Zerbreche völlig an der Situation...

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 06.11.2007, 12:08

Hallo Moonshine,

schön, auch einmal wieder einen Gleichgeschlechtigen begrüßen zu dürfen.

Junge, Du kannst unglaublich toll schreiben, auch Dich beschreiben, das sagt einiges aus.

Ich lese meine älteren Beiträge manchmal nach, wie oft ich mich da in meiner Frau wieder finde, Wahnsinn, vor allem, seitdem Co und Alk für mich kein Unterschied mehr macht, beide haben was weg, der eine bewusst der andere unbewusst, ich bin mir heute oft immer noch nicht darüber bewusst, wer was eigentlich ist und weiß.

Moonshine, so wie Du, da kannst Du strampeln, tun und machen, mach einfach was oder hast Du Dich schon durchleuchtet? Ich habe einen natürlichen Riss in der Schüssel, sonst wäre ich nicht hier, wie fast alle hier. Je häufiger Du schreibst, Dich liest und verstehst, je eher hast Du die Chance Dich zu begreifen. Kitten kannst Du nur selbst, aber Du glaubst nicht, was es für unglaubliche Risse gibt, wenn Du sie findest.

LG kaltblut

ingane

Beitrag von ingane » 06.11.2007, 12:34

Hallo,

das ich sowas hier im Co- Bereich zu lesen bekomme wie Deine Ansichten zu Deinem Trinkverhalten und das Du Alkohol als Mittel zum Zweck einsetzt, hatte ich nicht erwartet. Schon gar nicht unter einem Thema wie Deinem:
Zerbreche völlig an der Situation.......

Grüße von
Gast

Ette
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Beitrag von Ette » 06.11.2007, 14:21

Hallo Mondschein,

nö, Sorgen mach ich mir nicht um dich. Du bist erwachsen und wirst wissen, wie du mit dir und deinem Leben umgehst. Vereimert fühl ich mich, hinters Licht geführt, wenn du hier abriemst, wie schlecht es deiner Freundin geht und dein eigenes Trinkverhalten verharmlost. Das kenn ich! Viele Leute, die trinken, tun das.

Ich finde jedoch, es ist schon ganz schön starker Tobak, wenn du in einem Forum, das zum Ziel hat, anderen Menschen beim Trockenwerden Unterstützung angedeihen zu lassen, schreibst, dass du Alkohol brauchst, um "oberflächlicher" zu werden.

Ich habe dieses Forum immer so verstanden, dass sich die User hier aus ihren Abhängigkeiten lösen wollen und nicht, dass hier die Legitimation dafür gesucht wird, Alkoholmissbrauch zu betreiben.

Gruß
Ette

Moonshine
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Beitrag von Moonshine » 07.11.2007, 08:14

.
Hoppala - nu bin ich aber baff... wirklich platt...

Was verharmlose ich? Ein eigenes Alkoholproblem? Klingt ganz so - da weisst Du dann mehr als ich. Interessanter Aspekt...

Klar ist mein Trinkverhalten als grenzwertig einzustufen und kein vorbildhafter Umgang mit Alkohol und es war wahrscheinlich ein Fehler, hier so freimütig darüber zu berichten. Bin darauf angesprochen worden und habe halt offen geantwortet, ohne zu bedenken, damit eventuell die Gefühle anderer Betroffener verletzen zu können und damit auch Abwehrhaltungen zu provozieren. Die ähnliche Argumentationsmuster jahrelang ertragen mussten bzw. als direkt Betroffener für sich selbst anwandten und nun äusserst misstrauisch darauf bei anderen reagieren - irgendwo verständlich, kenne das ja nun auch.

Ich habe im Prinzip nur zeigen wollen, dass auch ich selbst mich bereits in der Vergangenheit kritisch mit meinem eigenen Trinkverhalten auseinandergesetzt habe und derzeit noch keine Anzeichen einer bereits real bestehenden Abhängigkeit entdeckt habe, allerdings mittlerweile dadurch wohlwissend, dass die Gefahr besteht (deswegen sprach ich von potentieller Gefährdung, und was ich früher als "normal" eingestuft hätte erkenne ich heute als missbräuchlich).

