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Er entzieht immer alleine

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Sunshine_33
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Sunshine_33 » 24.07.2020, 10:24

Hallo Jscky,

Ich komme mit diesem "im Entzug sein" nicht klar, was meinst Du denn genau damit, das er "im Entzug ist" ?
Lebt er dann abstinent, trinkt dann aber wieder, oder wie ist das zu verstehen?
Ein Entzug ist ja körperlich zeitlich begrenzt, also wird er regelmäßig rückfällig und beginnt immer neue Entzüge?
Blicke da echt nicht durch, was Du damit meinst...

Aber es soll hier ja nicht um ihn gehen, sondern um Dich. Ist nur mal so interessehalber, weil ich es einfach nicht kapiere.

Gruß Sunshine

lütte69
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von lütte69 » 24.07.2020, 11:04

Hallo Jacky,

da ist ja echt viel los in Deinem Leben. Ich lese raus, dass Du Dich ganz viel mit ihm beschäftigst und Antworten möchtest. Ich hab das Gefühl, dass Dir das enormen Stress bereitet. Wie würde es sich anfühlen, wenn Du versuchst, das los zu lassen, wenn Du davon ausgehst, dass es Vergangenheit ist und Du Dich in den Mittelpunkt stellst. Du hast doch mit der Arbeit, einer neuen Wohnung und Deiner Gesundheit genug Baustellen, die Du zu beackern hast. Und dieses Gelaber von Deinem Mann, dass er sich trennt, weil der Polizist das sagt, ist ja wohl das allerletzte. Hat er keinen A... in der Büx zu sagen, dass er die Ehe nicht mehr will. Das hört sich alles so wischi waschi an und erweckt in mir den Eindruck, dass er voll drauf ist.
Auch wenn ich in Trennung bin ist es immer noch schwer, weil sich ja nix klärt und ich in der Ehe gerade nichts bewegen kann. Jedenfalls nicht alleine.
Klar kannst Du, du bist doch schon bei. Mach Nägel mit Köpfen - da bist du doch schon bei. Eigene Wohnung für Dich, eigenes Einkommen für Dich, eigenes Leben für Dich. Und schaff Dir einen Ausgleich zum Stress, tu etwas, was Dir Spaß macht, verwöhn Dich. Das muss ja nix großartiges sein, ein guter Tee/Kaffee, etwas, was Du gerne isst oder mal ein schönes Duschbad, Creme. Wenn Du mit Deinen Freundinnen zusammen bist, kannst Du das zur Freundinnen-Zeit erklären und mit Dir absprechen, dass Dein Mann (als Thema) da nix zu suchen hat. Es soll eine schöne Zeit für Dich sein. Zieh Dein Ding ohne ihn durch. Wenn er dann irgendwann wirklich clean/trocken sein sollte, kannst Du immer noch überlegen, ob Du ihn willst.

Denk jetzt mal ausschließlich an Dich.

sonnige Grüße
Lütte

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 24.07.2020, 14:49

Hallo, ich danke Euch für eure Kommis, ich habe nicht viel Erfahrung mit Foren. Deshalb nicht böse sein, wenn was schief geht. Ich kann das mit dem zitieren nicht und kopieren usw.
Ich komme mit diesem "im Entzug sein" nicht klar, was meinst Du denn genau damit, das er "im Entzug ist" ?
Lebt er dann abstinent, trinkt dann aber wieder, oder wie ist das zu verstehen?
Darunter verstehe ich, das ich ihn kennen gelernt habe, da trank er 28 Bierbüchsen am Abend an Wochenenden immer alleine. Wenn wir Familienpartys hatten, feierte er Weihnachten usw. immer alleine in seinem Zimmer und trank viel. Irgendwann wurde er aggressiv und stenkerte. Er hat mir die Alkoholsucht verschwiegen und an den Wochenenden fuhr er immer zu seiner Mama. Darum viel mir das nicht auf. Erst als wir eine gemeinsame Wohnung hatten und ich ein Kind von ihm, fuhr er nicht mehr zu ihr und ich erkannte das Dilemma. Da hatte ich schon 3. Kinder. Der Sohn von ihm und zwei Mädchen aus der ersten Ehe. Da ist der Mann an Alkohol in einem Obdachlosenasyl gestorben. Für die Mädchen traurig. Ich wollte den Sohn nie so traurig sehen und habe darum immer um die Ehe gekämpft. Ich wollte nicht das der jetzige Mann auch so endet, ich denke immer noch das ich mitschuld an seinem Tod habe und wollte diesmal alles richtig machen. Aber ohne Hilfe schaffe ich das nicht, weil er wenn dann alleine entzieht und ich mit ihm alleine bin, ich sein Leid sehe und selbst so schlimme Verlustangst habe das ich immer nur ganz kleine Schritte mit ihm gehen konnte.

