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Ist es überhaupt möglich?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Cadda
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Cadda » 11.07.2020, 10:50

Hallo Harley,

ich finde die Aussage Deines Therapeutin übrigens total dämlich, wenn ich das mal so direkt sagen darf :-D
Ich würde mir wünschen, dass Du ihn das nächste Mal fragst, ob er sich dafür berufen fühlt, Deine Gefühle und Wahrnehmungen zu sortieren und Dich wieder an Dein Selbstwertgefühl heranzuführen oder ob er sich gedanklich in einer Eheberatung befindet, wo er dafür sorgen möchte, dass Menschen wieder zueinander finden...

Ganz ehrlich, ich finde es völlig unangebracht, als Therapeut darauf hinaus zu wollen, dass man sich seinem Partner wieder annähert, wenn dieser Alkoholiker ist. Ich glaube, ich würde das beim nächsten Mal tatsächlich ansprechen.

Da kann man ja froh sein, dass Du inzwischen auf Deine eigenen Empfindungen vertraust. Es gibt sicherlich Menschen, die genau auf das Gerede der Therapeuten hören und denken, das wäre genau der richtige Weg. Höre auf Deinen Bauch, es ist vollkommen richtig, dass Dich die Aussage Deines Therapeuten irritiert. Mich irritiert sie ebenfalls :-D

Harley_quinn
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Harley_quinn » 24.07.2020, 16:40

Hallo ihr Lieben,

wollte mich mal zwischendurch melden. Bei mir hat sich nichts großartig getan in letzter Zeit.
Alles unverändert. Zwar IM MOMENT gebesserter Konsum meines XY aber keine Abstinenz und von meiner Seite aus das Wissen, dass gebesserter Konsum kein Dauerzustand sein wird und der nächste Absturz nur eine Frage der Zeit ist. Ich konzentriere mich trotzdem mehr auf mich jedoch ohne kompletten Schlussstrich ihm gegenüber.

Ich lese viel still bei euch mit und verinnerliche Sätze von euch, die mich an meine Situation erinnern, mir aber auch zeigen wo mein Weg wohl unwiderruflich hin führen wird. Das macht mir Angst und ich kneife ganz fest meine Augen zu weil ich anscheinend noch nicht weit genug bin. Auch wenn ich nicht wirklich handle, helfen mir eure Geschichten.
Unter anderem die Aussagen:
"... es ist wie Karussell fahren. Man steigt ab weil es einem schlecht wird und fährt aber trotzdem bei der nächsten Runde wieder mit." oder auch "das alles und alle anderen immer Schuld an allem sind" oder "nimm deine Beine in die Hand und lauf soweit du kannst".

Hatte einfach das Bedürfnis mich aus der Versenkung zu melden und euch Danke zu sagen.

lütte69
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von lütte69 » 25.07.2020, 09:10

Hallo Harley,

bei uns Co's ist ja unser Alkoholiker das Suchtmittel, von dem wir versuchen los zu kommen. Das geht nicht immer von heut auf morgen. Mir hat es echt geholfen, mich mehr in den Mittelpunkt zu stellen und mir wirklich bewusst gute Dinge zu tun. Ich hab mir nicht einfach nur einen Tee aufgebrüht. Ich hab mir im Vorfeld einen besonderen Tee ausgesucht und habe ihn dann für mich gemacht. Solche Kleinigkeiten halt. Und eine Zeit hab ich mir mal meinen Kopf über das Bibelzitat "liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten" zerbrochen. Es gab ne Menge "Aha-Momente" für mich.

Immer dran bleiben.

sonnige Grüße und ein schönes Wochenende
Lütte

Aurora
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Aurora » 25.07.2020, 19:26

Hallo Harley,

leider ist es oft so, auch bei mir war es so, es hat erst gedauert, bis ich wirklich richtig handeln konnte und mich auch getrennt habe.
Ein guter Anfang ist, dass du dich immer mehr auf dich selbst konzentrierst, Dinge machst, die dir gut tun. Ganz schlimm ist es nämlich, wenn das Co-Leben nur noch vom Alkoholiker-Leben bestimmt wird, der Co sich nicht mehr traut, sich weg zu bewegen. Aus Scham eigene Freundschaften abbricht. Sich immer mehr einkapselt.

Ich wünsche dir, dass du mehr und mehr loslassen kannst...

Lieber Gruß
Aurora

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