Trocken, abstinent oder pausierend ? Was denn nun ?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
ernetika

Trocken, abstinent oder pausierend ? Was denn nun ?

Beitrag von ernetika » 11.01.2007, 18:52

Hallo zusammen,

drei Begriffe tauchen in diesem Forum laufend auf : Trockenheit, Abstinenz und Trinkpause. Ist jemand, der seit 5 Jahren eine Alk-Trinkpause einlegt abstinent oder ist er schon trocken ?

Es wird hier hin und wieder darauf hingewiesen, daß ein Alkoholiker bis an sein Lebensende Alkoholiker ist. Also ein trockener Alkoholiker. Oder ein Abstinenzler ? Oder gewesener Alkoholiker ?

Muß derjenige, der eine Alkoholkrankheit mit 20 Jahren hatte und bis zum 70ten Lebensjahr trocken bzw. abstinent war, bzw. pausiert hat, auch bis zum bitteren Ende den „Makel“ des trockenen Alkoholikers mit sich führen ?

Gibt es irgendwo exakte Definitionen dieser Begriffe, oder sind es nur Synonyme ? Ich komme da wirklich nicht klar.

LG ernetica

Spedi

Beitrag von Spedi » 11.01.2007, 19:25

Servus Ernetica,

aha, daher "weht der Wind". Alkoholiker, ein Makel. Ja, gut, dann mal folgendes:
Ja, ich bin Alkoholiker. In kürze werden es vier Jahre, in denen ich abstinent lebe.
Ich bleibe ein Leben lang Alkoholiker, ob ich weiterhin abstinent lebe, einen Rückfall "baue" oder nicht.

Aber wo ist das Grundproblem? Dich stört scheinbar der Ausdruck Alkoholiker, für Dich stellt er einen Makel an der Person dar.

Ein Alkoholiker ist krank. Er leidet an einer Krankheit, die nicht heilbar ist(wie viele andere Krankheiten auch), aber die zum Stillstand gebracht werden kann. Und zwar ausschliesslich dadurch, dass der Betroffene abstinent lebt. Dann spricht man von einem trockenen Alkoholiker.

Es gibt aber auch Alkoholiker, die versuchen, trocken zu leben, aber nicht mit der erforderlichen Konsequenz, ihr Leben komplett umzustellen und ihre Einstellung zum Alkohol dauerhaft zu ändern. Diese "Art" Alkoholiker schafft es oft für einen längeren Zeitraum keinen Alkohol zu konsumieren, fällt aber irgendwann wieder in die alten Verhaltensmuster zurück und trinkt dann wieder. Die "Zwischenräume" ohne Alkohol bezeichnet man dann als Trinkpausen, da sich die Einstellung dierses Menschen nicht geändert hatte, der unbedingte Wunsch, ohne Alkohol leben zu wollen, nicht da war.

Hilft dir das bei Deinem Problem weiter?

ernetika

Beitrag von ernetika » 11.01.2007, 19:59

Hallo Spedi,

netter Beginn Deiner Antwort mit der Erwähnung des Windes, das paßt ja momentan. Aber Deine Erkenntnis nun zu wissen, woher der Wind nun weht kann ich nicht nachvollziehen.

Es ist doch wohl unwiederlegbar, daß die Bezeichnung „Alkoholiker“ in unserer Gesellschaft nicht abwertend zitiert wird. Dies wird für manche, die betroffen sind, nicht als angenehm empfunden. Bei Dir scheint dies nicht zu sein.

Aber Du hast deutlich das beantwortet, was ich durch meine Frage wissen wollte : Alkoholismus ist unheilbar. Die Krankheit kann aber gestoppt werden, schreibst Du weiter.

Man ist (wird) also nie geheilt (werden), wenn ich das richtig verstehe. Aber man ist doch auch nicht mehr krank, wenn sie über einen so langen Zeitraum wie o.a. angehalten wurde.

Irgendwie machen mich Deine Worte nicht stabiler in meinem Bestreben alkoholfrei zu leben, wenn ich weiß, daß die Alkoholkrankheit unheilbar ist.

Gruß von ernetika

Karsten
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Beitrag von Karsten » 11.01.2007, 20:22

Hallo ernetika,

Alkoholismus ist unheilbar. Daran führt kein Weg vorbei.
Man kann aber mit ihr glück und zufrieden leben.

Die Frage ist hier aber auch, was man unter glücklich und zufrieden versteht.

Ich trinke seit Jahren keinen Alkohol und habe mir ein normales Leben aufgebaut, wo ich zufrieden und auch glücklich bin.

Wenn man aber darunter versteht, sich jeden Tag auf Partys und Veranstaltungen zu begeben, wo nach zwei Stunden alle an - oder betrunken sind, weil man glaubt, nur so lustig sein können, nun ja, dann wird man wohl seine Probleme mit der Nüchternheit bekommen, wenn man sie überhaupt erreicht.

Gerade vergangene Weihnachten waren für mich schön. Im Kreis der Familie und alle mit klarem Kopf. Eine zufriedenen Abstinenz kann für alle erreichbar sein.

