Apfelessig und Apfelsaft

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anna08
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Apfelessig und Apfelsaft

Beitrag von anna08 » 29.11.2007, 22:07

Hallo Zusammen,
was ist mit der Rückfallgefahr bei Apfelsaft- und essig? Beispielsweise wenn man Apfelsaft so in der Küche statt im Kühlschrank stehen läßt? Gährung?! Meine Eltern lassen sich ihren Apfelsaft auch jeden Herbst pressen von selbst gesammelten Äpfeln. Apfelsaft im Handel kaufen tun sie in der Regel fast nie. Lauern da eher Gefahren oder eben weniger?
Dann liebt mein Vater es, in alle möglichen Getränke einen Schuß Apfelessig zu geben...??? Soll gesund sein und ihm schmeckt es scheinbar so gut :roll: Ist meine Skepsis berechtigt oder doch übertrieben?
Vor allem geht es mir um den Apfelessig!!!
Es wäre toll wenn mir da jmd. was zu sagen/ schreiben könnte....
Gruß Anna

dorothea
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Beitrag von dorothea » 02.12.2007, 01:16

hallo anna

hmmmm..... also wenn apfelsaft anfängt zu gären entsteht alk ganz klar! das das nicht geht ist auch klar. wie wird der überhaupt konserviert?? ich mein jetzt den selbstgepressten.

bei apfelessig ist das so ne sache, der wird ja aus apfelwein gemacht, eigentlich wird der alkohol bei der umsetzung in essig verwandelt so das da nüscht mehr drin sein dürfte, nur ist es wirklich so?? gesund ist das wohl, nur denke ich gibt es da sicher genug alternativen, ein spritzer zitrone tuts da sicher auch.

ich denke bei unserer krankheit sollte man einfach die finger von den sachen lassen wo man sich nicht sicher ist. und lieber ein mal zu viel verzichten als einmal zu wenig.

doro

Angelina1

Beitrag von Angelina1 » 16.04.2008, 09:03

Also, das ist ja schon länger her, seit das Thema mit dem Apfelessig hier aufkam. Auf meinem Apfelessig steht drauf: Aus 100 % Direktsaft, von Apfelwein steht da garnichts. Hat der, den ich habe nun Alkohol, draufstehen tut da nämlich nichts davon.

Viele Grüße

Spedi

Beitrag von Spedi » 16.04.2008, 09:34

Servus Angelina1,

nachdem ich mich mit dem Thema Lebensmittel z.T. sehr intensiv auseinandergesetzt habe, hier mal ein allgemeinverbindlicher Ansatz zum Thema Essig(e) aus industrieller Herstellung, die alle Alkohol während der Herstellung enthalten, es sei denn, es wird ausdrücklich das Gegenteil auf dem Etikett ausgewiesen.

Warum ist das so?
Bei der traditionellen Methode (=Rundpumpverfahren ) rieselt eine alkoholische Flüssigkeit (=Maische) in großen Bottichen (=Essigbildner) ständig über Buchenholzspäne, auf denen leistungsfähige Essigbakterien angesiedelt sind. Zusätzlich wird permanent Luft zugeführt (=Gegenstrom). Die große Austauschoberfläche auf den Buchenholzspänen ermöglicht den Essigbakterien eine optimale Aufnahme des Luftsauerstoffes. Die Maische wird so lange über die Späne geleitet, bis sie in Essig umgewandelt sowie der geforderte Säuregrad erreicht wurde. In ca. 6 Tagen hat sich in dem Bottich der Alkohol in Rohessig verwandelt.

Bei einer schnellen Methode entfällt jegliches Trägermaterial in Form von Buchenspänen. Die Bakterien befinden sich direkt in der alkoholischen Maische, sie sind eingetaucht. Man spricht daher auch von einem „Submers“-Verfahren. Über eine Belüftung wird der Inhalt des Tanks permanent mit Luftsauerstoff versorgt, so dass die Essigbakterien jederzeit die benötigte Sauerstoffkonzentration zur Gärung erhalten. Der Herstellungsprozess dauert nur noch ca. 1 Tag.

