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kalter Entzug

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
ele
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kalter Entzug

Beitrag von ele » 08.11.2006, 18:18

Hallo an alle,ich habe immer alles gelesen und was ihr über einen kalten Entzug schreibt,aber man kann doch nichts alles verallgemeinern und alle über einen Kamm scheren,ich war Quartalstrinkerin,da hatte ich mal einen Tag vielleicht auch mal zwei etwas getrunken und dann war aber wieder gut,dann ging es mir den nächsten Tag schlecht,vielleicht auch den übernächsten,ich finde es hängt doch davon ab,was man für ein Trinktyp ist,ich muß nicht 14 Tage in eine Entgiftung,wenn ich nicht jeden Tag trinke,da muß schon jeder für sich seinen Weg finden,was ihr hier schreibt und anderen regelrecht Angst macht,kann ich nicht beführworten,ich bin seit 3 Jahren trocken,ich weiß wovon ich rede.
Jeder ist anders gestrickt,jeder hat ein anderes Alkoholverhalten,jeder ist ein anderer Alkoholtyp,dass habe ich in meiner 2 Jährigen ambulanten Therapie gelernt,ihr könnt hier nicht alles verallgemeinern,der Tagtäglich trinkt,sehe ich es ein,aber bitte nicht verallgemeinern,tut mich bitte nicht angreifen,ich habe auch schon ein klein wenig Erfahrung.
Liebe Grüße an Alle Ele

Karsten
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Beitrag von Karsten » 08.11.2006, 18:38

Hallo Ele,

hier geht es nicht um Verallgemeinerungen, sondern um Verantwortung.
Du wirst selbst noch aus Deiner aktiven Zeit wissen, wie sehr man sich überschätzt und sein Trinkverhalten falsch einschätzt.
Viele denken eben, weil sie mal aus Geldmangel oder anderen Gründen einen Entzug machen mußten, dass dies immer so abgeht und schon nichts passieren wird.
Jeder Entzug kann der letzte sein, weil auch bei einem Quartalstrinker Entzugserscheinungen auftreten.

Dir ging es ja auch schlecht, also haben sich erste Entzugssyptome bemerkbar gemacht.

Das was Du grad geschrieben hast, wird vielleicht einige Leser in ihrer Meinung bestätigen, dass sie doch zu Hause entziehen können.
Die Selbsteinschätzung sagt ihnen, ich habe ja auch ab und zu mal ein paar Tage nicht getrunken.
Als Alkoholiker macht man sich immer selbst was vor. Man braucht ja für sich eine Entschuldigung, dass man das eigentlich Falsche vor sich rechtfertigen kann.

Willst Du die moralische Verantwortung dafür übernehmen, dass nur einer, der sich selbst falsch einschätzt, einen klaten Entzug macht und daran stirbt?

Ich nicht und daher bitte ich Dich, solche Beiträge hier zu unterlassen.
Mit drei Jahren Nüchternheit sollte man mehr Verantwortungsgefühl erwarten können.

Ein Arztbesuch tut niemanden weh. Es können während der nassen Zeit andere organische Erkrankungen erfolgt sein. Sich vor einem fremden Menschen zu outen ( dem Arzt es sagen, dass man Hilfe brauch ), ist ein Schritt zum Eingeständnis seiner Krankheit.
Wenn dann der Arzt sagt, dass ein stationärer Entzug nicht erforderlich ist, liegt es in seiner Verantwortung, weil er auch den körperlichen Gesantzustand kennt.

Also, noch einmal. Lass solche Beiträge zur Beführwortung bzw. Verharmlosung eines Entzuges bitte sein.

ele
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hallo

Beitrag von ele » 08.11.2006, 19:06

Ich war auch auch schon in einer Klinik und habe gesehen,wie ein Entzug aussieht,schrecklich,ich hatte mich eigentlich sebst zu einem Enzug eingewiesen,hatte einen Termin,kam dort hin,mußte pußten,0,0,hatte sofort auch Ausgang,mußte nicht in die Zelle,war dort so,war 14 Tage dort,war ein Horror für mich.
LGEle

ele
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Beitrag von ele » 08.11.2006, 19:14

