mal wieder kalter entzug

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
rumpelstielz
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mal wieder kalter entzug

Beitrag von rumpelstielz » 08.11.2006, 00:05

hallo zusammen,
ich trinke seit ca. 7 monaten jeden tag 2-3 flaschen wein. ich weiß das ein kalter entzug sehr gefährlich ist. gibt es aber nicht eine möglichkeit die menge tag für tag zu reduzieren? ich habe einen freundin die mir dabei hilft. innerhalb wieviel tage könnte ich auf 0 kommen? zum arzt gehen ist blöd weil ich noch privat bei meinen eltern mitversicherht bin. könnte mir vielleicht auch jemand tip´s geben ob ich während dieser zeit das rauchen reduzieren sollte, wegen zu hohem blutdruck, oder ob mich das nur zussätzlich nervös macht.
grüße rumpel

Whitewolf
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Beitrag von Whitewolf » 08.11.2006, 00:43

Hallo Rumpelstielz,

herzlich Willkommen.

Grundsätzlich raten wir hier von einem kalten Entzug ab. Wenn du Dich hier zu der Thematik im Forum mal etwas schlauliest, weisst Du auch warum.
Du gehst ein unkalkulierbares Risiko ein wenn Du Deinem Körper ohne ärztliche Aufsicht und ohne Medikamente den Alkohol entziehst.
In wieviel Tagen Du auf 0 kommen willst interessiert Dich?? Das kommt darauf an in welchem Zustand Du Dich danach befinden möchtest. So ein kalter Entzug ist nicht nur für den Körper eine Zerreissprobe und Lebensgefährlich, sondern auch für die Psyche ein Martyrium. Deine Trinkmenge ist nicht unerheblich und ohne Arzt würde ich das nicht angehen.

Zumindest kann er Dir sagen , was in Deinem Fall das beste wäre.

Weniger Rauchen ist immer gut, allerdings wird das wohl eher im Gegenteil mehr werden.

Viele Grüsse

White

Peter.Pan

Beitrag von Peter.Pan » 08.11.2006, 06:45

Hallo rumpelstielz,

herzlich willkommen hier bei uns.
Es wollten schon viele von uns alleine auf 0 herunterzukommen und sind kläglich daran gescheitert,abgesehen davon,dass ein Kalter Entzug lebensgefährlich ist.
Du kannst zwar die Trinkmenge reduzieren,sehe aber ein Problem bei Deiner jetzigen Menge.

Ich würde auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.

LG Peter Pan

dorothea
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Beitrag von dorothea » 08.11.2006, 09:21

morgen rumpelstielz

1. meine vorredner haben recht, kalter entzug geht schon ma gar nich.
2. deine eltern sollen nicht erfahren was mit dir los ist, wie bitte willst du dann, mal angenommen du machst den quatsch mit dem kalten entzug doch, weiter trocken leben. willst du den rest deines lebens damit verbringen allen eine lüge nach der anderen aufzutischen? das mit noch fahren oder gade bauchschmerzen zieht nicht lange.
ich wage mal nen schuß ins blaue, du hast angefangen zu trinken weil du mit dem druck, den die erwartungshaltung deiner eltern dir gegenüber ausgelöst hat nicht mehr klar kamst???
nun möchtest du sie entweder nicht enttäuschen, oder hast keinen bock auf die predigt " kriegst du denn gar nichts hin", deswegen besser alles vertuschen?? stimmts???
so funktioniert das aber nicht du hast keine 6 in mathe, du hast eine lebensgefährliche krankheit, die unbehandelt unweigerlich zum tot führt.
deine weinflasche ist kein joystik, das ist kein spiel, nimm all deinen mut zusammen und geh zum arzt.
wenn du es nicht tust dann mußt du dir sagen lassen das du versagt hast, nicht wenn du jetzt handelst mit allen konsequenzen da gehört mut zu.
allso verplemper nicht deine zeit mit rumgeeier, das führt zu nichts, es macht alles nur schlimmer, von allein geht bei unserer krankeit nähmlich nur eins, die mengen werden immer größer und irgendwann merkt auch der dümmste was mit dir los ist.
wir helfen dir gern auf deinem weg aber anfangen mußt du, und der anfang ist ehrlichkeit.

gruß doro

Karsten
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Beitrag von Karsten » 08.11.2006, 10:40

Hallo rumpelstielz,

die Titelwahl "mal wieder kalter Entzug" zeigt mir, dass Du hier schon gelesen hast. Dabei kommt es nicht auf die Trinkmenge an, was auch ein Feierabendbier sien kann.
Das Du dennoch danach fragst, wie man heimlich und ohne ärztliche Hilfe vom Alkohol wegkommen kann, zeigt aber auch, dass Du nichts verstanden hast, was Du gelesen hast.
Lies vielleicht noch ein wenig. Dann wird Dir vielleicht das Risiko bewußt, was Du eingehen möchtest.
Auch über das Runtertrinken gibt es hier einige Beiträge.

