Hallo, Jan mein Name / Mein Geburtstagsgeschenk

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Spoofing
neuer Teilnehmer
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2007, 13:23

Hallo, Jan mein Name / Mein Geburtstagsgeschenk

Beitrag von Spoofing » 04.02.2007, 14:13

Hallo allerseits, Jan mein Name.
Ich bin gerade 27 geworden, beruflich hat sich zum neuen Jahr auch etwas geändert. Ich schenke mir einen kleinen Neuanfang zum Geburtstag.

Würde mich freuen wenn ihr mir dabei helft!!
:oops:

Es ist Sonntag und ich hab nen dicken Kopf. Naja.. is ja Wochenende. Am Wochenende kann man schon mal mit Freunden.....
Jaja, warum findet man denn ständig Gründe? Wie und wann ist das alles passiert??

Ich verstehe das nicht. Ich bin beruflich und politisch ein so angagierter Mensch, aber wenn die Tür meiner 1 1/2 Zimmerwohnung zufällt, dann scheint der gesunde Menschenverstand im Aufzug liegen geblieben zu sein.

Dann geht der Computer an, ich fange an zu zocken und es fließen Tag für Tag 6 halbe Liter Bier durch meine Kehle.... und wenn genug da ist, passt zur Not noch ne Flasche Wein oben drauf.
Manchmal sogar mehr?? Ich weiss es nicht!!
Achja, die 2 Bigpacks hatt ich vergessen....
Und essen ist dann ja auch Nebensache wenn die Bottle offen und die Kippe an ist.

Ich habe schon ein bisschen in dem Forum geschmöckert.
Ich denke mal, den berühmten "klick" hat es bereits gemacht.

Ich befinde mich bereits in der 2ten "kurzfristig genommenen" Urlaubswoche um einiges zu klären.

Ich war 2 mal im Betrieb bei der Sozialberatung, aber da ist nie jemand da.
Ich war bei der Suchtberatung, aber die sind so überbucht.. hab erst einen Termin am 21.2 bekommen.

Ich habe den Arzt angerufen, der immer Willenlos krankschreibt - der hat mir für kommenden Mittwoch nen Termin gegeben.
Aber der ist eh ein A.... Dem will ich das garnicht erzählen.

Ich habe einen anderen Arzt angerufen, direkt ums Eck. Da habe ich einen Termin. Am Montag um 11 Uhr.
Das ist Morgen.
Ich habe Angst.

Werde ich von heute auf morgen in die Entgiftung kommen, oder muss ich ewig warten?
Und ich hörte - nach einer Entgiftung wäre ein Therapieplatz sinnvoll, auf den man allerdings auch eine Weile warten muss.
Vor der Zeit habe ich Angst.

Ich will auf der Stelle weg, für vier Wochen in irgend ein Tolles Haus, wo ganz viele Qualifizierte Leute rumlaufen, mit denen ich mein verquerches Hirn wieder gradebiegen kann!!!

Habe ich Einflussmöglichkeiten wo es hingehen soll?
Gibt es Kliniken, die sich u.U. nur um Alkoholismuss und evtl nicht um andere Süchte kümmern?

Naja... ich glaube, hierbei lass ich es erst einmal bewenden.

Ich bin sehr gespannt was morgen beim Arzt passiert.
Was es auch ist, ich will den Weg gehen und es würde mich freuen, wenn ihr mir auf dem Weg etwas Kraft schenkt :?

Das ist mein Geburtstagsgeschenk an mich.

Liebe Grüße

Jan

Freund

Beitrag von Freund » 04.02.2007, 16:30

Hallo Jan,

herzlich willkommen im Forum.

Dein erster Schritt zum Arzt ist ja bereits geplant. Dort sprich bitte auch auf eine klinische Entgiftung an, für die du überwiesen werden kannst.

Deine Euphorie in Ehren, aber ganz so schnell mal, in 4 Wochen, mit tollem Haus und quali. Leuten, geht das nicht.

Du kannst dir also Infos über die Suchtberatungsstellen holen.
Allerdings kannst du auch hier in unserem Forum mit stetiger Arbeit eine glückliche und zufriedene Trockenheit erlernen.

Letztendlich, egal was du machst, kommt es aber auf deine Initiative an, dein Leben neu zu strukturieren, ein anfangs ungewohnter aber enorm wertschöpfender Weg.

Wir lesen voneinander, gelle ?

Gruß, Freund.

Spoofing
neuer Teilnehmer
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2007, 13:23

Beitrag von Spoofing » 04.02.2007, 17:56

Boahr.. ich bin ja schon in vielen Foren unterwegs gewesen, aber sone Threadhitrate hab ich noch nie gesehen ^^

Nein. mal eben in vier Wochen das Problem beseitigen, so war das nicht gemeint. Es ging mir dabei um die etwaige Wartezeit, bis man einen Therapieplatz bekommt. Diese Frage steht nachwievor im Raum.

Jedenfalls habe ich es so verstanden, als wären Entgiftung und die Therapie 2 verschiedene Dinge sind??

Manman. Seit dem ich mir die Alkoholsucht selbst eingestehe ( 3 Wochen oder so ), geht es psychisch irgend wie erst richtig bergab.

Hardere die ganze Zeit mit mir, ein oder zwei Freunden davon zu erzählen.. aber ich kriege es nicht hin.
Oder lasse ich es erst noch mal sein? Auf ne Woche kommts jetzt auch nicht mehr an...

