Freundin noch alles schönredet und überspielt, wird sich auch nichts ändern.
Trocken zu werden und dann auch zu bleiben, ist harte Arbeit und nicht mal nebenbei oder halbherzig zu erledigen. Alkoholismus ist eine sehr schwere Krankheit und es braucht mehrere Jahre um eine stabile Trockenheit zu erreichen. Viele Angehörige denken ja, dass der Partner nach ein paar Monaten “geheilt“ und alles wieder gut ist. So ist das aber nicht. Die Alkoholsucht bleibt ein Leben lang, sie kann nur durch strikte Abstinenz zum Stillstand gebracht werden,ist aber nicht heilbar. Außerdem ist die Rückfallquote sehr hoch. Sei Dir dessen bitte bewusst, denn selbst wenn deine Freundin irgendwann ernsthaft trocken werden will, ist das noch keine Garantie für eine rosige Zukunft.
Aber sie ist ja noch nicht einmal an dem Punkt, mit dem Trinken endgültig aufzuhören zu wollen,angekommen. Darum würde ich an deiner Stelle versuchen wieder mehr alleine zu unternehmen und dich mehr abzugrenzen. Es ist schwer, ja, aber so wie es jetzt ist, geht es auch nicht weiter. Je mehr du wieder für dich tust, umso mehr Abstand bekommst du zu der Sache. Du hast Mitleid mit deiner Freundin, aber hat sie denn auch Mitleid mit Dir? Viele Menschen hatten eine schlimme Kindheit, aber das Mitleid bringt nichts und wird dich am Ende mit zerstören. Es klingt hart, ja, aber Du wirst mit deiner Freundin untergehen, wenn du das noch alle weiter stillschweigend duldest. Du kannst sie nicht retten.

LG
Carmen

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Re: Freundin seit Jahren Akoholikerin

Beitrag von Enemy14123 » 17.05.2020, 20:05

Danke ganz lieb von dir.

Ich liebe sie aber es ist einfach furchtbar mitanzusehen, was schon alles passiert ist im Rausch (vor allem wenn man alles nüchtern als Angehöriger mitbekommt).

Das hinterlässt Narben und verstärkt meine Angststörung ihr gegenüber extremst :/

Gestern hat sie mich gefragt, ob ich nicht doch vorbei kommen möchte, ich habe gesagt ich brauch jetzt mal paar Tage für mich.
Wahnsinn wie schwer mir das gefallen ist :(
Das ist für andere eine Kleinigkeit sich so abzugrenzen, aber für mich war das fast herzzerreißend :/

LG

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