Aber bevor ich mich erneut dem Vorwurf aussetze, "Legitimation dafür zu suchen, Alkoholmissbrauch zu betreiben", frage ich mal bei den Moderatoren an, ob sie sich durch meine Worte ebenso in der Intention dieses Forums hintergangen fühlen?

Legitimation suchen? Ich meine, von mir selbst wäre über mein Trinkverhalten kein Wort gefallen, habe derzeit ganz andere Sorgen, die ich hier mitteilen wollte, aber bin darauf angesprochen worden, und habe da ehrlich geantwortet. Wurde hier dann jetzt beiläufig nochmals erwähnt, worauf ich freimütig an meine erste Antwort anschloss und noch ein paar Worte mehr darüber verlauten liess, die zeigen sollten, dass meine derzeitige Situation keinen Einfluss auf mein Trinkverhalten hat, wie anfangs angenommen wurde.

Darauf wieder auf mein Alkohol angesprochen dachte ich, OK, dann werde ich eben nochmal, ein letztes Mal, in aller Ausführlichkeit über MEIN Trinkverhalten schreiben, damit alle Fragen diesbezüglich hoffentlich endlich beantwortet sind, und ich mich wieder meinem ursprünglichen Anliegen hier widmen kann... Hätte ich dabei was verschönen sollen (das wäre für mich verharmlosen)?

Habe hier auch in anderen Threads gelesen, dass einige Co-Abhängige beiläufig erwähnten, selber auch ganz gerne mal mit dem Partner (oder überhaupt) getrunken zu haben, bevor dies dann Überhand nahm, und fand das auch recht normal soweit. Macht aber gerade für mich den Anschein, dass es hier gerade zu einer Polarisierung Alkoholiker<=>Co-Alkoholiker kommt, dass der Co-Alkoholiker den Alkohol verdammen muss, selber nicht trinken darf, sonst ist er selber Alkoholiker?

Wenn ich da was falsch verstehe, bitte sachlich erklären, kommt bei mir gerade so an, bin z.Zt. sehr dünnhäutig. Geht es darum, dass ich überhaupt trinke oder um die Art, wie ich trinke (Mittel zum Zweck)? Oder um meine Sichtweise?

Habe damals alle Punkte der Checklisten (ab wann Alkoholiker/Anzeichen für eine Abhängigkeit/verschiedene Phasen) gewissenhaft nicht nur für sie, sondern interessehalber gleichermassen für mich, geprüft und was ich in meinem langen Beitrag geschrieben habe, war mein Resumee für mich daraus:

Potentielle Gefährdung ja (wegen der seelischen Komponente, eine Abhängigkeit entwickeln zu können, wenn sich dieses Schema Alk als Mittel zum Zweck einzusetzen auf weitere Bereiche des Lebens ausdehnt, Gefahr des Erleichterungstrinkers), bestehende Abhängigkeit nein. Wo verharmlose ich hier? Offener kann man doch garnicht darüber sprechen... Falsch?

Nun finde ich mich hier quasi auf der Anklagebank wieder und missbrauche anscheinend in den Augen einiger dieses Forum, was sicherlich nie meine Absicht war. Hätte ich diese Entwicklung hier jetzt vorausgeahnt, hätte ich von Anfang an geantwortet, "mein Konsum tut nichts zur Sache, bleiben wir bei meinem Thema" (hätte für mich allerdings eher den Beigeschmack von abwiegeln, verharmlosen durch ausweichen).

Eine Stellungnahme aus der Moderatorenecke wäre sehr hilfreich für mich, möchte hier natürlich niemandem auf den Schlips treten mit weiteren unqualifizierten Antworten. Wobei ich nichts dagegen habe, mit einigen Leuten kontrovers zu diskutieren, aber wenn ich dabei eine Haltung demonstriere, die dem Credo des Forums widerspricht, ist das natürlich tatsächlich eher kontra-produktiv für alle hier.

Danke

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 07.11.2007, 09:47

Guten Morgen,

Junge, dieses Forum lebt, durch Dich, durch Menschen die in ihrer Lebenslage strampeln, durch Menschen die ihre Gedanken schreiben, ihre Erlebnisse und Erfahrungen, Menschen die lesen, Menschen die einfach da sind.