Er hatte vor 2. Jahren nur auf dem Sofa herum gelegen, am Abend so seine 8 Bier getrunken jeden 2 ten Tag so. oder jeden Tag ich weiß nicht mehr. Ich machte ihm Stress und Druck sagte er solle sich Arbeit suchen, weil er nur noch auf dem Sofa herum lag. Ich war ihm ein Vorbild und gab ihm die notwendige Kraft etwas zu tun bis er eine gefunden hatte. Doch da ist Alk verboten und er hatte Angst weiter seine Bier täglich zu trinken. Leidet unter schlimmen Magenschmerz schon lange, war aber nie beim Arzt damit, hat immer starken Durchfall. Bevor er also am Morgen los geht, nimmt er deshalb bitte keine Medikamentennamen. Am Anfang sehr viele Tabletten. Ich erlebte ihn am Anfang so überdreht und aufgekrazt und super Nervös, ich wollte mit ihm zu einer tollen Verantstaltung. Er fragte ob ich da mit ihm wirklich hin wollte. Er nahm natürlich was ich nicht wußte vorher Tabletten ein. Ob er nun von den Tabletten oder vom Alkoholentzug so drauf war weiß ich nicht. Aber es war unerträglich weil er nur von der Arbeit redete, die ich gerade verloren hatte. 2 mal hintereinander auch noch. Das meine ich mit Entzug. Ich erlebte ihn öfter so überdreht an den Donnerstagen sehr schlimm, er entschuldigte das Verhalten mit Stress auf Arbeit. Freitags wurde er ruhiger, weil er dann immer noch 8 Bier trank und es ihm für einen Moment besser ging. Aber Samstags dann die schlechte Laune abbekommen. Er entzieht im Moment am Freitag diese paar Bier noch, ob er die Tabletten weiter nimmt, weiß ich nicht. Für mich ist aber klar, wenn dann ist sowieso die Partnerschaft aus, weil er diese Tabletten mißbraucht und ich wieder vor dem gleichen Problemen mit Entzug usw stecke. Ich habe ihm das ganz klar gesagt. Ich sah ihn oft apatisch hier zu Hause nur vor sich hinstarren. Ich sagte was, das er nicht wahr nahm. Ähnlich wie jetz. Das geht so seit er die Arbeit aufgenommen hat. Das meine ich mit Entzug. Er war zu Beginn der Arbeitsaufnahme total krank an den Wochenenden. Konnte im Winter nicht zur Arbeit weil seine Schleimhäute so kaputt sind. Die Ärzte sagen akute und chronische Nasennebenhölentzündung und das gleich mit dem Rachen. Auf alles hat er es geschoben, Klimaanlage auf Arbeit usw. dann zog er im Büro um, doch das besserte sich nie. Wenn er Bier trinkt dann raucht er eine nach der anderen und denkt nicht an diese Erkrankung. Dann geht es ihm in der Nacht so schlecht das er Sauerstoff haben will usw. Ich habe ihn immer gesund gepflegt und Montags ging er wieder zur Arbeit. Aber Entlastung hatte ich keine. Ich muß alles hier zu Hause selbst regeln.