Gruß
Karsten
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weg vom Alkohol
Alkoholikern - Lebensgeschichten
Zuletzt geändert von Karsten am 29.07.2009, 15:35, insgesamt 2-mal geändert.

dagmar007
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ein interessantes, aber auch erschreckendes Thema

Beitrag von dagmar007 » 27.05.2008, 09:22

nachdem bei uns die Beziehung am Ende ist stelle ich tageweise Versuche meines Ex fest, an denen er sich wohl selber beweisen will, dass es "so schlimm nicht ist". Ich habe mir keine Gedanken gemacht, weil ich diese Sprünge kenne.

Aber - seine Durchschnittskonsummenge hat sich geändert - somit stellt sich mir die Frage, ob bei einer Reduzierung auch entsprechende Gefahren bestehen. Das Problem ist, dass wir zusammenwohnen und ich somit rein strafrechtlich mit ziemlicher Sicherheit in die Bredulie komme wenn etwas wie Kreislaufversagen passiert und ich zusehe.

Das war bisher mein Weg bei einem alkoholischen Zusammenbruch, den er liegend am Boden verbrachte. Nachdem die Atmung noch ging ließ ich ihn liegen - denn auf Diskussionen habe ich keinen Bock, und wenn er nunmal den Weg ins Bett nicht findet, dann bleibt er "halt auf dem Teppich".

Überhaupt würde mich die juristische Lage interessieren. Als Co muss ich ja bemüht sein mich nicht um ihn zu sorgen oder Sorgfalt zu pflegen, als Staatsbürger werden mir andere Pflichten aufgegeben. Wir kriege ich da für mich den Bogen? Ich mache mir keine Vorstellung von wirklichem Entzug, weiß nur, dass das bei Drogen entsetzlich sein muss - ob bei Alk ähnlich lässt sich beim Lesen hier im Forum vermuten.

Hier wäre ich über ein paar Infos dankbar, da das für mich Fremdland ist.

Lieben Gruß von Dagmar

Karsten
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Beitrag von Karsten » 27.05.2008, 09:47

Hallo Dagmar,

juristische Dinge dürfen wir hier nicht besprechen und sollten daher immer mit einem Anwalt besprochen werden.
Auf dem Portal ist ein Anwalt verlinkt, der auch gesetzlich berechtigt ist, auf solche Fragen einzugehen.

Aus moralischer Sicht sehe ich das so, dass ich immer einen Notarzt anrufen würde, wenn ich in einer solcher Situation wäre und dann mit dem Notarzt die Wohnung verlassen würde, wenn der oder die Betroffene sich nicht helfen lassen will, also mit ins Krankenhaus geht.

Runter tinken birgt genauso das Risiko für Entzugserscheinungen, wie ein kalter Entzug. Ich habe das selbst oft machen müssen, weil der Schnapsvorrat für die Nacht nicht ausreichend war und ich ihn mir also einteilen mußte, was meinem Körper nicht bekam und ich ab und an auch einen Krampfanfall bekam oder ins Delir gefallen bin.

Gruß
Karsten

dagmar007
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danke Karsten

Beitrag von dagmar007 » 27.05.2008, 10:02

genau das mit dem Runtertrinken dachte ich auch. Ich denke bei einem bewußten Entzug hat man/frau sich ja dem Problem oft über Gedanken gestellt und hat vielleicht erkannt, dass ärztliche Hilfe sinnvoll ist.

Ich hatte mir das noch nie überlegt oder mir Gedanken gemacht, weil einfach der tägliche Alkoholspiegel hier im Haus ja feststellbar war. An diese Gefahr dachte ich erst als er gestern "demonstrativ" das Bier wegschüttete und ich bemerkte dass der Spiegel weitaus geringer war als sonst.

Hier geht es ja um kein aufhören sondern um das sich "selber beweisen", dass es so schlimm nicht ist. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus nicht in eine brenzlige Situation zu kommen. Aber typisch co halt, man/frau bedenkt alles im Vorfeld - und doch kommt das leben ganz anders, als man es zuvor berechnet ;-)

Lieben Dank von Dagmar

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