Sagen wir es doch mal so: ich, Karl, bin Alkoholiker, meine Freunde sagen ich sei bekloppt, meine Frau ist trockene Alkoholikerin und sagt ich würde mir da was andichten, mein Arzt übergeht einiges und liebe Menschen behaupten, das eine vom anderen unterscheiden zu können. Nur: Ich habe nur 1 Leben. Du alleine entscheidest, was Du Dir warum reinziehst und ob Du lebst. Nach Deinen Worten bist Du ein gefährdeter Säufer, egal ob Dich noch paar Bindfäden halten oder ob Du in Kürze die Seiten wechselst. Da gibt es auch keinen Halt, egal welchen gesellschaftlichen, finanziellen, geistigen oder körperlichen Rückhalt Du hast, das hier, das liegt in Deiner Hand, Dein Leben.

Moonshine, wie gesagt, Du kannst Dich „schön“ umschreiben.

LG Kaltblut

ingane

Beitrag von ingane » 07.11.2007, 10:19

Hallo,
Habe hier auch in anderen Threads gelesen, dass einige Co-Abhängige beiläufig erwähnten, selber auch ganz gerne mal mit dem Partner (oder überhaupt) getrunken zu haben, bevor dies dann Überhand nahm, und fand das auch recht normal soweit. Macht aber gerade für mich den Anschein, dass es hier gerade zu einer Polarisierung Alkoholiker<=>Co-Alkoholiker kommt, dass der Co-Alkoholiker den Alkohol verdammen muss, selber nicht trinken darf, sonst ist er selber Alkoholiker?
Ich habe nur sehr selten mit meinem Mann zusammen Alkohol getrunken, meistens trank ich nur auf Feiern oder zu besonderen Anlässen, Silvester zB.. Seitdem ich wusste das mein Mann Alkoholiker ist und nach und nach begriff was der Alkohol aus ihm gemacht hatte, traf ich für mich die Entscheidung keinen Tropfen mehr dieses Gifts in meinen Körper zu lassen. Denn Alkohol ist nichts anderes als ein Nervengift.
Für mich gehört schon einiges dazu auf der einen Seite an meinem Partner die Veränderungen durch die Alkoholabhängigkeit zu erleben aber auf der anderen Seite selbst Alkohol zu trinken damit ich anders sein kann, als ich bin.

Für mich ist das Thema Alkohol ein sehr ernst zu nehmendes Thema geworden. Am Alkohol gibt es für mich nichts gutes mehr, nicht nach 15 Jahren mit einem nassen Alkoholiker. Wer nachdem was ich erlebt habe und hier im Forum bisher gelesen habe, noch Alkohol genießen kann, dem ist in meinen Augen nicht mehr zu helfen.

Deine Ansichten über Alkohol kann ich absolut nicht nachvollziehen.


Grüße von
Gast

vergissmeinnicht
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Beitrag von vergissmeinnicht » 07.11.2007, 14:32

Hi, Monnshine

Liebe geht nicht ohne Leiden!! Aber so? Es darf nicht selbstzerstörerisch werden!

Deine Freundin wir dich immer belügen und dir was vormachen. Da kann die gar nichts für.

Der Alkohol wird immer gewinnen.
Du musst einen Schlußstrich ziehen!!! Nur so kannst du dir und ihr helfen.

Kümmere dich endlich um dich und lebe!!!

Also dann

vergissmeinnicht

simmie
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Beitrag von simmie » 10.11.2007, 09:11

hallo,

ich selbst bin auch co-abhängig und habe bei der auseinandersetzung damit auch mein eigenes trinkverhalten unter die lupe genommen. mein eigenes verhalten zu alkohol hat sich auch geändert, ich sehe alkohol als sehr gefährlich an.
ich persönlich finde es vor allem sehr ratsam, wenn man probleme, depressionen oder sonstige psychische instabilitäten hat, auf jeden fall keinen alkohol zu trinken, egal, ob man meint, das unter kontrolle zu haben oder nicht. die alarmglocken sollten auch schrillen, wenn man alkohol benutzt, um locker zu werden, oder andere zwecke zu erreichen. als alkoholikerkind trägt man auch ein höheres risiko.
man ist da vielleicht schneller drin, als man selbst glaubt.

grüße
simmie

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