Nur noch Alkohol als Freund

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Allein

Nur noch Alkohol als Freund

Beitrag von Allein » 10.07.2005, 20:58

Hallo Ihr! Ich bin 32 Jahre alt ,Männlich…..
Ich trinke schon seit mehrere Jahre......
Ich habe dadurch fast alle meine Freunde verloren....
Die aber keine wirkliche Freunde waren, denn gerade in schwierigen Zeiten
wurde ich allein gelassen.

Wenn ich nicht gerade Arbeiten muss, sitze ich zu Hause und Trinke nur noch,
trinke eine bis zwei Flaschen Sekt oder Wein so dass ich einschlafe….
Wenn ich aufwache spüre ich das allein sein und fang gleich wieder zu Trinken an um wieder
Einzuschlafen. So vergehen wenigstens die Tage ohne groß seelisch Leiden zu müssen.
…. Und dass auch wenn es draußen 30 grad sind.
Ich würde am liebsten immer schlafen um nicht „leiden“ zu müssen. In Letzter zeit graust es mir oft vom Alkohol aber ich zwinge mich zu ersten glas dann schmeckt es mir wieder… Es ist besser wie die Einsamkeit. Aber ich will nicht mehr…. Ich will endlich wieder anfangen zu Leben. Aber wenn ich es versuche muss ich feststellen das ich alleine da stehe und alleine
wieder unter Leute zu kommen ist es sehr schwer. Und da bleibt mir nur noch mein Freund der Alkohol. Ich habe über eine Partnerbörse im Internet Nette Frauen kennen gelernt… aber wenn man sagen muss dass man keine Freunde hat kommt es überhaupt nicht gut an. ...und schon geht es wieder von vorne los.
Sorry das ich gleich beim ersten mal einen Roman geschrieben …..
Frage, war jemand schon in so eine Situation ???
Was für Ratschläge könnt ihr mir geben ausser Arzt aufsuchen und so? Vielleicht kann mir wirklich jemand aus eigener Erfahrung sprechen.

Würde mich sehr auf antworten Freuen... Ciao

Karsten
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Beitrag von Karsten » 10.07.2005, 21:19

Hallo und Guten Abend,

genau, wie Du es beschreibst habe ich ca. vier Wochen, bei meinem letzten Rückfall verbracht.
Ich hatte mir gleich Flaschenweise das harte Zeug gekauft und wollte nur noch schlafen, weil ich mich selbst nicht mehr ertragen konnte.
Nachts hatte ich manchmal lichte Momente, da ich tagsüber einfach zu viel Angst hatte, jemand könnte mich so entdecken.
Eines Tages hatte ich keinen Schnaps mehr und konnte auch nicht laufen, weil mein Kreislauf völlig am Boden war.
Ich lag ca. 24 Stunden wach und mußte nachdenken, weil ich auch nict schlafen konnte ohne Alkohol.
Langsamm rappelte ich mich auf und war auf dem Weg zur Kaufhalle. Unterwegs wurde mir meine Situation durch die Blicke der anderen Menschen noch deutlicher.
Ich kaufte keinen Schnaps und ging zu einer Wohngemeinschaft, die ich schon von früher her kannte.
Dort gab ich mich ab und ohne zu fragen, wie, folgte ich den Beispielen der anderen Bewohner und wurde trocken, was ich bis heute bin.
Dort hatte ich auch richtige Freunde gefunden, die mich noch heute begleiten.
Das Wort Alkoholerkrankung bekam nun wieder die richtige Bedeutung.

Gruß
Karsten
__________________________
Alkoholerkrankung
Zuletzt geändert von Karsten am 08.02.2010, 15:38, insgesamt 3-mal geändert.

chrissyta
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Beitrag von chrissyta » 10.07.2005, 21:22

hallo gast,

willkommen hier im forum.

du bist jetzt an einem punkt angekommen der mir sehr gut bekannt ist, es war bei mir der punkt des aufhörens mit diesem teufelszeug.

du willst endlich wieder anfangen zu leben, jetzt bist du hier und ich schreibe dir fang damit an. versuche den alkohol mal wegzulassen, sollte es nicht funktionieren und es stellen sich körperliche entzugserscheinungen wie zittern, schweissausbrüche, innere unruhe usw. ein, dann kann ich dir nur raten einen arzt aufzusuchen, denn wenn du es dann alleine tust das kann gefährlich werden.

wenn es dir besser geht, findest du auch sicher neue freunde, davon bin ich überzeugt. du musst ganz einfach den anfang finden.

wenn du im internet wieder eine nette frau kennen lernst, dann schreib ihr doch einfach nichts über deine freunde, man muss da ja dort nicht gleich alles von sich preisgeben.

ich wünsche dir viel kraft.

gruss
chrissyta

Allein

Danke

Beitrag von Allein » 10.07.2005, 21:37

Danke für Deine sofortige Antwort ......
Ja das mit den Freunden sage ich nicht gleich aber wenn es zum treffen kommt muss und will ich ehrlich bleiben :wink:
Ciao
PS : Fühle mich schon nicht mehr so ganz alleine mit mein Problem

Allein

Danke

Beitrag von Allein » 10.07.2005, 21:44

Ja, Guten abend Karsten!
Meinst Du mit Wohngemeinschaft eine selbsthilfegruppe?
Oder ist es eine richtige WG? Wie bist Du auf die gekommen?
Ciao

Karsten
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Beitrag von Karsten » 10.07.2005, 21:56

Guten Abend,

hier in Berlin gibt es zwei Selbsthilfewohngemeinschaften, wo man richtig wohnt.
Ich hatte sie bei meinen früheren nicht wirklich ernstgemeinten Versuchen zur Trockenheit kennengelernt.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir auch die Adressen geben.

henri
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Beitrag von henri » 10.07.2005, 22:00

Hallo Allein

Du schreibst, dass du dich zum ersten Glas zwingen musst. Wie wäre es, wenn du in dem Moment an die frische Luft gehst, mit Leuten redest oder einfach nur einen Spaziergang machst. Dabei solltest du auf jeden Fall auf Entzugserscheinungen achten. Ich kann Chrissyta nur zustimmen, wenn sie von den Gefahren des Entzugs schreibt.

Es ist doch sicher mit den Freunden so, dass du nicht mehr zu ihnen gehst, igelst dich in deiner Wohnung ein. Da darfst du dich auch nicht wundern, wenn keiner mehr zu dir kommt. Das wird sich auch wieder ändern, wenn du wieder auf sie zugehst und mit ihnen redest und das in nüchternem Zustand.

Gruß Henri

Allein

Gerne

Beitrag von Allein » 10.07.2005, 22:08

Hallo Karsten, ja gerne will ich die Adressen haben aber ich kaum das du
die Adressen von München hast oder?
Mich interessiert wie es bei diese WG abläuft....Wohnt man dort eine zeit lang richtig?
Ich mein nach der Arbeit wieder in die WG gehen usw.?
Vom wem wird das unterstützt ? Beschreist Du mir das kurz? Ich meine wen es Dir nichts ausmacht!

Gruß aus München

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