Wie läuft ein stationärer Entzug mit Entwöhnung ab?

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.

Ayki79

Wie läuft ein stationärer Entzug mit Entwöhnung ab?

Beitrag von Ayki79 » 07.10.2006, 10:40

Hallo,
ich möchte mich darüber informieren, welche Schritte erforderlich sind, wie das alles abläuft (Beratung, Arzt, Krankenkasse, Therapie, Krankenhaus etc.). Mein Mann hat ein Alkoholproblem, und ich möchte mich einfach nur erkundigen, was auf uns zukommt, wenn er sich für einen Entzug und eine Entwöhnung entscheidet...

Einen schönen Samstag euch allen.

Michael1969
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Beitrag von Michael1969 » 07.10.2006, 11:05

Hallo,

1. Arztbesuch mit der Bitte um Einweisung zur Entgiftung
2. Kontakt zur Klinik. Je nachdem wie belegt die Klinik bekommt dein Mann sofort einen Platz oder ihr auf einen freien Platz warten.
3. In der Entgiftung kann dein Mann sich dann entscheiden ob er eine ambulante Therapie oder eine Langzeitherapie machen will.
4. Eine ambulante Therapie kann man über diversen Suchtberatungsstellen machen. Dort wird alles weitere in die Wege geleitet. Kostenübernahme durch BFA, LVA oder Krankenkasse. Bis die Therapie genehmigt ist und anfängt habe ich dort die sogenannte Motivationsgruppe besucht und Einzelgespräche gehabt. Dauer ca. 6 Wochen
5. Langzeittherapie in Fachklinik. Die Dauer ist glaube ich Anfangs auf 12 Wochen ausgelegt, kann aber verlängert werden. Kostenübernahme auch durch BFA, LVA oder Krankenkasse.

Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen. Wenn etwas falsch ist oder fehlt, dann möge man mich berichtigen :wink:

Ayki79

Beitrag von Ayki79 » 07.10.2006, 11:10

Hi Michael,
danke für die schnelle Antwort. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Suchberatung alles in die Wege leitet. Klar, man muss auch zum Hausarzt usw. Aber ich dachte, der erste Schritt geht von der Suchtberatung aus...

meriamun
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Beitrag von meriamun » 07.10.2006, 11:51

hallo ayki,

die entgiftung, soweit erforderlich, sollte im krankenhaus durchgeführt werden, hierfür bedarf es eine einweisung des hausarztes. die entgiftung kann auf einer suchtstation einer klinik stattfinden oder auch auf einer ganz normalen inneren station. auf einer suchtabteilung dauert diese meisstens drei wochen, geht jemand auf eine normale station, dann ca. 10 tage.
allerdings wird er auf einer suchtstation ganz anders betreut, weil da schon mit gesprächen und weiteren möglichkeiten auf den süchtigen eingegangen wird, was bei entgiftung auf einer normalen station nicht der fall ist.

die therapie muss von der suchtberatung beantragt werden, hierfür ist der rententräger zuständig, wie michael schon erwähnte. es gibt hier kurzzeittherapien und langzeittherapien. die kurzzeittherapie beträgt 8 wochen, die langzeit- bis 4 monate. da sich in unserem gesundheitssystem ja immer wieder etwas verändert, müsstest ihr euch heir bei der suchbetratung erkundigen.

Ayki79

Beitrag von Ayki79 » 07.10.2006, 12:10

Hi Meriamun,
danke für deine Antwort. Gestern hatte ich selbst ein Gespräch bei der Suchtberatung, war aber in dem Gespräch so fertig und habe die Hälfte vergessen zu fragen. Denke, wenn mein Mann sich für eine Therapie entscheidet - er hat nächste Woche ein Beratungsgespräch - dann wird darüber eh mit ihm noch gesprochen...

Ayki79

Beitrag von Ayki79 » 28.11.2007, 10:06

Mein Mann hat sich jetzt - ca. ein Jahr nach meiner Trennung von ihm - für einen Entzug und eine anschließende Therapie entschieden (denke ambulant). Bin mal gespannt, ob er es durchhält!

Andi

Beitrag von Andi » 28.11.2007, 17:26

Hallo Ayki,
hinzufügend wäre noch zu sagen,daß die Suchtberatung,einen sogenannten Sozialbericht erstellen musss,der für den Rententräger entscheidend ist,sprich sozialer Bindung,Arbeitsplatz,Familie,und natürlich dem dazugehörigen eigenen Willen,der hier ausschlaggebend und erkennbar sein muss,sollte!

Viele Menschen,entscheiden sich für eine ambulante Maßnahme,ich persönlich,würde immer zu einer stationären Therapie anraten,weil ich dort für mich das Gefühl hatte,daß die Arbeit dort an mir,intensiver stattfand,ich keinerlei Ablenkung hatte,durch weiteres arbeiten gehen,ect.

Natürlich ist dieses immer individuell zu sehen!

Aber die Arbeit dort,war sehr akribisch,und ich konnte mich nur auf mich konzentrieren,und war erst einmal nur auf einer Baustelle zugegen,statt nebenher noch arbeiten zu gehen,und mich auf die Familie zusätzlich konzentrieren zu müssen,dort konnte ich mich auf das reale Leben vorbereiten,mir mein Rüstzeug holen,um in der Realität des realen Leben's zu bestehen!Zu groß wäre für mich die Gefahr gewesen,mich wieder allzu schnell zu verlieren!

Aber wie gesagt,dieses ist immer individuell zu sehen!

Gruß Andi

Ayki79

Beitrag von Ayki79 » 28.11.2007, 23:47

Viele Menschen,entscheiden sich für eine ambulante Maßnahme,ich persönlich,würde immer zu einer stationären Therapie anraten,weil ich dort für mich das Gefühl hatte,daß die Arbeit dort an mir,intensiver stattfand,ich keinerlei Ablenkung hatte,durch weiteres arbeiten gehen,ect.
Das sehe ich genauso und da stimme ich dir 100%ig zu! Ich denke auch, dass die ambulante Therapie keine gute Sache für ihn ist. Aber das muss er letztendlich selbst entscheiden.

Ich denke, dass er sich berufsbedingt zu einer ambulanten Therapie entschieden hat, denn er ist selbstständig. Die Arbeit wäre seine "einzige Belastung". Auf seine Familie muss er sich ja sozusagen auch nicht konzentrieren, hab mich ja vor einem Jahr von ihm getrennt, und wir leben in zwei eigenen Wohnungen. Die Kinder hat er alle zwei Wochen für ein WE.

Wie gesagt, ich weiß nichts Genaues, und ich bin erst mal froh, dass er überhaupt etwas unternimmt und somit den ersten Schritt alleine getan hat! Ich würde mich sehr für ihn freuen, wenn er es schafft, aber ich bin absolut nicht davon überzeugt, dass er es durchhält, da er bei einer ambulanten Therapie viel mehr auf sich selbst gestellt ist als in einer stationären... Warten wir's mal ab... Für mich hat die ganze Sache nicht mehr so große Auswirkungen, deshalb möchte ich mich auch gar nicht so sehr damit auseinandersetzen. Für meine Kinder wäre es super, wenn ihr Vater endlich mit seinem Leben klarkommen und sich "normal" benehmen würde!!!

Falls ihr Interesse habt. Meinen ganze "Geschichte" findet ihr hier:
http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic3880.html

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