Das ERSTE Glas stehen lassen

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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Helga
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Das ERSTE Glas stehen lassen

Beitrag von Helga » 26.04.2007, 08:08

denn das erste Glas ist zu viel und 100 sind zu wenig.

Trotz aller Einsicht und der Qualen die mir Alkohol gebracht hat, hat es Jahre gedauert, bis ich endlich vor dem Alkohol bedingungslos kapitulieren konnte und den Weg der Genesung gehen konnte.

Ich hatte schon lange die Einsicht, dass mit meinem Alkoholkonsum etwas nicht stimmt, ich etwas ändern müsste, aber ich habe nichts getan bzw. nur halb-herzig. Immer wieder habe ich mir beweisen wollen, dass ich keine Alkoholikerin bin und sog. Trinkpausen eingelegt, die eine dauerte fast 2 Jahre und in der Zeit habe ich eine 2. Ausbildung erfolgreich beendet.
Also konnte ich doch keine Alkoholikerin sein. Ich hatte aber auch sehr merkwürdige Vorstellungen von Alkoholikern, bzw. die ich glaubte, zu sehen, waren halt die Obdachlosen und das passte nicht in mein Weltbild, dass ich soooo sein sollte. Ich nahm täglich den Kampf mit dem Leben und dem Alkohol auf und so ein Leben war mehr ein Überleben und es war sehr mühsam und schwer, und kostete unendlich viel Kraft.

Dass ich den Kampf mit dem Alkohol aufgeben soll, das hörte ich zum ersten Mal bewusst in einer SHG. Kapitulieren und akzeptieren ist die Lösung" hörte ich "Gib den Kampf auf, dann hast Du die Chance zu gewinnen".

Als ich noch trank hatte ich immer wieder die ABSICHT, den Plan, NIE MEHR zu trinken, aber dieser Berg "NIE MEHR" war viel zu hoch und immer wieder stürzte ich ab und ich holte mir auch keine Hilfe, ich bin immer alleine "gekraxelt", wenn es um meinen Alkoholmissbrauch
ging. Das war mein Geheimnis und niemand sollte davon wissen, obwohl im Nachhinein weiß ich, Alle, aber auch alle haben davon gewusst, nur in meinem vom Alkohol umnebelten Hirn dachte ich immer, es ist (m)ein Geheimnis, meine dunkle Seite, von der niemand Ahnung hat.

Vor meiner ersten Entgiftung im Krankenhaus wusste ich auch nicht, dass es möglich ist, stationär in einem ganz normalen Krankenhaus zu entgiften. Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt, denn ich
hatte so starke Entzugserscheinungen, dass ich dachte,ich drehe durch, so unruhig und nervös war ich.

Seit ich meine Krankheit für mich voll und ganz akzeptieren kann, seitdem bin ich auch sehr gewissenhaft. Für mich gibt es nicht ein "bisschen Alkohol" genauso wenig wie es ein "bisschen schwanger"
gibt. Wenn ich so zurückdenke, wie schwer ich mir das Leben mit Alkohol gemacht habe, bin ich dankar, dass ich mir Hilfe mittels einer SHG gesucht habe, denn da saßen und sitzen die "Profis", denen ich nichts mehr vormachen konnte. Und es gab klare Worte und ich musste auch nicht mehr "rumeiern". Denn in meinem tiefsten Inneren wusste ich schon lange, dass fast alle meine Probleme bedingt sind durch Alkohol Ich hatte Probleme, weil ich getrunken habe und keine Kraft mehr sie zu lösen, also trank ich wieder. Eine teufliche Spirale, die mich immer tiefer nach unten zog.

Das Nicht trinken ist für mich kein Verzicht, sondern Nicht trinken bedeutet für mich eine neue Freiheit und das fühlt sich gut an. Ich habe mich dem Leben zugewandt und akzeptiere die Realität, manchmal mit
knurren und murren :wink: mit all den Höhen und Tiefen und vor allen Dingen, ich vegetiere nicht mehr dahin.

Heute weiß ich:

ALKOHOL ist ein starkes LÖSUNGSMITTEL
Alkohol löst Familien und Freundschaften auf,
Alkohol löst Arbeitsverträge und Mietverträge
Alkohol löst manchmal das Hirn, die Leber oder die
Gesundheit auf
aber ALKOHOL löst KEINE Probleme,denn die können
schwimmen <smile

Wenn nichts mehr geht, nicht trinken geht IMMER, immer nur für HEUTE

lg
Helga
trocken seit 1988

Elisabeth
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Beitrag von Elisabeth » 26.04.2007, 08:21

Hallo Helga,
ich kann Deinen Worten nur zustimmen. Nicht trinken bedeutet vor allem Gewinn!
Liebe Grüße Elisabeth
trocken seit 1994

Birgit
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Beitrag von Birgit » 26.04.2007, 21:44

Hallo Helga,
auch ich möchte Deinem Beitrag zustimmen.
Ich bin zwar erst seit 57 Tagen trocken,aber diese Tage waren für mich was ganz besonderes.Ich genieße wirklich jede Sekunde.Und hoffe das noch gaaaanz viele folgen werden.
Liebe Grüße Birgit

Andi

Beitrag von Andi » 27.04.2007, 10:30

Hallo Birgit,
Ich bin zwar erst seit 57 Tagen trocken,aber diese Tage waren für mich was ganz besonderes.Ich genieße wirklich jede Sekunde.Und hoffe das noch gaaaanz viele folgen werden

All das,liegt nur an Dir selbst :wink:

Genieieße weiterhin :!: :!:

Gruß Andi

SunsideOfLife
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Registriert: 14.05.2007, 16:56

Beitrag von SunsideOfLife » 14.05.2007, 17:21

hallo @ all,
wenn ich eure beiträge hier lese, dann wünschte ich, ich wäre auch schon so weit auf meinem neuen weg. am anfang steht die einsicht, die ist jetzt da.ja, ich bin alkoholikerin.wenn ich mir das eingestehe fühlt es sich sehr sehr schlecht für mich an.
ich habe mich hier heute registriert um erfahrungen zu sammeln und kleine brücken auf meinem weg zu bauen. es ist das allererste mal, das ich zugebe, schon lange nichts mehr im griff zu haben.
ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll. ich habe hier schon viel gelesen und denke es ist das beste, für den anfang, erstmal keine großen ziele zu stecken und erstmal jeden tag bewußt zu geniessen.

ich hoffe ich bekomme von euch unterstützung,denn ich bin für jede helfende hand dankbar.

gruß Sunside

Andi

Beitrag von Andi » 14.05.2007, 19:15

Hallo Sunside,
herzlich Willkommen heir im Forum,und unserer SHG.

Vieleicht solltest Du dich im Vorstellungsbereich"Wer ist Wer",einmal kurz vorstellen,denn dort wirst Du eher gelesen,und bekommst auch schneller Antworten!

Gruß Andi

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