Auf Intensivstation aufgewacht - Krampfanfall?

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Stefan
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Auf Intensivstation aufgewacht - Krampfanfall?

Beitrag von Stefan » 01.09.2005, 10:21

Ich habe eine Frage an die erfahrenen Mitglieder dieses Forums :

Am vergangenen Montag bin ich auf der Strasse zusammengeklappt und wurde mit dem NAW ins Krankenhaus verbracht. Mir wurde schwindelig und ich bin vom Fahrrad gestürzt, ich war offensichtlich bewußtlos. Bis heute habe ich enormen Muskelkater und einige Beulen auf dem Kopf.

Vom Vortag hatte ich einen Restalkohol von 0,3 %°. Im Krankenhaus diagnostizierte man daraufhin einfach einen sog. "Alkoholentzugskrampf", nur weil die Leberwerte erhöht sind.

Ich bin der Meinung, daß ich durch den Sturz auf den Kopf bewußtlos wurde und das dieses Schwindelgefühl mit meinen Migräneanfällen zu tun hat.

Seit Montag trau ich mich nicht mehr so richtig allein auf die Strasse, weil ich Angst habe, daß das wieder passiert.

Vielleicht kann mir irgendjemand eine konkrete Auskunft geben, z.Bsp. wie sich so ein "Alkoholentzugskrampf" annähert? Wovon kommt sowas ?

P.S.: Ich trinke ca. 3 Glas Wein am Abend und am Wochenende auch mal das ein oder andere Bier - sowas ist mir noch nie passiert. Auch aus meiner familie kenne ich solche "Erscheinungen" nicht.

Danke im voraus für eine Antwort

honda-daddy

Beitrag von honda-daddy » 01.09.2005, 10:59

Hallo Stefan
Bei einem restalkoholwert von 0.3 kann deine angegebene trinkmenge schon mal nicht stimmen, belügst du dich da nicht etwas?

henri
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Beitrag von henri » 01.09.2005, 11:08

Hallo Stefan und herzlich willkommen im Forum

Mein erster Gedanke war diese Reihenfolge. 1. bewusstlos, 2. Sturz auf den Kopf 3. Kampf
Der Muskelkater deutet sehr stark auf einen Krampf hin.

Ich war einmal dabei als jemand einen Entzugskrampf bekommen hat. Als erstes, wir standen beieinander, sprach er davon, dass er wohl einen Krampf bekommen würde. Dann dauerte es nur sehr kurz, bis ich merkte, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Sein Blick ging ins Leere und dann sank er mir auch schon in die Arme. Habe ihn dann noch langsam auf den Boden legen können, bevor er anfing zu krampfen. Das ganze Geschehen hat sich vielleicht innerhalb einer Minute abgespielt. Wie es für mich aussieht, hat er es zwar gemerkt, dass ein Krampf kommen würde, war aber unfähig, darauf zu reagieren.

Krampfanfall und Delir treten meistens beim Entzug auf. Das würde auch erklären, dass es bei dir passiert ist, als nur noch 0,3‰ Alkohol vorhanden waren. Wenn du am nächsten Tag noch 0,3‰ hattest, dann müssen die Gläser am Vorabend allerdings größer als die üblichen 0,1 l gewesen sein.

Der Krampfanfall kann sich jederzeit wiederholen. Vermeiden kannst du ihn, indem du abstinent lebst. Soviel mir bekannt ist, ist die Ursache für Migräne nicht geklärt. Es könnte also bei abstinentem leben, eine Verbesserung eintreten. Das solltest du einmal alles mit deinem Hausarzt besprechen.

wünsche dir alles Gute

Henri

Stefan
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Beitrag von Stefan » 01.09.2005, 11:54

Danke an Henri

Aber das ist die Meinung der Ärzte!

Ich bin immer noch der Meinung - zudem ich von Natur aus - einen niedrigen Blutzuckerspiegel habe - daß dies damit zusammenhängt. Ich ess z.Bsp. nur einmal täglich und zwar abends.

