Alkoholabhängige Angehörige mit Kind, was tun?

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Stef
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Alkoholabhängige Angehörige mit Kind, was tun?

Beitrag von Stef » 15.12.2006, 15:38

Guten Tag an alle,
meine Schwester ist alkoholkrank und hat ein schulpflichtiges Kind. Das größte Problem ist, dass sie sich ihre Krankheit nicht eingesteht und demzufolge auch keinen Entzug machen will. Die Wohnung ist verwahrlost, sie reist völlig planlos mit dem Kind durch die Gegend, die wahren Zustände sind - wie ich heute erst gehört habe - eine Katastrophe. Ich habe kaum mehr Kontakt zu meiner Schwester, aber das Kind tut mir in der Seele leid. Ich weiß wie das ist, meine Mutter war auch abhängig.
Nun hat die Familie überlegt, weil alle "freiwilligen" Methoden fehl schlugen, meine Schwester zwangsweise einem Entzug zu unterstellen. Wenngleich das nach Meinung einiger Ärzte keine gute Idee sei, weil unter Zwang die Wahrscheinlichkeit des Rückfalls enorm hoch sei. Wie auch immer, eine andere Chance sehen wir nicht mehr. Weiß jemand in diesem Forum, was die Konsequenz für das Kind im schlimmsten Falle sein könnte? Meine Befürchtung ist, dass das Jugendamt sich einschaltet und sich des Kindes annimmt. Wir möchten allerdings, dass sie bei einem Familienmitglied unterkommt. Aber ich höre oft so Horrorstrories im Fernsehen..Kinder in´s Heim...Familie zerstört,..etc.
Weiß jemand Rat, bzw. eine gute, seriöse und diskrete Anlaufstelle für ein solches Anliegen?
Beste Grüße
Stefanie

Spedi

Beitrag von Spedi » 15.12.2006, 16:00

Servus Stef,

ohne Kenntnis der nähren Umstände ist eine "Ferndiagnose" nicht möglich, das weisst Du. Ich gehe davon aus, dass Du jetzt erst mal Informationen sammeln willst. Dann würde ich einen Besuch bei einer Suchtberatung empfehlen, dort kann man Dir auch mit Informationen zum Thema "Mutter/Kind-Therapie" geben, denn nach dem was Du schilderst, ist auch das Kind als Angehöriger stark betroffen.
Gerade in Berlin gibt es diverse Anlaufstellen, wo Du Dich (auch anonym) beraten lassen kannst.
Die Aussage der Ärzte, wonach eine Zwangstherapie wenig erfolgversprechend ist, kann ich unterschreiben - aber nur für mich, nicht für Deine Schwester. Die Erfahrung lehrt aber leider, dass dies zutreffend ist.

Darüber hinaus bitte ich eines zu bedenken: wie soll es mit dem Kind weitergehen, wenn sich nicht jetzt etwas ändert? Egal, ob Jugendamt oder Ihr als (Rest-)Familie. Das Kind wird mit Sicherheit viel mehr in den Strudel gezogen, je länger dieser Zustand andauert.
Die Möglichkeiten, die Ihr da habt, sind vielfältig. sie setzen aber immer voraus, dass Deine Schwester bereits ist, diesen Weg mitzugehen. Also Einsicht zeigt. Und wirklich dieses Problem hat.
Sonst hilft nur der Weg durch und mit den Behörden, also Zwangsmassnahmen.

LG
Spedi

Stef
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Beitrag von Stef » 15.12.2006, 16:24

Tag Spedi,
vielen Dank für die schnelle Auskunft. Die Suchtberatung werde ich ansteuern. Mir geht es tatsächlich zum jetzigen Zeitpunkt darum, Informationen zu sammeln, denn ich stehe dem Thema schon viel zu lange ratlos gegenüber.
Das letzte was ich will, ist etwas falsch zu machen und dem Kind ein Trauma zuzufügen. Sie liebt ihre Mutter derart, dass wir sie über den Zustand auch nicht aufklären können. Wir haben es bereits zaghaft und in Ansätzen versucht.
Vielleicht funktioniert es auch mit "leichtem Druck" mit professioneller Hilfe ggü. der Mutter und ohne Zwangsmaßnahmen.
Die Suchtberatung weiß vielleicht Rat.
Merci vielmals und Grüße an alle hier!
Stef

Spedi

Beitrag von Spedi » 15.12.2006, 18:14

Servus Stef,

meld Dich bitte wieder, wenn Dir danach ist - auch, wenn Du etwas nicht verstehst oder nicht glauben kannst.

LG
Spedi

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