Hilfe annehmen - warum ist das so schwer?

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Andreah
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Hilfe annehmen - warum ist das so schwer?

Beitrag von Andreah » 07.01.2007, 20:28

Hallo zusammen,

warum fällt es so schwer Hilfe anzunehmen? Ich war früher (bevor mich der Alkohol im Griff hatte) der eher ‚gebende’ Part, d.h. mein damaliger Freundeskreis hat mich oft um Rat gebeten und ich habe so gerne geholfen.
Inzwischen (das muß ich mir endlich mal eingestehen) brauche ich die Hilfe und es fällt mir so schwer diese anzunehmen. Auch hier im Forum kann ich Euch (momentan?) nichts geben. Ich dachte immer, ich kann alles alleine mit mir ausmachen. Aber gegenüber diesem Teufelszeug – Alkohol - bin ich machtlos.

Gruß
Andrea

Karsten
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Beitrag von Karsten » 07.01.2007, 20:39

Hallo Andrea,

Hilfe kan man erst annehmen, wenn man sich eingestehen kann, dass man es alleine nicht schafft.

Ich habe früher oft den Satz gehört:

"Du bist nichts, Du kannst nichts und vor allem Du weißt nichts"

Ich war dann immer irritiert, weil ich dachte, ich habe ja schließlich auch Lebenserfahrung, habe auch schon mal eine Familie gehabt, habe einen Beruf erlernt und andere Dinge.
Wieso bin, kann und weiß ich dann nichts?

Heute weiß ich, dass damit nichts anderes gemeint war, als dass ich einfach das machen sollte, was andere mir sagten, also deren Hilfe annehmen.
Wenn man alles in Frage stellt, glaubt es doch noch besser zu wissen, kann man das hier geschriebene oder in SHG gehörte nicht annehmen und umsetzen.

Man muß sich eingestehen, dass man hilflos ist.

carp
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Beitrag von carp » 07.01.2007, 21:10

Hallo Andrea
Es gibt ein Spruch der da sagt, du willst es allein schaffen aber du schaffst es nicht alleine.
Es ist eine Tatsache solange du keine Hilfe an nimmst solange wirst du auch weiter trinken.
Als ich mich entschlossen habe abstinent zu leben musste ich auch zu geben das ich ein Problem mit Alkohol habe und ich denke das ist auch dein Problem zur Zeit.
Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit ,wenn du Grippe hast läßt du dir auch helfen, bekenne dich zu deinem Problem und du wirst sehen es geht vieles einfacher, Sorry, ich habe den Eindruck das du dein Problem verheimlichst und das ist falsch.Und glaube mir deine Verwannten,Bekannten und Freunde wissen bestimmt schon längst das du da ein Problem hast , nur sie sagen es dir nicht.
Rede mit deinem Arzt darüber, gehe zu einer Suchtberatung oder einer Selbshilfe es gibt viele Möglichkeiten dir Hilfe zu holen du wirst feststellen da gibt es Menschen die dich verstehen weil sie das gleiche Problem haben wie du .
Zum Schluß habe ich noch ein Zitat für dich !

" Es ist keine Schande Alkoholkrank zu sein,
es ist nur eine Schande nichts dagegen zu tun "

In diesem Sinne liebe Grüße Carp

Teichlinchen
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Beitrag von Teichlinchen » 07.01.2007, 21:58

hALLO Andreah, dito, was sie sagen, nicht einfach für uns, Du bist und ich hoffe, auch auf dem besten Weg. Sei auch lieb gedrückt im Forum,ist unser Weg, oder nicht, Andrea, bald hoffe ich trockene Alkoholinkerin.

Teichlinchen

pjal
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Beitrag von pjal » 07.01.2007, 22:32

hallo andrea!
es ist immer leichter anderen zu helfen,so kommt man garnicht dazu über seine eigenen probleme nach zu denken!
man wirkt stark,belastbar und man bekommt dank!
jetzt bist du in der anderen "rolle",und denkst vielleicht noch,ich habs immer irgendwie geschafft,warum solls diesmal nicht funktionieren!??
ahnst du warum?weil du hilflos bist!
hast du nicht immer gern geholfen und hat dir das nicht ein gutes gefühl beschert?jetzt bist du dran!gesteh dir ein,das du hilfe brauchst um dir dann selbst zu helfen.denjenigen die dir helfen werden wird es so gehen wie es dir als helfer ging!sie tuen es gerne!!!
Schäm dich nicht dafür schwach zu sein,das ist keine schande,es erfordert mut,aber es lohnt sich!!!!!
ich schreibe hier nur aus eigener erfahrung und hoffe dir damit etwas mut machen zu können!
lg pjal

esgehtanders
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Beitrag von esgehtanders » 08.01.2007, 01:02

hallo andrea,
ist doch jetzt völlig egal, ob du dem Forum was geben kannst, im Moment bist du wichtig, also stell dich und dein Trockenwerden in den Vordergrund :wink:
gruß

Andi

Beitrag von Andi » 08.01.2007, 06:59

Liebe Andrea,
Punkt 1 ist,ziehe Dir hier aus dem Forum soviel heraus für Dich,wie Du nur kannst,oder verträgst.Wir neigen dazu,zumindest war es in meiner nassen Zeit so,immer anderen Menschen helfen zu wollen,um sich so wenig wie möglich mit sich selbst zu beschäftigen,und auseinanderzusetzen.Vieleicht auch wegen des schlechten Gewissens,wieder einiges gut machen zu wollen.Aber in erster Linie wohl,um von uns selbst abzulenken.Mit der Zeit der in der Trockenheitsarbeit,gibt sich das aber ,zumindest ist es bei mir so.Ich für mich,habe mir einen gesunden Egoismus erarbeitet,der mich heute trocken Leben lässt.Erst einmal stehe ich im Vordergrund mit meiner Abhängigkeit,und dann kommen die anderen Dinge.Denn was nützt es mir,wenn ich mich zu sehr mit anderen Sachen auseinander setze,und dann am Ende auf der Strecke bleibe,nur um sagen zu können,ich habe anderen geholfen.Nee,nee so läuft das nicht,und so wird das auch nicht's,denn nur wenn es mir gut geht,dann können auch andere davon profitieren.Was nützt es mir,wenn ich im Graben liege,und denen,den ich geholfen habe,lachen sich in's Fäustchen,und lassen mich liegen?Läuft nicht!Natürlich war es ein langer Weg dorthin,aber er hat sich gelohnt,und wird sich auch weiter fortsetzen,denn dafür hänge ich zu sehr am Leben,am jetzigen NORMALEN Leben!Machtlos,waren wir alle den Alkohol ausgeliefert,ansonsten wären wir nicht abhängig,wichtig ist es nur,daß Du Dir jetzt deinen Weg suchst,dieser Machtlosigkeit gegenüber zu treten.Wir können Dir hier vieles anraten,und auch noch so viele Ratschläge geben,nur deinen Weg,kannst nur Du dir aussuchen,und um so eher Du diesen gehst,wenn es denn der richtige ist,waß ich hoffe,werden wir Dich hier begleiten.

Liebe Grüße,Andi
Fange jetzt an zu leben,und zähle jeden Tag als ein Leben für sich!(Lucius Annaeus Seneca)

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