Mein Muskelkater deutet auf einen Krampf hin - das mag sein. Aber ein Alkoholentzugskrampf bedeutet in meinen Augen, daß der Körper nicht die gewünschte Menge Alkohol erhält und sich dadurch wehrt - seh ich das richtig ? Wenn ja, müßte ich ständig solche Krämpfe haben ! da ich nicht wirklich sooo viel trinke. Du schreibst "abstinent" leben - dann hätte ich ja nur noch solche Krämpfe, oder nicht ?
Das war das erste Mal. Schwindlig geworden ist mir schon oft, weil wie gesagt mein Blutzucker niedrig ist.

Kann es nicht andere Ursachen für so einen Zusammenbruch geben ?
Herzinsuffizienz - zBsp??

Demnach müßten sog. "Quartalstrinker" ( ein Bekannter z.Bsp) ständig so einen Krampf bekommen. Hatte der z.Bsp noch nie .

Mein Problem: Mein Hausarzt beruft sich voll auf den Bericht aus der Notaufnahme - da komm ich garnicht mehr zu Wort. Der würde mich am liebsten im Entzug sehen. Obwohl ich da nicht ganz mithalten kann - denn soviel trinke ich ja nun auch nicht wirklich.

Honda-Daddy: im Text steht ca. und wenn man ohnehin wenig isst, ist das sicher auch nicht ungewöhnlich.

henri
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Beitrag von henri » 01.09.2005, 13:00

Hallo Stefan

Durch eine Störung im Gehirn wird der Krampfanfall ausgelöst. Wie es im Einzelnen zu einem Krampfanfall kommt, ist m. E. noch nicht eindeutig geklärt. Fest steht allerdings, dass ein Krampfanfall meistens in der Entzugsphase auf auftritt. Das heißt, es passiert in der ersten Woche nach einem plötzlichen Alkoholentzug. Aber nur ca. 15% der Alkoholiker bekommen einen Krampanfall und es muss auch nicht zwangsläufig dazu kommen, dass es ein zweites und drittes Mal passiert. Das heißt, wenn du abstinent lebst, ist es unwahrscheinlich, dass du noch einmal ein Krampf bekommst, es sei denn es gibt noch andere Ursachen dafür. Wenn du hier im Forum liest, wirst du etliche Beiträge zum Thema Delir und Krampfanfall finden.

Ich will auch nicht in Abrede stellen dass dein Unfall durch Unterzuckerung ausgelöst wurde. Es bleibt dann allerdings die Frage offen, wo der Muskelkater herkam. Ob noch andere Ursachen möglich sind, könnte dir ein Mediziner sicher besser und umfassender beantworten als ich. Zu denken gibt mir allerdings auch, dass dein Hausarzt schon in die Richtung von Entzug redet.

Zu der Menge von 3 Glas Wein. Man kann diese 0,3‰ rückrechnen und erhält in etwa die Menge Alkohol die am Vorabend vorhanden sein musste. Ich habe im ersten Beitrag schon geschrieben dass die Gläser dafür größer als 0,1 l sein mussten und kann mich daher den Worten von Honda-Daddy nur anschließen. Zumindest für den Vorabend deines Unfalls trifft das zu.

Gruß Henri

Käthe
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Beitrag von Käthe » 01.09.2005, 13:19

Hallo Stefan,

eine so starke Unterzuckerung, dass sie zur Bewusslosigkeit führt, kommt eigentlich nur bei Diabetikern vor, die mit Fremdinsulin behandelt werden.

Bei einem Nichtdiabetiker kann der Körper meist gegenregulieren.

Ausnahme!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Alkoholmissbrauch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Google mal ein bischen im Netz, Du wirst Infos bekommen, die Du mir Sicherheit nicht haben möchtest!!!

Ein Krampfanfall ist nichts anderes als ein Epileptischer Anfall. Nur ist in diesem Fall Alkohol bzw. Alkoholentzug der Auslöser.