Entschuldigung,man muß ja mal seine Meinung sagen dürfen,darf ich totzdem noch im Forum bleiben oder verbannt ihr mich jetz?
Ich habe auch Probleme,mehr als genug,auch wenn ich trocken bin durch meine Ängste,aber ihr habt ja schon mal geschrieben,dass ihr damit nicht so umgehen könnt und das tut mir auch ein wenig weh und darum schreibe ich nicht mehr so viel.Warum grifst du mich so an,Karsten,dass tut mir auch weh.
LG Ele

Karsten
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Beitrag von Karsten » 08.11.2006, 20:22

Hallo Charles

ich möchte noch mal an dieser Stelle betonen, dass dies hier kein Forum sit, wo man sich austauschen kann, ob man nun nüchtern werden will, muß. kann oder ob es noch andere Möglichkeiten gibt.
Wie auf dem Portal geschrieben, ist dieses Forum für Menschen gedacht, die ein abstinentes Leben durch die Selbsthilfe erlernen möchten.
Da steht nichts von "gibt es noch ein normalen Alkoholkonsum für mich?" oder Ähnliches.

Jeder kann sich hier anmelden, aber nur wenn er erkannt hat, dass es für ihn kein Leben mit Alkohol mehr gibt und er im Rahmen der Selbsthilfe ein nüchternes Leben anstrebt.

Hallo Ele,

als Angriff gegen Deine Person möchte ich meinen Beitrag nicht verstanden wissen. Wenn es so angekommen ist, entschuldige.

Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass es hier keine Beführwortung bzw. Verharmlosung des kalten Entzuges gibt.
Entscheiden tut sowieso jeder selbst.
Ich möchte aber nicht die Verantwortung tragen, wenn einer stirbt oder dauerhafte Gesundheitsbeeinträchtigen erfährt, weil er hier gelesen hat, ist alles nicht so schlimm oder wenn man nicht regelmäßig trinkt, passiert schon nichts.
Ein kalter Entzug ist für jeden gefährlich, egal welche Trinkgewohnheiten er hat. Das muß jeden klar sein.
Man schämt sich ka auch nicht, wenn man ständig Alkohol kauft und die Leute über einen reden.
Auch wenn man sich einbildet, niemand bekommt es mit, dem ist auch nicht so. Also brauch man sich auch nicht zu schämen, wenn man zum Arzt geht, sich dort untersuchen läßt und dann die Entscheidung mit dem Arzt trifft, ob man ambulant oder stationär entzieht.

Skye

Beitrag von Skye » 08.11.2006, 21:49

Guten Abend!

Auch wenn ich mich problemgegeben mehr im Co-Bereich aufhalte, lese ich doch des Öfteren auch bei den Betroffenen. So lese ich auch immer wieder die Diskussionen um den kalten Entzug. Ich bewundere Karsten mit welcher Ruhe er immer wieder diesen mit Verlaub gesagt, ausgemachten geistigen Dünn…….ß kommentiert und gebetsmühlartig seine absolut berechtigten Argumente dagegen vorbringt. An seiner Stelle würde ich diese Beiträge mittlerweile kommentarlos löschen und auf die freie Meinungsäußerung und Demokratie pfeifen. Die haben hier nichts zu suchen!!!!!

Für die Unverbesserlichen und Theoretiker:

Das sind die Fakten:

Meine Mutter ist seit Jahren schwer alkoholabhängig, sie hat keinerlei Kontrolle über ihren Konsum, schießt sich regelmäßig ins Nirwana. Sie trinkt regelmäßig fast jeden Tag. Manchmal schaft sie es von Samstagmorgen bis Montagmorgen mit Mühe und Not ohne, aber auch nur weil sie Freitagabend bis zur Besinnungslosigkeit getrunken hat. Dieses kleine Persönchen mit gerade mal 60 kg kann ganz locker 2 Promille stemmen und wirkt auf Außenstehende leicht angeschickert, bis mäßig betrunken. Es ist dank Medikamenten in allen ihren Entgiftung bisher ohne große Vorkommnisse gut gegangen. Ihre letzte stationäre hat sie gerade auch wieder problemlos hinter sich gebracht, dank Medikamenten und ärztlicher Überwachung! Soweit bis hier...


Ich, wie jeder andere ohne die jahrelange Gewöhnung antrainierte hohe Alkoholtoleranz, würde damit auf der Intensivstation landen bei diesen Werten. Jeder der das liest würde sagen, das geht nicht ohne Arzt, ohne Entgiftung. Bei diesem Konsum sind Krampfanfälle und Delire vorprogrammiert. Das ist natürlich was anderes, als jemand der nur alle paar Tage oder Wochen was trinkt. Keiner, auch die mit minimaler Erfahrung, würde bei diesen Angaben nur im Entferntesten daran denken ihr zu raten, es mit einem kalten Entzug zu versuchen.