Ich habe soviel Hoffnung gehabt das sich alles bessert wenn er Arbeit hat. Doch wenn ich Ehrlich bin, ist für mich alles schlimmer geworden. Ich bin mit ihm so überfordert seit er diese Arbeit hat. Er ist so krank mit den Atemwegen geworden. Schreit um Hilfe und will Sauerstoff. All das, ich bin nicht die Eifersüchtige Ehefrau, aber bekam mit seiner Arbeit immer mehr Probleme. Die er nicht mit mir gelöst hat und immer noch nicht lösen will. Es ist ihm so egal wie es mir mit seiner Arbeit geht und er sagt mir noch ins Gesicht er ist glücklich so und es tut ihm nicht mal leid das ich weinte. Er hörte mich doch nicht mehr wirklich und wenn er Entzug macht, war er nicht zugänglich für mich. Aber das erkannte ich erst als die Polizei da war und ich viel aufarbeitete. Ich habe es nicht ertragen das er sich Freitags immer so betrunken hatte. Bin früh ins Bett und habe ihn hier alleine gelassen. Er trank dann mit seiner Mama während sie telefonierten. Ich zählte seine -Bier nicht, wollte nicht Co-Abhängig sein und dachte so schaffe ich das. War ja nur noch der Freitag. Ich suchte alleine Lösungen weil man mit ihm nicht reden konnte und er dann immer aggresiv wurde. Alle sagten mir immer ich sollte gehen. Ich wohne das erste mal ganz alleine ohne Kinder. Seit dem 17 Lebensjahr tat ich nie was anderes immer Kinder um mich herum gehabt. Es ist nicht leicht mich selbst zu finden und das alleine sein macht mir keine Freude auch nicht Unternehmungen alleine. Dann sitze ich lieber am PC und schreibe hier mit Euch. Das gibt mir nicht das Gefühl alleine zu sein.

lütte69
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von lütte69 » 24.07.2020, 15:17

Hallo Jacky,

ich glaube, das Wort "Entzug" trifft das, was Dein Mann macht, nicht wirklich. Er macht Trinkpausen, was er selbst wohl nicht will und daher hat er schlechte Laune und lässt die an Dir aus. So mein Eindruck. Was erwartest Du von einem Menschen, der sich nicht um sein Wohlergehen kümmern kann, der bei den Symptomen, die Du beschreibst, nicht zum Arzt geht. Das ist in meinen Augen unverantwortlich. ABER es soll hier um Dich und nicht um ihn gehen.
Ich wohne das erste mal ganz alleine ohne Kinder. Seit dem 17 Lebensjahr tat ich nie was anderes immer Kinder um mich herum gehabt. Es ist nicht leicht mich selbst zu finden und das alleine sein macht mir keine Freude auch nicht Unternehmungen alleine.
Ich hab auch nie allein gewohnt, bis ich ausgezogen bin. Es war ja ein Zeitpunkt, wo ich emotional eh ein Wrack war und mich grundsätzlich neu orientieren musste. Mein Kind war weit weg und meinen Mann wollte ich nicht mehr. Ich hab auch auf meinem Bett gesessen und Rotz und Wasser geheult und war unglücklich. Ich habe mich einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern angeschlossen, die dann leider ganz schnell aufgelöst wurde, weil sich Strukturen geändert haben, aber ich hab dort eine ganz liebe Freundin gefunden, die meine Situation aus eigenem Erfahren kannte und mit der ich bis heute eng verbunden bin. Vielleicht gibt es solche Selbsthilfegruppen ja in Deiner Nähe. Sich selbst finden ist auch ein Weg. Ich hab damals ganz viele Bücher gelesen, hab hier die Lebenswege gelesen, mir 2-3 rausgepickt und gedacht, so mach ich das auch und dann find ich mich selbst. Was lag ich daneben. Mir hat es geholfen, ein altes Hobby wieder auszugraben. Da konnte ich Stunden mit verbringen ohne an meine Probleme zu denken. Ich bin wieder 1x die Woche zu einem Sportkurs gegangen. Der war auf 10 Wochen begrenzt, aber damit war wieder ein Abend abgedeckt. Wie gesagt, mach ich wirklich lange Spaziergänge, sind schon mal 10-15 km. Damit hab ich auch damals angefangen. Alles war besser, als auf dem Bett zu sitzen und zu heulen. Obwohl, im Wald allein hab ich auch schon mal geheult - aber nicht weiter sagen. Und ich habe gelernt, dass es ich meinen Mann nicht ändern kann, egal was ich anstelle. Wenn er nicht will, wird das nix. Ich hab dann versucht, ein Leben für mich aufzubauen. Das hat mich auch gut abgelenkt. Wichtig war eben auch, gedanklich von ihm weg zu kommen.

