Alkoholfreies Bier ???

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DaddysGirl
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Alkoholfreies Bier ???

Beitrag von DaddysGirl » 06.12.2006, 11:21

Hab ihr dahingehend Erfahrung?
Ich habe meinem Vater verboten, dass er bei der Ausübung unseres gemeinsamen Hobbies Bier trinkt. (Ich möchte es aber den anderen Leuten, die dabei sind, nicht verbieten - kann ich auch nicht!)
Wenn aber mein Vater alk.freies Bier trinkt?

Was haltet ihr davon?

Karsten
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Beitrag von Karsten » 06.12.2006, 11:24

Hallo DaddysGirl,

es gibt kein alkoholfreies Bier. Auch wenn sich manches so nennt, ist dort auch ein geringer Anteil von Alkohol enthalten.
Lebe ein bewußtes alkoholfreies Leben
Das hat alles mit dem Wunsch zu tun den Alkohol kontrollieren zu wollen weniger trinken zu wollen, weil man die Abstinenz nicht einsieht.
Gruß
Karsten
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schnitte
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Beitrag von schnitte » 06.12.2006, 11:38

Hallo Daddys Girl!

Ich hatte dieselbe Frage wie du und bei der Suchtberatung hat man mir gesagt, dass der Anteil Alkohol in dem Alkoholfreien Bier vielleicht gar nicht das Problem ist, aber es wäre vom Kopf her viel leichter vom "alkoholfreien" auf "richtiges" Bier umzusteigen.

Ich weiß ja nicht in welcher "Phase" des Alkoholismus dein Vater gerade ist, aber meinem Freund hat man gesagt, dass es für Anfang vielleicht eine Lösung ist alkoholfreies Bier zu trinken, wenn man in Gesellschaft ist wo viel getrunken wird. Aber langfristig müsste er Leute die ihm nahe stehen sowieso in sein Problem einweihen und dann wäre es auch "leichter" auf Cola umzusteigen.

Hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen.

Gruß schnitte

Karsten
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Beitrag von Karsten » 06.12.2006, 11:42

Hallo,

alkoholfreies Bier ist eigentlich wie richtiges Bier. Der Unterschied liegt nur in dem Anteil von Alkohol.
Einem Schnapstrinker würde man ja auch nicht empfehlen, jetzt nur Bier zu trinken.
Alkohol ist Alkohol. Wer nüchtern leben möchte, kann auch kein alkoholfreies Bier trinken.
Der Versuch weniger zu trinken oder die Krankheit auszutricksen, kann auf lange Zeit nicht funktionieren. Viele Menschen geben zwar diese Hoffnung nicht auf, irgendwann mal weniger Trinken, aber sie scheitern und drehen sich dann ihr ganzen Leben im Kreis.

@Schnitte

wenn man sich in Gesellschaft begibt, wo viel Alkohol getrunken wird, hat man einfach das falsche Umfeld.

Gruß
Karsten
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alkoholfreies Zuhause und alkoholfreies Umfeld
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DaddysGirl
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Beitrag von DaddysGirl » 06.12.2006, 14:16

Danke für eure Antwort - ich wusste gar nicht, dass in alkoholFREIEM Bier trotzdem Alkh. drinnen ist. War ja nur eine Idee.

Zur Frage in welchem Stadium mein Vater ist - tja - ich weiß ja nicht wieviele Stadien es im Endeffekt geht, aber ich nehme an, ziemlich in den letzten (sein Körper schreit nach Hilfe...)

@Karsten:
Ich verstehe Deinen Hinweis mit dem "falschen Umfeld". Jedoch, in welchen Kreisen wird denn nicht immer wieder mal was getrunken? Ich selbst bin definitiv KEINE Alkoholikerin, jedoch trinke ich auch gern mal ein Glas Wein oder ein Bier. Ich kann Dir jetzt zwar nicht einmal sagen, wann das letzte Mal ... aber Du weisst was ich meine.

schnitte
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Beitrag von schnitte » 06.12.2006, 14:18

@ Karsten

vielleicht müsste man "viel trinken" auch erst einmal definieren. Es gibt sicherlich Anlässe da ist es "normal" ein Bier zu trinken und wenn man so wie mein Freund dann auch noch dafür bekannt ist gerne mehr als ein Bier zu trinken, dann ist es bei diesen Anlässen sicherlich schwierig sofort die Cola zu bestellen.

Das hört sich ein bißchen so an als würdest du jeden verurteilen, der Alkohol trinkt oder mal betrunken ist.

Natürlich geht es hier im Forum um Menschen die alkoholkrank sind und deren einzige Chance es ist nichts zu trinken, aber es gibt ja nun mal da draußen wirklich genug Menschen, die Alkohol trinken und kein Problem damit haben.
Soll man deshalb als Betroffener den Kontakt zu diesen Menschen vollkommen verlieren?

Wahrscheinlich wäre es sinnvoller solche Situationen zu vermeiden, aber soll man deshalb Freundschaften beenden, weil die anderen Trinken und man selber ein Problem damit hat. Ich finde damit sollte man erst anfangen wenn man sich "geoutet" hat und dann sieht wie das Umfeld darauf reagiert.

Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.

Gruß schnitte

Colonia
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Beitrag von Colonia » 06.12.2006, 14:23

Hallo Schnitte,
Deiner Meinung schließe ich mich völlig an.
LG Colonia

Karsten
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Beitrag von Karsten » 06.12.2006, 14:34

Hallo,

ich kann nur von mir ausgehen.
Obwohl ich schon einige Jahre trocken bin, gehe ich auf keine Veranstaltungen, die für mich ein Risiko bedeuten könnten.
Selbst bei Geburtstagsfeiern im Familienkreis gehe ich, wen ich merke, dass es nur noch ums Alkohol trinken geht.
Ich trinke dann dort einen Kaffe, esse Kuchen und wenn der sogenannte "gemütliche Teil" beginnt, gehe ich.

Es gibt genug Veranstaltungen, wo Alkohol nicht im Mittelpunkt steht.

Wie gesagt, ich gehe da von mir aus. Wenn ihr Euch mal durch das Forum lest, vor allem die Beiträge von Menschen, die ebenfalls schon länger trocken sind, werdet Ihr ähnliche Einstellungen finden.

Im Gegensatz dazu findet Ihr auch viele Beiträge, wo Betroffene, die nicht lange trocken sind, Gegenargumente haben.
Sicherlich kann man das alles immer von verschiedenen Seiten sehen.

Im Endeffekt sind es aber meist die Menschen, die länger trocken bleiben, die ihre Ansichten mal beiseite stellen und von Anfang an das machen, was ihnen länger trocken lebende Alkoholiker vorleben.

Jeder muß aber für sich entscheiden, ob ihm seine Nüchternheit und damit sein Leben mehr wert ist, als ein Freund, der unbedingt in seiner Gegenwart Alkohol trinken muß.

Ich habe mich für mein Leben entschieden.

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