Die Gärung findet meist in einem Temperaturbereich zwischen 28°C und 32°C statt. Das Aroma des Essigs ist abhängig vom Ausgangsprodukt (vergorenes Obst, Wein, vergorenes Malz, Branntwein, vergorene Beeren etc).

Wie Wein bekommt auch der Essig erst durch die Kellerlagerung Reife. Während der Lagerung in großen Behältern wird der anfänglich scharfe saure Geschmack abgebaut, der Essig wird milder und entfaltet sein endgültiges Aroma. Je länger die Reifung, desto „milder“ der Essig.

Hilft Dir das weiter bei Deiner Entscheidungsfindung?

LG
Spedi

Spedi

Beitrag von Spedi » 16.04.2008, 10:16

Nachtrag - Alzheimer lässt grüßen...


Wer 100%ig sicher gehen möchte, dass er alkoholfreien Essig verwendet, kann nur mit Essigessenz arbeiten. Diese ist zu 100% synthetisch hergestellt und frei von geglichem Alkohol.

Nach entsprechender Verdünnung der Essenz (siehe Flaschenetikett!) kann dem so gewonnenen "Essig" eine individuelle Note durch Zugabe von (getrockneten!) Kräutern oder Früchten "verpasst" werden. Bitte dabei auf folgendes achten: jegliche frischen Früchte können -trotz sorgfältigster Sauberkeit bei der Verarbeitung- zu gären beginnen. Das liegt an der enthaltenen Flüssigkeit. Damit wäre dann theoretisch auch hier Alkohol enthalten. Meistens "kippt" der Essig jedoch um und wird ungeniessbar.

Ich empfehle daher die Beschränkung auf (Gefrier-)getrocknete Kräuter. Dort habe ich derartiges noch nicht erlebt.

Ich setzte immer nur Kleinstmengen an (<0,125 L), so wird der "Essig" nach der "Reifezeit" (ca. 4 Wochen, dunkel, zimmerwarm) schnell verbraucht und ich kann immer wieder variieren.

Meine Favoriten zur Zeit: Lavendelessig für Blattsalate und
Kreuzkümmel-/Koriander-/Sternanis-Essig für warme Gerichte...

LG
Spedi

Angelina1

Beitrag von Angelina1 » 19.04.2008, 12:26

Hallo Spedi,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Na, wenn das so ist, werde ich wohl ebenfalls in die Essigherstellung einsteigen mit Kräutern, bin ja sowieso eine Kräuterhexe... Balsamico, Apfelessig & Co. werde ich aber trotzdem vermissen....

Lieben Gruß

xxSelinaxx
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Beitrag von xxSelinaxx » 14.05.2011, 19:42

Hallo,
habe ich das mit dem Essig richtig verstanden, man sollte am besten keinen Essig nehmen, da evtl. noch was drin sein könnte und im Essigessenz ist definitiv keiner drin???
Danke!
Muss ich nämlich morgen dann gleich beim Salatemachen acht geben.
LG
Selina

Trocken Bleiben
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Beitrag von Trocken Bleiben » 19.12.2011, 11:40

Hallo Zusammens
Wenn ich mal etwas dazu schreiben darf.
Essig entsteht letztendlich durch die Zweite Vergährung,fast alle Essige die im Handel angeboten werden werden gestoppt,das Heist der Prozess wird nach Abschluss durch Schwefeln abgebrochen.
Somit wäre da Kein Alkohol mehr drin.
Ganz anders sieht es aus,wenn man Essig selber herstellt.
Ob aus Früchten oder Kreutern.
Alle müssen dieseen Umwandlungsprozess machen,und um diese Umwandlung zu Stoppen,müsste er abgeschwefelt werden.
Gruß Hans

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