Tschulligung wenn ich hier sinnloses Zeug schreibe, aber nu hab ich das Forum nunmal gefunden und ich weiss grad nit wohin mit meinen Gedanken.

Freund

Beitrag von Freund » 04.02.2007, 18:27

Hallo,

die eine Sache ist die klinische Entgiftung, die du eben per Überweisungsschein vom Arzt zugeteilt bekommst. Zum anderen kommt die Therapie, die, ich glaube beim Rentenversicherungsträger beantragt und genehmigt werden muss.
Sicherlich ist dieser Übergang nicht immer gleitend.

Wie gesagt besteht hier die Möglichkeit, zusätzlich bietet das Forum noch einen geschlossenen Bereich, mehr die geschlossene SHG, sein neues Leben mit Hilfe von Gleichgesinnten und älteren Hasen zu gehen.

Die Sache mit dem Outen. Wenn du deinen Entschluß unumstößlich angenommen hast und wirklich umsetzen willst, gehört auch das zu deinem Weg. Du darfst dir wirklich kein Hintertürchen offen lassen. Du musst dazu stehen und deinem engen Umfeld dieses mitteilen. Zu deinem neuen Weg gehört auch Ehrlichkeit. Auch musst du dich von jenen Menschen/Freunden fernhalten, sollten sie es nicht unterlassen können, in deinem Beisein Alkohol zu trinken. Nur nichts trinken reicht.

Gruß, Freund.

Spoofing
neuer Teilnehmer
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2007, 13:23

Beitrag von Spoofing » 04.02.2007, 18:44

Freund hat geschrieben:
Auch musst du dich von jenen Menschen/Freunden fernhalten, sollten sie es nicht unterlassen können, in deinem Beisein Alkohol zu trinken. Nur nichts trinken reicht.

Gruß, Freund.
:cry:

Eeh..... würdest du das bitte noch einmal genauer erläuten??
Zur Erklärung:
Ich war in der Schule damals immer Sche***.
Ich habe einen Hauptschulabschluss gemacht, in 3 Versuchen immer wieder die Berufsfachschule "Wirtschaft und Verwaltung" versucht und abgebrochen.
Ich hab nix auffe Kette bekommen, bis ich eine Ausbildung in Frankfurt bekommen habe.
Seit dem bin ich politisch aktiv, habe mehrere ehrenamtliche Gewerkschaftsgremien, betreibe Jugendbildungsarbeit und teame Seminare.
Auf diese sechs Jahre bin ich stolz, jetzt weiss ich erst was ich kann und das ist der Mittelpunkt meines aktuellen Lebens.
Dummwerweise wird auf Seminaren und Sitzungen eben auch viel getrunken.
Diese Menschen mit denen ich Arbeite, sind in den Jahren nicht nur meine Kollegen, sondern meine Freunde geworden...

Und du sagst, alle diese Menschen auf den Seminaren, Tagungen, Sitzungen ect müssen in meiner Gegenwart aufs trinken verzichten, damit ich davon los komme??

Ich kann das doch nicht einfach alles sein lassen.
Diese Arbeit bin ich!!

All das soll nicht heissen, dass mir nicht klar ist, das Ehrlichkeit mit dazu gehört und dass ich ihnen allen davon erzählen muss.

Danke im übrigen für deine Antworten!!!!

Gruß

Jan

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 31076
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 04.02.2007, 19:04

Hallo Jan,

es geht darum, dass wenn Du alkoholsüchtig bist, an den Folgen sterben kannst, wenn Du diese Krankheit nicht durch die Abstinenz zum Stillstand bringst.

Alles was diesem Ziel im Wege steht, muß weg.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten.
Du erzählst allen von Deiner Alkoholabhängigkeit und jeder der dies nicht versteht, ist eine potentielle Gefahr für Deine Nüchternheit und somit für Dein Leben.

Nicht die anderen müssen deinetwegen auf Alkohol verzichten, sonder es ist Deine Aufgabe, Dir ein Umfeld zu schaffen, wo du nüchtern leben kannst.

Gruß
Karsten
____________
Quartalstrinker
Bücher für Alkoholiker
Zuletzt geändert von Karsten am 15.08.2008, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.

Martin

Beitrag von Martin » 04.02.2007, 19:14

Hallo Jan,

du schreibst dass das auch deine Freunde geworden sind. Bist du auch ihr Freund geworden ? Wenn ja werden sie Rücksicht auf dich nehmen, wenn nein suchst du dir besser andere "Freunde".

Spoofing
neuer Teilnehmer
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2007, 13:23

Beitrag von Spoofing » 04.02.2007, 19:22

Naja, sagen wir, die Meisten sind Freunde geworden.
Andere, die man auf genannten Sitzungen ect. trifft, nicht, sondern nur Kollegen.

Denke mal meine Freunde würden diese Rücksicht nehmen, aber ich kann schlecht von den anderen erwarten, das sie bei dem Abendlichen zusammensein nach den Sitzungen nichts trinken.
Ich kann doch höchstens erwarten, dass die mich nicht zum trinken auffordern.

Kann man denn nicht abstinent werden, ohne daß komplette Umfeld das Alkohol trinkt rücksicht nimmt?

Ich meine... das endzöge mir jegliche soziale Strukturen... Jegliche dich ich habe....

Antworten