Alkis und Verantwortung. Eure Meinungen?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Monika1
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Alkis und Verantwortung. Eure Meinungen?

Beitrag von Monika1 » 04.12.2006, 13:52

Hallo Ihr Lieben,

habe da mal eine Frage:

wie verhält es sich bei Alkis mit dem Wort VERANTWORTUNG?

Wie sind Eure Erfahrungen?

Ist es vielleicht so: Mehr Verantwortung = mehr Alk?

Gut, sie können Verantwortung nicht mal für sich selbst übernehmen, und können das dann doch eigentlich auch nicht bei anderen, oder?
Was mich auch noch interessiert: Wer seinen Partner schon vor der Sucht kannte, wie ist er dann mit Verantwortung umgegangen und wie tut es es in seiner Sucht?

Bin mal gespannt auf Eure Erlebnisse / Meinungen

Bernd G
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Beitrag von Bernd G » 04.12.2006, 19:14

Guten Abend Monika !

Zum besseren Verständnis, ich bin beides. Alkoholiker und Co.

Nicht ohne Brisans deine Frage, sie verleitet einem zum " Veralgemeinern".

Das sollte man meiner Meinung nach aber tunlichst vermeiden.

Sicherlich giebt es Alkoholiker die Verantwortung haben und dieser bis zu einem gewissem Grad auch gerecht werden, Ich denke da zB. an einen Arzt der Spiegeltrinker war.
Andererseits ist es kaum vorstellbar das ein nasser Alkoholiker verantwortungsbewust handelt.
Ich selber konnte das jedenfalls nicht. Das fängt doch schon mit der Verantwortung gegenüber meiner eigenen Gesundheit an. Die war mir , solange ich getrunken habe doch völlig egal. Wie konnte ich da noch Verantwortung für andere übernehmen. Nein das konnte ich nicht.
Auch , so denke ich war ich sehr labil in meiner nassen Zeit und habe es überhaupt erst wieder erlernen müssen was es heist Verantwortung zu übernehmen.
Die Frage fand ich sehr interessant, doch kann ich da nur von mir sprechen und nicht von Alkoholikern algemein.
Ich hoffe du kannst mit meinen Gedanken etwas anfangen.

Viele liebe Grüsse von Bernd

Rockabella82
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Beitrag von Rockabella82 » 04.12.2006, 20:14

ich kenne das natürlich nur von meiner seite, aber wenn mein freund am trinken ist, ist ihm alles drum herum ***.

für ihn zählt dann nur das hier und jetzt und sein bier oder was auch immer er vor sich stehen hat.

es interessiert ihn nicht ob ich seit über 2 stunden auf ihn warte, es interessiert ihn nicht wie es mir dabei geht, und es interessiert ihn auch nicht die bohne wie er nach hause kommen will...

er reagiert einfach nicht

knuddelz
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Beitrag von knuddelz » 04.12.2006, 20:54

Ist doch ganz normal bei einer Abhängigkeit . Die Sucht regiert .
Mein Mann ist jetzt zum Glück seit 4 Jahren trocken,aber in seiner nassen Zeit war ihm auch alles egal,Hauptsache der Alkoholspiegel stimmte.

Ayki79

Beitrag von Ayki79 » 04.12.2006, 20:56

Alkohol = 0 Verantwortung !!

Kerstin1978

Beitrag von Kerstin1978 » 04.12.2006, 22:06

Hallo,

also, im Falle meines Vaters schließt der Alkoholkonsum jede Art von Verantwortung aus.
a) im Hinblick auf seine Gesundheit und b) auch anderen gegenüber. Wir haben z.B. kürzlich meinen Geburtstag bei mir gefeiert. Damit mein Vater bei Laune bleibt, habe ich Bier beigeschafft (typisch co, aber was will man machen). Jedenfalls hatte er dann im Beisein meiner 3jährigen Tochter einen Blödsinn verzapft, für den ich ihn am liebsten hätte ohrfeigen wollen. Er scherzte über meine neue Frisur. Er meinte, sie sähe aus, wie wenn er in die Steckdose gegriffen hätte und langt vor den Augen meiner Tochter fast in die Steckdose.
In meiner Wohnung sind zwar überall Kindersicherungen, aber so´n Scheiß (sorry für den Ausdruck) zeigt man keinem Kind. Ich hab nur gemeint, dass ich das ganz toll finde, dass er es seiner Enkelin gezeigt hat. Seine Reaktion "Ach, die hat doch nichts gesehen..."
Soviel zum Thema Verantwortung... .

Was mich aber mal interessieren würde...ist einem Alkoholiker seine Gesundheit wirklich shit-egal, oder verdrängt er seine durch den Alkohol verursachten Symptome lediglich ???

Kerstin

esgehtanders
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Beitrag von esgehtanders » 05.12.2006, 00:28

hallo monika,
kann nur für mich sprechen, aber für mich schlossen sich Alkohol und Verantwortung aus, entweder hatte ich zuviel intus um welche zu übernehmen oder war in Gedanken zusehr mit anderem (wo/wann gibt´s Nachschub) beschäftigt.
@kerstin
ich selbst habe die Symptome viel zu lange verdrängt, Gott sei Dank noch die Kurve gekriegt (also tendentiell würde ich sagen: sch**-egal)

Chopin
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Beitrag von Chopin » 05.12.2006, 18:56

Hallo Monika,
ich bin zwar die mit der wahrscheinlich geringsten erfahrung hier aber ich glaube schon, dass bei deiner verbindung mehr verantwortung- mehr alk ein enger zusammenhang besteht. Aus welchen gründen auch immer, bei meinem freund sehe ich einfach auch diesen zusammenhang und die immer kleiner werdende belastbarkeit.
Ich grüsse Dich besonders lieb,
Petra

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