Warum immer Arzt??

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
Guybrush67
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 14.03.2007, 10:36

Warum immer Arzt??

Beitrag von Guybrush67 » 14.03.2007, 12:40

Hallo, mein Name ist Michael und ich bin Alkoholiker !!
Ich bin brandneu hier im Forum und fühle mich sehr wohl hier. Was mir ein bißchen sauer aufstößt ist das hier ständig dazu geraten wird zum Arzt zu gehen. Wenn mit Arzt auch ein psychatrisch kompetenter Arzt gemeint ist dann ist das, finde ich, auch richtg.
Ich bin jetzt seit 8 monaten trocken und habe mich nach dem totalen Zusammenbruch in eine Psychatrische Klinik zur Entgiftung begeben. ich habe seit meiner Entgiftung keine Suchtgruppe, Vorlaufgruppe oder AA-Meeting ausgelassen. In diesen Gruppen habe ich die Erfahrung gemacht das Besuche beim Wald-und-Wiesen-Hausarzt eher die totalen Flopps waren und das von vielen Ärzten sogar Antidepressiva und Beruhigungsmittel für den kalten Entzug verschrieben worden sind. Ich kenne diverse Hausärzte die edit - Medikamentennamen editiert - edit verschreiben und das auf lange Zeit und ohne genau Dosierungkontrolle. Unglaublich! Von einer Sucht in die andere. Ich denke wenn der Wille aufzuhören da ist, fällt auch der Weg zu den Profis nicht schwerer als zum Hausarzt . Alkohollismus ist eine psychische Erkrankung und sollte gezielt Behandelt werden.
Wie denkt Ihr darüber ???
Michael

Andi

Beitrag von Andi » 14.03.2007, 12:54

Hallo Michael,
Alkohollismus,ist nicht nur eine Psychische Erkrankung,sondern auch eine körperliche!Jemand,der sich vorgenommen hat,mit dem Trinken aufzuhören,scheut in der Regel,den Besuch beim Arzt,und hat irgendwelche Ängste,die völlig unbegründet sind!Und jetzt kommst Du,und sagst geh zum Psychater,welche Assoziationen werden da wohl geweckt?Ein guter Allgemeinmediziner,schreibt eine Einweisung,zur Entgiftung ohne weiteres aus!Natürlich,gibt es auch weniger Verantwortungsvolle Ärzte,die den Entzug zu Hause unterstützen,dieses ist aber kein Regelfall!

Gruß Andi

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 31366
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 14.03.2007, 12:58

Hallo Michael,

es geht bei dem Arztbesuch nicht um die Behandlung der Alkoholkrankheit, sondern um die Behandlung der körperlichen Befindlichkeiten.
Ich habe selbst mehrere Krampfanfälle und Delire bekommen, weil eben kein Arzt in der Nähe war.

Wenn man den Alkohol wegläßt, können Entzugserscheinungen auftreten, also muß ein Arztbesuch gemacht werden.
Ob man zu einem psychatrisch kompetenter Arzt oder erstmal zu einem Hausarzt geht, sollte erstmal egal sein.
Wichtig ist ein Arzt.

Voraussetzung ist dort natürlich, dass man alles erzählt, offen und ehrlich ist und auch Medikamentenverordnung speziell das Thema Alkohol und andere Suchtstoffe anspricht.
Keiner kann die Eigenverantwortung ersetzen, auch kein psychatrisch kompetenter Arzt.

linuxgeek81
neuer Teilnehmer
Beiträge: 177
Registriert: 24.02.2007, 20:03

Beitrag von linuxgeek81 » 14.03.2007, 13:03

Hi Michael,

wie schon erwaehnt geht es wohl eher darum dass viele Leute zum kalten Entzug neigen weil sie Scham haben, zum Arzt zu gehen. Und das sollte man natuerlich verhindern. Die Kompetenz des Arztes steht dann auf einem anderen Blatt geschrieben hat mit der Absicht aber erstmal nichts zu tun.

greets,
ebenfalls Michael

Guybrush67
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 14.03.2007, 10:36

Beitrag von Guybrush67 » 14.03.2007, 22:44

Wenn es zu einer Überweisung in eine Fachklinik kommt ist das natürlich, und da gebe ich Euch vollkommen Recht, in Ordnung. Doch habe ich die Erfahrung machen müssen das viele Ärzte meist dem Wunsch des Alkoholikers nachkommen diesen Schritt nicht machen zu müssen und dann der Arzt mit Medikamenten aushilft. Ich denke man muss dem Alkoholiker sofort klar machen das nur ein kontrollierter Entzug mit Medikamenten zur Beruhigung, Blutdrucksenkung, Vitaminen und stündlichen Blutdruckmessungen die richtige und sicherste Alternative ist. Damit man mich nicht falsch versteht, ich möchte hier nicht die Allgemeinmediziner in den Dreck reiten. Doch sollte man hier im Forum am besten gleich die Profis empfehlen. Mich hat dieser Schritt auch Überwindung gekostet aber auch wahrscheinlich das Leben gerettet.
Ich freue mich aber sehr über Eure schnelle und konstruktive Kritik und wünsche weitere gute 24 Stunden.
Michael

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 31366
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 14.03.2007, 22:54

Hallo Michael,

in der Regel empfehlen wir über einen Arzt den stationären Entzug.
Wenn der Betroffene aber nicht ehrlich ist oder direkt nach ambulanten Möglichkeiten fragt, können wir hier noch so viel schreiben.
Wer wirklich einen sauberen Weg gehen will, wird auch mehrere Ärzte aufsuchen, bis er einen gefunden hat, der ihm eine Krankenhauseinweisung ausstellt.

Das eigene Leben liegt in der der eigenen Verantwortung.

Antworten