Nicht jeder Mensch bekommt einen solchen Anfall, er kann aber auch bei Alkoholmissbrauch mit geringeren Trinkmengen auftreten.

Durch Alkohol hervorgerufene Krampfanfälle kommen nach einem Entzug in der Regel nicht mehr vor. Sie können aber durchaus ein lebenlang bleiben.

Warum isst Du nur Abends???? ich frage, weil viele Alkoholiker das tun!!!

Ausserdem ruft so ein Essverhalten häufig starke Kopfschmerzen hervor, die durchaus Migräneähnlich sein können.

Warum wehrst Du Dich sosehr gegen die Diagnose Deines Arztes????
Vom Vortag hatte ich einen Restalkohol von 0,3 %°. Im Krankenhaus diagnostizierte man daraufhin einfach einen sog. "Alkoholentzugskrampf", nur weil die Leberwerte erhöht sind.
Wenn man bedenkt, dass der Körper im Schlaf ca. 0,1 o/oo pro stunde abbaut......... rechne mal nach, wieviel Du dann den Abend vorher gehabt haben musst.

Es gibt verschiedene Leberwerte, darunter sind einige, die durchaus Rückschlüsse auf Alkoholmissbrauch zulassen.

Ich habe das Gefühl, Du möchtest gerne von dem Verdacht des Alkoholmissbrauchs "freigesprochen" werden.
Wie kommst Du darauf, diesen Freispruch in einem Alkoholikerforum zu bekommen???
Oder hast Du Dich schon selbst in Verdacht, dann bist Du hier richtig und solltest Du auf Deinen Arzt hören!!!


Alles Gute Käthe

honda-daddy

Beitrag von honda-daddy » 01.09.2005, 13:38

Hallo Stefan
Noch einmal ganz deutlich
ES GEHT UM DEIN LEBEN , dein Hausarzt tischt dir doch keine lügen auf!

Käthe schreibt:
Ich habe das Gefühl, Du möchtest gerne von dem Verdacht des Alkoholmissbrauchs "freigesprochen" werden.
Wie kommst Du darauf, diesen Freispruch in einem Alkoholikerforum zu bekommen???
Oder hast Du Dich schon selbst in Verdacht, dann bist Du hier richtig und solltest Du auf Deinen Arzt hören!!!

Das gleiche gefühl habe ich auch sofort bekommen.
Menschen, die sich nicht zu ihrer Vergangenheit bekennen mögen,
mogeln sich durch die Gegenwart.
Reinhold Ruthe

Stefan
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Beitrag von Stefan » 01.09.2005, 13:45

Danke Euch allen für die Antworten, auch Käthe !

Ich esse nur abends, weil ich morgens keinen Appetit habe, über Tag esse ich nur Kleinigkeiten.

Es geht hier nicht um "freispruch", sondern mir geht es einfach nur darum, wie ich soetwas verhindern kann.
In dem Moment, wo ich weniger trinke, muß ich mit solchen Anfällen rechnen..., sagt mein Hausarzt!!
Meine Leberwerte sind an dem Tag 422,8 gewesen.

Demnach soll ich immer auf dem gleichen Level bleiben???

Klar, ich weiß , daß das viel ist - aber ich wehre mich gegen die Diagnose deshalb, weil ich diese "Schwindelanfälle" öfters habe - auch in der Vergangenheit.
Daß ich angeblich auf einen Mauervorsprung gestürzt sein soll , sagen die Notärzte, ( da war keiner - hab ich nachgesehen) und daß mein re. Oberarm verrenkt war, gibt mir sehr zu denken. Vor allem, weil die blauen Flecken auf dem Kopf nur links sind.

Gegen den Muskelkater hab ich Medikation bekommen - ICH MÖCHTE DAS IN ZUKUNFT VERHINDERN UND WIEDER OHNE ANGST AUS DEM HAUS GEHEN! Ohne Angst, ohnmächtig zu werden!!

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