Ihre Darstellung der Dinge sieht folgendermaßen aus:

Ich trinke nicht viel, es gibt Tage da trinke ich gar nichts. Gut ab und an gibt es Tage da trinke ich doch zuviel und habe einen Filmriß, aber nicht oft. Ich habe noch nie einen Krampfanfall oder ein Delir gehabt. Ich kann ohne Probleme auch mal eine Woche nichts trinken. Ich gehe nur in die Entgiftung, weil ich es allein nicht schaffe. Wenn ich genug Willen aufbringen könnte und von meinem Mann und meiner Tochter die richtige Unterstützung bekommen würde, würde ich es auch zu Hause allein schaffen. Dann müsste ich nicht in diesen Käfig.



Mit dieser Einstellung und falschen Selbsteinschätzung würde sie hier ankommen, Beiträge darüber lesen, dass ein kalter Entzug zu Hause auch geht, wenn man nicht soviel oder regelmäßig trinkt. Sie würde es versuchen und wahrscheinlich nicht überleben.

Die die ihr hier über kalte Entzüge schreiben wollt, seid ihr Euch eigentlich im klaren darüber, dass ihr mit diesen Beiträgen Alkoholiker mit falscher Selbsteinschätzung dazu animieren könntet das doch auch mal zu versuchen. Woher wollt wissen, das der der es liest, sich nicht vollkommen falsch einschätzt wie meine Mutter? Wollt ihr Überschriften drüber setzen, nur lesen wenn Du nicht mehr als….. trinkst. Die Grenzen sind schwimmend und gehören in die Hände von Ärzten, die abschätzen können was sie tun, weil sie den Menschen vor sich haben und nicht nur Geschriebenes.

Alkoholiker aufgrund dessen zu beurteilen, was sie schreiben ist lebensgefährlich und zwar für den Alkoholiker. Unter Umständen würdet ihr Euch das Leben meiner Mutter auf’s Gewissen laden. Könntet ihr das verantworten?

T’schuldigung es ist ein wenig mit mir durchgegangen, aber das liegt mir schon lange auf der Seele.

Skye

toby
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Beitrag von toby » 08.11.2006, 22:22

Kalter Entzug ist abolut lebensgefährlich und sollte nicht gemacht werden!
keine Frage!

Man sollte sich aber auch im klaren darüber sein, dass wenn der Arzt zu Rate gezogen wird, es nicht mehr möglich ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
Auch der Wechsel in eine private Krankenversicherung ist nahezu ausgeschlossen...

Skye

Beitrag von Skye » 08.11.2006, 22:47

Hallo Charles,

Deine Meinungen und Ansichten seien Dir unbenommen. In der realen Welt mag es vielleicht, aber nur vielleicht funktionieren. Wenn ich auch bei meiner Mutter die Erfahrung gemacht habe, daß Verständnis nichts bringt. Das wurde immer mit dann geht's ja noch, dann kann ich ja weitertrinken gleichgesetzt. In der realen Welt hast den Menschen vor Dir kannst ihn besser beurteilen, dass Gespräch steuern und den Betroffen vielleicht auch leiten. Du hast es in der Hand welche Informationen er bekommt.

Bei einer Selbsthilfegruppe im Internet, haben solche Beiträge nach meiner Meinung nichts zu suchen. Das hier ist wie ein Selbstbedienungsladen, alles liegt offen und für jeden gut erreichbar da. Man nimmt sich hier ein Stück und dort eines, man liest hier ein wenig, kombiniert es mit einigen Meinungen aus einem anderen Thread und schwups hat jeder Leser seinen eigenen bunten Obstkuchen. Niemand kann absehen oder beeinflussen, wer was liest, was Beiträge, Erfahrungen und Beschreibungen über den kalten Entzug bei Suchenden auslösen. Nur ein fauler Apfel kann den ganzen Kuchen verderben. In diesem Fall zum Tod führen.

Skye

@Toby

Was nutzen Dir diese Überlegungen, wenn der Schuß nach hinten losgeht und der kalte Entzug nicht überlebt wird?

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