Schau auf Dich und nicht auf ihn.

sonnige Grüße
Lütte

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 24.07.2020, 18:07

Hallo Lütte,

ich bin ein Gegner von Fitnesscentern, weil da wieder jeder nur für sich und alleine herum sportelt. Einen Verein habe ich vergeblich versucht zu finden. Viele Monate lang. Doch leider bei mir in der Umgebung schwierig. Also gehe ich an den Wochenenden immer zum Sportplatz und mache Nordic Walken und diesmal habe ich mir eine Sportapp geladen, die ich mal ausprobiere. Yoga ist auch nicht so meins und Chigong überhaupt nichts. Ich habe bei Nebenan.de eine Anzeige zur Corona Zeit geschaltet wegen Einsamkeit und Isolation. Da lernte ich eine neue Freundin erst kennen, wir sind auch immer noch gut befreundet. Die haben alle Arbeit und ich nerve sie mit meiner langen Weile, so fühlt es sich jedenfalls an. Die haben einfach nicht so viel Zeit für mich und ich schäme mich weil ich keinen Job habe und die haben tolle Karriere gemacht. Ich vermisse es sehr mich mit ihnen über meine Arbeit zu unterhalten. Dummerweise finden die auch nie ein anderes Thema, obwohl sie wissen das ich meinen erst verloren habe. Ich bin so gerne fleissig und arbeite gerne. Faul sein liegt mir gar nicht und genau dazu bin ich gerade etwas genötigt. Ich war jetzt 10. Jahre immer Arbeiten und habe uns über Wasser gehalten. Nun nicht mehr. Ich habe Hobbys, Stricken und Gitarre spielen, das mache ich jeden Abend. Mein Handy und gehe gerne shoppen also bummeln. Am Wochenende meinen Sport alleine auf dem Sportplatz. Treffen mit Freundinnnen. Das mache ich schon hin und wieder mal. Ich habe mir schon sehr viel erarbeitet in den vergangen Jahr.

Zu den Folge- Symptomen seines Alkoholismus sage ich das er schlimme Magenprobleme hat, die im laufe der Jahre schlimmer geworden sind. Er behält kein Essen mehr wirklich im Magen und bringt es meist nach dem Essen gleich zur Toilette. Das ist manchmal sehr besorgniserregend und beängstigend. Spreche ich ihn darauf an, reagiert er genervt und zum Arzt geht er nicht. Angeblich sind in der Familie die Magenprobleme. Natürlich weil die alle da saufen. Er hat dann starken Durchfall und das ist der Grund warum er nie raus geht oder wo anders essen kann. Angeblich halfen Mittel die Stopfen nicht, aber bitte keine Medikamentennamen hilft wohl. Naja wer es glaubt. Ist ja eigentlich überhaupt nicht dafür gedacht. Als nächstes seine akute und chronische Nasennebenhölenentzündung und akute und chronische Rachenentzündung. Der Körper signalisiert doch das er nicht mehr kann. Er ist dann genötigt nicht mehr zu rauchen so wie du sagst. Der Hals Nasen Ohrenarzt kann nix machen. Ich habe ihm gesagt das er ins Krankenhaus muss. Aber er hört nicht auf mich. Die Nasennebenhöhlen sind oft so sehr angeschwollen, dann hat er Beulen im Gesicht. Er verbraucht an einem Wochenende ein riesiges Paket Taschentücher, die er dann bei sich sammelt. Er räuspert sich ständig weil ein Fremdkörper im Halse steckt und dann bekommt er keine Luft. So erklärt er die Rachenentzündung.
Zu den Entzugserscheinungen seine Symptome mit denen ich konfrontiert bin. Aggressionen, Missachtung, verspätete Wahrnehmung, gerade wenn ich was sage kommt es Minuten später erstmal bei ihm an. Verzögerte Reaktionen auf gesagtes und Aphatie, so vor sich hin dämmernd oder träumend. Er ist oft grantig und sehr gereizt. Alles scheint ihm egal zu sein. Keinen Antrieb, der Körper klebt am Sofa fest. So erlebe ich ihn gerade. Das klingt hier so einfach, aber damit zu leben wenn er mich so grantig und fahrig angeht, ist nicht einfach das nicht persönlich zu nehmen. Ich bin im Moment gar nicht in der Verfassung da ruhig zu bleiben. Er ist sehr nervös, läuft hin und her. Ich bin überfordert mit diesen Entzug und keine Krankenschwester. Heute will er wieder nett sein, aber ich falle da nicht mehr drauf rein, heute ist ja Freitag. Denn geklärt ist ja immer noch nichts von meinen Problemen und ich bin zu verletzt uns schreibe lieber hier.