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 11.07.2009, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.

Gautama
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Beitrag von Gautama » 11.01.2007, 20:34

Hallo Ernetika,

Willkommen hier.

Meine Frage: Warum suchst du so ein Forum, wenn du nicht bereit bist konstruktive Antworten auch konstruktiv anzunehemen?

Ich finde dein erstes Posting schon ziemlich fragwürdig, aber deine Antwort einfach nur arrogant. Wenn du der Meinung bist, dass Alkoholiker mit einem Stigma leben (was tatsächlich der Fall sein kann) und dich das aus diesen Gründen nicht ermuntert nüchtern zu bleiben, dann geh.

Ich denke allerdings, dass du noch nicht weit genug unten warst und eines Tages begreifst um was es beim Alkoholismus geht. Gruß Julia

ernetika

Beitrag von ernetika » 12.01.2007, 10:17

Hallo Forum,

die Worte thread und posting vermeide ich, weil ich glaube, daß es hierfür auch verständliche Wörter gibt. Ich schreibe hier im Bereich „Allgemeine Gespräche und Informationen von Betroffenen“ ..., eben weil ich betroffen bin und Informationen suche.

Wer in diesem Forum liest oder schreibt hat Probleme mit dem Alkohol, abgesehen von denen, die dies Forum als „Peepshow“ benutzen, wie Freund es an anderer Stelle benannte.

Nun, ich bin betroffen, weil ich merke, daß mir kontrolliertes Trinken nicht mehr gelingt und ich stehe mit meinen 24 Jahren ja erst am Anfang einer hoffentlich nie beginnenden Karriere bezüglich Alkoholkrankheit. Deshalb ist es wichtig für mich Informationen und Erfahrungen zu sammeln, die hier im Forum ja auch sehr vielfältig zu erhalten sind.

Dazu gehört auch das Verstehen des Vokabulars (oder besser des Wortschatzes), das diese Krankheit betrifft; und deshalb auch die Überschrift über meinem Frageartikel.

Wenn ich etwas tue, dann will ich etwas erreichen. Und ich tue etwas, weil ich die Hoffnung habe, das gesteckte Ziel zu erreichen. Und gerade diese Hoffnung ist nach meiner Ansicht auf dem Weg wichtig. Um jetzt gleich Belehrern vorzukommen : Natürlich müssen alle Voraussetzungen (hier also neben anderem die komplette Lebensumstellung) erfüllt sein.

Was durch den letzten Absatz meiner Antwort auf Spedi´s obigen Beitrag deutlich werden sollte, ist mein Gefühl der Verunsicherung auf dem Weg zum Erreichen eines Zieles, die durch negativ klingende Aussagen wie : Alkoholismus ist nicht heilbar, auftritt. Es braucht jetzt niemand zu wiederholen, ich habe verstanden, daß Alkoholismus unheilbar ist.

Die Antwort von Karsten war mir schon hilfreicher, weil hier etwas Positives anklang; er ist glücklich und zufrieden. Das Positive, was einem Mut macht und bestärkt, den voraussichtlich mühsamen nüchternen Weg zu gehen, kommt m.E. ein wenig zu kurz. Aber das ist rein mein persönliches Empfinden. Liegt vielleicht auch daran, daß diejenigen, die das Ziel erreicht haben (außer den Moderatoren) im Forum nicht mehr schreiben.

Zu der Antwort von aristoteles möchte ich mich nicht weiter „delektabel positionieren“. Auch wenn man das Abitur mit Notenschnitt 1,2 abgeschlossen hat, bedarf es hier keiner „Polemik“ in solcher Form. Nicht einmal den Ansatz der Beantwortung meiner Frage konnte ich Beitrag entnehmen.

LG von ernetika

spacegirl
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Beitrag von spacegirl » 12.01.2007, 10:36

hallo ernetika,

du schreibst, kontrolliertes trinken gelingt dir nicht mehr, d. h. deine alkoholkarriere hat schon begonnen, ob trocken oder nass in die eine oder andere richtung wird diese karriere gehen.

da nützt auch keine "wissenschaftliche" begriffsklärung im vorfeld. das empfinde ich persönlich als typisches rumeiern in der hoffnung doch nicht süchtig zu sein.
alkoholismus lässt sich nicht durch begriffsdefinitionen wegdiskutieren.
du bekommst hier nicht die antworten, die du dir erhoffst (offensichtlich nass erhoffst) und weist im gegenzug auf deinen notendurchschnitt im abitur hin, ich kann dir sagen, das interessiert hier keinen.

grüße space

ernetika

Beitrag von ernetika » 12.01.2007, 10:42

Hey, hey Spacegirl,

Du mußt schon richtig lesen : Nicht ich habe einen Notenschnit von 1,2 im Abitur, sondern aristoteles alias julia, die dies im Oktober vergangeneen Jahres - unter dem Hinweis auf ihre Psychologiekenntnisse - mitteilte.

Alles klar ? gruß ernetika

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