Ursachen der Fettleber

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PeterKlein3255
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Ursachen der Fettleber

Beitrag von PeterKlein3255 » 01.11.2006, 01:54

Ursachen der Fettleber

Zu einer Fettleber führen vor allem Giftstoffe und Stoffwechselstörungen.

Alkohol


Die häufigste Ursache für eine Fettleber ist der chronische Alkoholmissbrauch. Alkohol wird, wie viele andere Giftstoffe, überwiegend in der Leber abgebaut. Dabei wird als Zwischenprodukt Azetaldehyd gebildet, das in größeren Mengen die Leberzellen direkt schädigt. Parallel dazu entsteht im Lebergewebe ein Sauerstoffmangel, weil durch den Alkoholabbau der Sauerstoffbedarf gesteigert wird. Dieser Sauerstoffmangel wirkt sich negativ auf den Fettstoffwechsel aus: Die Fettsäuren können nicht mehr in ihre Transportform umgewandelt und über das Blut aus der Leber entfernt werden. In der Folge lagern sich zunächst kleine Fetttröpfchen in den Leberzellen ab, die später zu größeren Tropfen zusammenfließen und die Zellfunktionen erheblich beeinträchtigen.

Andere Giftstoffe

Außer dem Alkohol können auch andere chemische Substanzen die Bildung einer Fettleber begünstigen. Dazu gehören insbesondere Lösungs- sowie Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel. Deshalb sollten Personen, die z. B. aus beruflichen Gründen mit solchen Substanzen in Berührung kommen, regelmäßig ihre Leber untersuchen lassen. Gleiches gilt für diejenigen, die über längere Zeit regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, denn alle Arzneimittel passieren auf ihrem Weg durch den Körper die Leber. Und manche, wie z. B. Cortison, wirken dabei stärker leberschädigend als andere.

Weitere Ursachen

Neben den Belastungen durch Giftstoffe kann die Einlagerung von Fett in den Leberzellen auch durch andere Faktoren begünstigt werden. Dazu zählen Diabetes mellitus, Fehlernährung (z. B. Eiweißmangelernährung, Fettsucht, längerfristige künstliche Ernährung), Schwangerschaft oder bestimmte Fettstoffwechselstörungen.

Symptome

Bei Fettleber:
• Uncharakteristische Schmerzen, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch
Bei Fettleberentzündung:
• Diffuse Schmerzen und Druckgefühl im rechten Oberbauch, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Gelbsucht, Fieber
Patienten, die unter einer Fettleber leiden, haben häufig zunächst keine oder nur geringfügige Beschwerden. Diese äußern sich in Form von uncharakteristischen Oberbauchbeschwerden, Druck- und Völlegefühl sowie diffusen Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Der Tastbefund bei der körperlichen Untersuchung ergibt auch beim beschwerdefreien Patienten eine vergrößerte, jedoch wenig druckschmerzhafte Leber. In den Anfangsstadien der Erkrankung ist das Lebergewebe relativ weich, im weiteren Verlauf verhärtet es sich zunehmend. Auch bei der Fettleberhepatitis ist die Hälfte der Patienten im Anfangsstadium der Erkrankung beschwerdefrei. Später treten Appetitlosigkeit, Oberbauchbeschwerden, Erbrechen, Gewichtsverlust und hohes Fieber auf. Bei 50 Prozent der Erkrankten kommt es zu einer Gelbsucht (Ikterus) und anderen typischen Leberhautzeichen. Begleiterkrankungen wie Durchfall, Bauchwassersucht, Nierenversagen und/oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung können den schlechten Allgemeinzustand der Patienten zusätzlich beeinträchtigen.

Konventionelle Therapie

Wenn die Ursache für die Erkrankung rechtzeitig beseitigt wird, bildet sich die Fettleber ziemlich rasch und vollständig zurück, denn die Leber verfügt über eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung einer Fettleber sind strikter Alkoholverzicht, Gewichtsreduktion und/oder die Umstellung auf eine mineralstoff- und ballaststoffreiche Ernährung.
Schwieriger gestaltet sich die Behandlung bei der Fettleberhepatitis, wenn entzündliche Prozesse und eventuell der Untergang von Lebergewebe (Nekrosen) hinzukommen. Da es keine wirksame medikamentöse Behandlungsmöglichkeit gibt, ist das Vermeiden der auslösenden Faktoren, also z. B. der absolute Verzicht auf Alkohol, die einzig wirksame Therapiemaßnahme. Dazu gehört auch - sofern möglich - das Absetzen aller leberschädigenden Medikamente.
Ein Patient mit akuter Fettleberhepatitis wird anfangs über Infusionen ernährt. Auf diesem Weg erhält er auch alle Stoffe, die ihm aufgrund der gestörten Synthesefunktion der Leber fehlen (wie z. B. Vitamine, Eiweiße, Mineralien oder auch Gerinnungsfaktoren).

Prognose

Trotz der Behandlung im Krankenhaus ist die Prognose der alkoholischen Fettleberhepatitis nicht günstig: 30 Prozent der Erkrankungen verlaufen tödlich. Bei den übrigen 70 Prozent der Erkrankten sind die Heilungsaussichten davon abhängig, ob der Patient im weiteren Verlauf auf den Alkoholkonsum verzichtet. Absolute Alkoholkarenz kann sogar bei dieser Erkrankung noch zu einer Ausheilung führen. 40 Prozent der Patienten, die nicht auf den Alkoholkonsum verzichten, entwickeln im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose. Dieses Endstadium vieler Lebererkrankungen ist gekennzeichnet durch die Zerstörung und den knotigen Umbau von Lebergewebe sowie eine fortschreitende Funktionseinschränkung des Organs.

(Auszug aus meinem Referat an der Uni Hannover im Januar 2005)

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