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 24.07.2020, 22:15

Achso und mit Entzug meine ich das er immer reduziert trinkt. Also die Menge herabsetzt. Aus 8 Bier macht er im Moment nur 1 oder 2. So geht das schon viele Jahre, Immer wenn er reduziert hatte dann hat er auch irgend einen Mist gemacht. Konto getrennt oder Verträge gekündigt oder jetzt die Scheidung eingereicht. Ist ja auch nicht mehr viel womit er sich noch trennen kann. Habe ja noch mein eigenes Konto von damals und die Verträge auf meinem Namen laufen. Aber jedes mal hat mich seine Gleichgültigkeit dabei so getroffen.

Sunshine_33
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Sunshine_33 » 24.07.2020, 23:25

Meinst Du also, wenn Dein Mann weniger trinkt, baut er mehr Mist? Ist das so zu verstehen?
(Mit Entzug ist übrigens gemeint, komplett die Droge zu weg zu lassen, also völlig abstinent zu leben.
Das was er macht, ist schlicht und ergeifend "runtertrinken", also nicht mal ne Trinkpause, und es ist meilenweit von einer Abstinenz entfernt)

Was möchtest Du denn, Jscky?
Das er besser durchgehend trinkt, weil er dann leichter für Dich händelbar ist?
Und den Job aufgeben, weil Du dann nicht tagsüber allein sein müsstest?

Und jetzt mal ganz im ernst, es reicht doch niemand eine Scheidung ein, weil ein Polizist einem das nahe legt !
Sorry, aber das ist ja geradezu lächerlich, sowas macht doch keiner.
Das hört sich für mich für ne ganz billige Ausrede an, weil er keinen Hintern inner Hose hat, selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Aber jedes mal hat mich seine Gleichgültigkeit dabei so getroffen.
Hast Du schon mal drüber nachgedacht, das Du ihm gleichgültig BIST und er sich deshalb so verhält?
Vielleicht IST es einfach so? Dann kannst Du nichts dagegen tun, dann sind das einfach Tatsachen.
Denen man sich dann auch besser stellt und seine Konsequenzen zieht.

Jscky, ich weiß, das ich Dich reize mit meinen Worten und Du das alles nicht hören willst.
Du denkst, was will die blöde Kuh von mir, die soll mir nicht schreiben, was ich nicht lesen will!
Weißt Du, was ich an diesem Forum so besonders schätze?
Das es hier eben nicht so oberflächlich zugeht und nicht unbedingt das geschrieben wird, was ein anderer gern lesen möchte.
Hier wird außerdem aus eigenen Erfahrungen berichtet, es gibt hier so einen reichhaltigen Erfahrungsschatz, aus dem man unendlich schöpfen kann... wenn man es denn will.

Du schreibst, was Du alles unternimmst, und ich nehme das durchaus zur Kenntnis und finde das auch richtig klasse!
Das ist der richtige Weg und ich wünsche Dir von Herzen die Kraft und den Mut, Dein Elendstal da verlassen zu können.
Und einen guten Job und eine eigene Bude !
Denn es geht Dir ja nicht gut mit diesem Mann, nicht wahr?
Und ihm wohl auch nicht mit Dir, auch das ist wahrscheinlich eine bittere Wahrheit.
Kannst Du Dir vorstellen, eine räumliche Trennung einzuleiten? Kämst Du damit klar?

Weißt Du, was mit auch auffällt. Du schreibst sehr viel über ihn, ihn und nochmals ihn.
Du kannst Dir aber hier nur Hilfe für Dich selbst suchen und finden.
Für uns sind seine Rachenentzündung, Magenprobleme, der Tablettenmissbrauch und all seine anderen Malaisen eher uninteressant.
Denn Du bist ja hergekommen, um nach Hilfe zu suchen, nicht er.
Mir ist auch durchaus klar, das man sich erstmal alles von der Seele schreiben möchte, das ist ja auch verständlich.
Aber irgendwann sollte es damit dann auch mal gut sein und man sollte seine Aufmerksamkeit sich selbst zuwenden.
Denn ihn kannst Du nicht ändern, egal was Du auch versuchst.
Aber DEINE Situation kannst Du beeinflussen und verbessern.

Also denke bitte nicht, das ich Dir etwas böses will, aber ich werde mir auch nicht verbieten lassen, das zu schreiben, was ich denke.
Und dazu verwende ich eine sehr direkte Art, das ist sicher richtig.
Dem einen hilft es, dem anderen nicht. Kommt halt immer drauf an.
Schaden will ich aber sicher niemanden hier, auch Dir nicht, eher im Gegenteil.
Und gut, das Du nicht gleich wieder weggelaufen bist, denn wie gesagt, gibt es hier einen sehr großen Erfahrungsschatz, aus dem vielleicht auch Du positives für Dich schöpfen kannst.

Sunshine

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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von lütte69 » 25.07.2020, 08:59

Hallo Jacky,

ich hab noch kein Fitnesscenter von innen gesehen. Ich hab damals einen Kurs gemacht, der von der Volkshochschule angeboten und von der Krankenkasse finanziell unterstützt wurde. Der ging über 10 Wochen und wie gesagt, ich war wieder einen Abend untergebracht. Ich hab mich damals wirklich bemüht, viel zu unternehmen und nicht allein zu Hause zu sitzen, weil ich dann wieder ins Grübeln gekommen bin und mich das am Ende nicht weiter gebracht hat. So lange, wie er meine Kontaktsperre nicht akzeptiert hatte, hat er mir ja auch immer wieder Gedankenfutter gegeben. Ich habe unsere Gespräche hin und her analysiert und zukünftige Gespräche geplant, die nie so stattgefunden haben. Schade um die Zeit, die ich damit verschwendet habe. Da seh ich auch eine Parallele zu Dir. Du bist extrem stark mit ihm beschäftigt (mein Eindruck), dass Du gar keine Zeit hast, dir um Dich Gedanken zu machen. Sein Alkoholismus und die Folgen sind seins. Er ist erwachsen und hat die Verantwortung für sein Leben ganz allein. Du hast doch alles versucht, Du hast doch so lange ausgehalten und dich bemüht - manchmal muss man eben kapitulieren, damit was neues anfangen kann. Wenn ich dich so lese, sind deine Akkus am Limit und ich habe das Gefühl, dass es Zeit wird, dass Du da weg kommst und dich um dich kümmerst, damit du nicht unter gehst. Es ist schwer einzusehen, dass ein Traum geplatzt ist, aber wer sagt denn, dass es keine neuen Träume gibt. Es gibt doch auch einiges, was ohne ihn passieren kann. Du planst Dein Schreibbüro - Klasse. Bei Dir steht eine Reha an. Vielleicht kannst Du Dich dort auch psychologisch beraten lassen. Und nutzt diese Rehazeit wirklich ausschließlich für Dich. Das empfinde ich als enorm wichtig. Ich wünsche Dir so sehr, dass Du da die Kraft für die wichtigen Schritte tanken kannst.

sonnige Grüße und ein schönes Wochenende
Lütte

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